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Manuel Machata beendet seine Karriere als Bobpilot. Eine Rückkehr als Trainer ist aber nicht ausgeschlossen. (Foto: BSD)

Berchtesgaden – Manuel Machata verabschiedet sich vom aktiven Bobsport, auch wenn dies dem Ex-Weltmeister und Europameister aus dem Jahr 2011 nicht leicht fällt.


Manuel Machata wurde am 18. April 1984 in Berchtesgaden geboren und wuchs bei seiner Familie in Ramsau auf. Bis zu seinem Abitur am Sportgymnasium der CJD Christophorusschulen Berchtesgaden war Machata aktiver Langläufer. Seinem damaligen Langlauf-Trainer am Sportgymnasium, Jürgen Seifert, und seinem ersten Bobtrainer Hans Wimmer hat Manuel Machata den Wechsel zum Bobsport im Jahr 2003 zu verdanken. »Ich wurde einfach zu schwer zum Langlaufen und die beiden Trainer haben erkannt, dass ich die Geschwindigkeit liebe und beim Bobsport richtiger bin. Ich wollte ja immer Jet-Pilot werden, nur mit meinen Augen ging das nicht und der Bobsport mit den Fliehkräften und der Geschwindigkeit ist da schon näher dran«, so der Viererbob-Weltmeister von 2011.

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Nach dem Abitur kam Manuel Machata zur Sportfördergruppe der Bundeswehr in Bischofswiesen/Strub. Bereits ab dem Jahr 2006 startete Machata im Bob-Europacup. Im Jahr 2006 wurde er auch Deutscher Juniorenmeister im Zweier- und Viererbob und Juniorenweltmeister im Viererbob. 2007 fuhr Machata im Zweier- und im Viererbob zum Deutschen Vizemeister hinter den Bobs von Thomas Florschütz. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2009 zu Hause am Königssee erreichte er in Zweier- und Viererbob auch jeweils den 2. Platz. Im Jahr 2009 entschied der für den WSV Königssee startende Machata außerdem die Europacup-Gesamtwertung für sich.

Sieben Weltcupsiege

Zur Saison 2010/11 sicherte sich der heute 31-Jährige an den Lenkseilen einen festen Weltcup-Startplatz. Auf der anspruchsvollen Olympiabahn in Whistler holte Manuel Machata mit seinem Anschieber Andreas Bredau zum Saisonauftakt gleich bei der Weltcup-Premiere überraschend einen Weltcupsieg im Zweierbob. Bei der nächsten Weltcupstation im ebenfalls kanadischen Calgary feierte er auch seinen Premierensieg im Viererbob in der Besetzung Michail Makarow, Andreas Bredau und Christian Poser, beim historischen Dreifacherfolg der BSD-Teams.

Im Laufe der Saison folgten weitere Siege im Vierer in Igls und Winterberg sowie bei der vorletzten Station auf der Natureisbahn von St. Moritz im Zweier. Beim Wettbewerb in Winterberg wurde gleichzeitig die Europameisterschaft 2011 ausgefahren, der Sieg mit seinen Anschiebern Richard Adjei, Andreas Bredau und Florian Becke bedeutete somit den ersten Kontinentaltitel im Viererbob für Machata. In seiner besten Saison 2010/11 kam Manuel Machata mit seinem Team im Zweierbob auf Rang 2 der Weltcup-Gesamtwertung und sicherte sich im Viererbob in seiner ersten Saison den Gesamtweltcupsieg.

Am 20. Februar 2011 gewann Manuel Machata mit seinem Anschieber Andreas Bredau im kleinen Schlitten die Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften am heimischen Königssee. Dabei war er zeitgleich mit dem Schlitten von Thomas Florschütz. Weltmeister wurde der Russe Alexander Zubkov. Eine Woche später krönte das damals für den SC Potsdam startende Team Machata seine Bobkarriere mit dem Weltmeistertitel im großen Schlitten. Mit Richard Adjei, Andreas Bredau und Christian Poser siegte Machata überlegen vor seinem ehemaligen Teamkollegen vom WSV Königssee Karl Angerer.

Im Winter darauf holte Manuel Machata bei den Weltmeisterschaften im amerikanischen Lake Placid eine Bronzemedaille im Vierer. Damit wurde der WM-Medaillensatz des dreimaligen Deutschen Meisters komplett.

Olympiateilnahme zum zweiten Mal verpasst

Nachdem der inzwischen für den neu gegründeten Bobclub Stuttgart Solitude startende Sportsoldat Machata im Winter 2013/14 die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Sotschi verpasst hatte, geriet er mit dem Verleih seiner Kufen an den späteren Olympiasieger Alexander Zubkov in die Schlagzeilen. Zuerst wurde Machata vom BSD für den Kufenhandel mit einer Wettkampfsperre und einer Geldstrafe belegt. Diese Strafe wurde später wieder aufgehoben.

BSD-Generalsekretär Thomas Schwab sagt heute: »Diese Kufengeschichte war für Manuel und den BSD sehr unglücklich. Inzwischen ist das Verhältnis zwischen uns aber wieder bestens. Die Sache hat nichts mit seinem Rücktritt zu tun. Der BSD und ganz besonders auch ich persönlich wünschen dem sympathischen Manu alles Gute und viel Erfolg für seine private und berufliche Zukunft. Der BSD wird Manuel Machata dann beim Bobweltcup am Königssee offiziell aus dem aktiven Sport verabschieden«.

Seit dem Jahr 2011 betreibt Manuel Machata bereits sein Studium der Automobilwirtschaft und weiß: »Wenn ich mich jetzt in Vollzeit richtig dahinter klemme, dann kann ich in eineinhalb Jahren mit dem Studium fertig sein.« Aber er hängt natürlich auch noch sehr am Bobsport und könnte sich vorstellen, »mein Wissen und meine Erfahrungen als Bobtrainer weiter zu geben.« fb