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Foto: Bergwacht Ramsau
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Foto: Bergwacht Ramsau

Bergwacht Ramsau rettet Verletzte und Erschöpfte vom Watzmann und von der Reiter Alpe

Ramsau – Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau waren während der vergangenen Tage bei insgesamt sechs zum Teil recht aufwendigen Einsätzen für verletzte und erschöpfte Bergsteiger am Watzmann und auf der Reiter Alpe sowie für einen jungen Mann im Einsatz, den im Klausbachtal eine Kreuzotter in die Hand gebissen hatte.


Verletzten Schweizer vom Watzmann-Grat ausgeflogen

Am Donnerstagvormittag, 30. Juni, ging gegen 9 Uhr ein Notruf vom Watzmanngrat ein, wo sich ein 53-jähriger Bergsteiger aus der Schweiz in rund 2.650 Metern Höhe zwischen dem Hocheck und der Mittelspitze am Knie und Ellbogen verletzt hatte. Die Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers »Christoph 14« setzten Notarzt und Bergretter an der Einsatzstelle ab, die den Patienten versorgten, bevor er nach einer Zwischenlandung des Helis an der Südspitze mit der Winde aufgenommen und zur Kreisklinik Bad Reichenhall geflogen werden konnte. Fünf Bergretter waren bis 10.30 Uhr im Einsatz.

Bergwacht bringt verletzten Bergsteiger wegen schlechtem Flugwetter von der Südspitze zu Fuß ins Tal

Am Dienstagnachmittag. 28. Juni, gegen 15 Uhr benötigte ein 48-jähriger Urlauber aus Niedersachsen Hilfe, da er an der Watzmann-Südspitze im Abstieg zur Grieshütte gestürzt war und mit einer tiefen Fleischwunde am Bein nicht mehr weiterkam. Er und sein gleichaltriger Begleiter aus Hamburg saßen bei nach ihrer Einschätzung guter Sicht in rund 2.400 Metern Höhe fest und informierten per Handy einen Verwandten in Lüneburg.

Der Bergwacht-Einsatzleiter forderte zunächst einen Heli an, wobei die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers »Christophorus 6« wegen der durch den Nordstau dichten Wolkendecke abbrechen musste. Da in der Funtenseetauern-Webcam der obere Grat wolkenfrei zu sehen war, flog »Alpin Heli 6« aus südlicher Richtung von Zell am See an, fand die Einsatzstelle, konnte wegen des starken Winds aber weder landen noch ein Tau einsetzen. Die Bergwacht Ramsau schickte deshalb ihren stärksten Aufsteiger mit dem Motorrad los, der so weit wie möglich fuhr und dann weiter zur Einsatzstelle aufstieg. Die restliche Mannschaft folgte mit dem Pinzgauer. Zur besseren Kommunikation baute eine weitere Fahrzeug-Besatzung ein Funk-Gateway auf. Da Starkregen angesagt war, ging der Patient den Einsatzkräften so gut wie für ihn noch möglich langsam entgegen, damit er nicht im ausgesetzten Gelände vom Unwetter getroffen wird. Die Retter und die beiden Bergsteiger trafen dann in rund 2.000 Höhenmetern zusammen. Die Bergwacht versorgte die tiefe Wunde mit einem Druckverband, übernahm das Gepäck der Bergsteiger und brachte sie bis hinab zum Pinzgauer.

Hier gerieten sie wie bereits beim Einsatz am Pfingstsonntag in ein Gewitter mit Starkregen, wodurch vor allem die Rückfahrt durch das Wimbachgries aufgrund der Sturzbäche und immer wieder den Weg versperrenden Wassermassen anspruchsvoll wurde. Die Einsatzkräfte mussten an jeder Blockade prüfen, ob das Fahrzeug diese sicher überwinden kann, ohne weggerissen zu werden oder steckenzubleiben. An der Wimbachbrücke übernahm schließlich eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes den Mann und lieferte ihn in die Kreisklinik Bad Reichenhall ein. Neun Bergretter waren bis 20.30 Uhr gefordert.

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Foto: Bergwacht Ramsau

Kreuzotter beißt 18-Jährigem in die Hand

Am Sonntagmittag, 26. Juni, kurz nach 11.30 Uhr benötigte ein 18-jähriger Urlauber aus Nordrhein-Westfalen notärztliche Hilfe, da er auf dem Weg zur Bindalm an der linken Hand offenbar von einer Kreuzotter gebissen worden war. Die Bergwacht Ramsau rückte mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) und dem VW-Bus aus, fand den Mann an der Engert Holzstube, kühlte die Schwellung und forderte wegen deutlicher Kreislaufprobleme Notarzt und Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes nach. Diese übernahmen den jungen Mann am Klausbachhaus und brachten ihn dann in die Kreisklinik Berchtesgaden. Vier Bergretter waren gute eineinhalb Stunden unterwegs. Gegen 13.15 Uhr, als die Ehrenamtlichen gerade noch den letzten Einsatz nachbearbeiteten, mussten sie die Erstversorgung einer akut internistisch erkrankten 66-jährigen Einheimischen in der Ramsau übernehmen. Sie rückten mit dem VW-Bus aus und leisteten der Frau zusammen mit dem Berchtesgadener Notarzt medizinische Hilfe, bis der zweite Rettungswagen eintraf. Dieser übernahm die Patientin übernahm und lieferte sie in die Kreisklinik Bad Reichenhall ein. Vier Bergretter waren bis 14 Uhr gefordert.

Blockierte und erschöpfte Wanderer mit Hund am Eisberg abgeseilt und ausgeflogen

Am Samstagnachmittag, 25. Juni, benötigten kurz nach 15 Uhr eine 34-jährige Frau, ihr 50-jähriger Lebensgefährte und die beiden 14-jährigen Töchter des Mannes Hilfe, da sie mit dem Hund der Frau im Abstieg von der Reiter Alpe waren und erschöpft und bedingt durch das steile Gelände in rund 1.600 Metern Höhe am Eisberg nicht mehr weiterkamen. Während die Besatzung des Polizeihubschraubers »Edelweiß 7« im Anflug war, startete ein Voraustrupp mit dem ATV und dann weiter zu Fuß zu der Gruppe aus der Nähe von München, die oberhalb des Leiterls festsaß und von der Bergwacht zunächst bis über den Fuß der Felswand abgeseilt werden musste. Der Heli musste sie dann in mehreren Anflügen nacheinander mit der Winde erreichen, aufnehmen und ausfliegen. Ein Hundeführer der Bergwacht kümmerte sich um den großen Vierbeiner der Frau und stattete ihn für den Flug mit Maulkorb und Geschirr aus. Die Bergwacht Ramsau musste »Edelweiß 7« für den Rückflug wieder mit dem Kerosinanhänger auftanken und war mit acht Einsatzkräften bis 19.30 Uhr gefordert.

fb/red

 

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