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Endstation »Halteverbot« – Ramsau wehrt sich gegen »Wildparker« am Hintersee

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Ramsau wehrt sich gegen »Wildparker« am Hintersee mit »Halteverbot«
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Mit Absperrband und Schildern wird am Hintersee nun auf das Halteverbot hingewiesen. Die vorhandenen Buchten sollen dem Verkehr das Ausweichen ermöglichen. (Fotos: (2) Lena Klein/ (1) privat)

Ramsau – Kostenlos am Straßenrand parken, ist im Bereich »Café Gelfart« am Hintersee nun passé: Die Gemeinde hat in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Berchtesgadener Land ein Konzept entwickelt, um »Wildparkern« den Garaus zu machen.


Das Bergsteigerdorf ist ein beliebtes Ausflugsziel: Ob Watzmann, Blaueis oder der Nationalpark, Ausgangspunkt sind die Parkplätze in Ramsau. Besonders stark frequentiert sind die Flächen rund um den Hintersee.

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Das Parkproblem besteht seit mehreren Jahren, dennoch hat sich die Situation verschlimmert. Viele Tagestouristen und Einheimische sind aufgrund der Corona-Pandemie nicht ins Ausland gefahren und suchen nun Erholung im eigenen Land. An schönen Sommertagen bietet der Hintersee Abwechslung. Die Menschen können Bootfahren, Spazieren gehen oder die Füße ins kalte Nass halten, das Bergpanorama ist inklusive. Hinzu kommen E-Biker, Mountainbiker und Motorradfahrer, die Busse des ÖPNV und die Wohnmobile. Die Straße rund um den See ist eng, an manchen Stellen müssen große Fahrzeuge warten, wenn Gegenverkehr kommt.

Kostenlos parken

Die Schwierigkeiten ergeben sich allerdings nicht nur aus dem großen Andrang, sondern auch daraus, dass viele Besucher – Einheimische wie Urlauber – den Ticketpreis in Höhe von fünf Euro »für eine Runde um den Hintersee« nicht bezahlen wollen. Da sie ohne Ticket nicht auf den offiziellen Parkplätzen stehen bleiben dürfen, nutzen sie die schmalen Flächen neben der Straße. Der Bereich »Café Gelfart« hinauf in Richtung Triebenbachstraße war deshalb regelmäßig zugeparkt. Das erschwerte nicht nur das Ausweichen, sondern machte teilweise auch das Durchkommen des Rettungswagens ohne massive Zeitverzögerung unmöglich.

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Das Auto steht im Halteverbot. Bürgermeister Herbert Gschoßmann befürchtet, dass ein solches Fehlverhalten dazu führen könnte, dass es diesem Fahrer viele gleich tun.

Provisorische Umsetzung

Die Gemeinderäte aus Ramsau beschäftigt dieses Thema nun schon seit geraumer Zeit. Dabei wurde in Sitzungen auch immer wieder Kritik an der Straßenverkehrsbehörde geübt. Eine Lösung gefunden haben die Verantwortlichen nun dennoch: Die Behörde hat eine Verkehrsanordnung mit einem Halteverbot erlassen. Das Konzept wurde bereits provisorisch mit Absperrband und Schildern umgesetzt.

»Im nächsten Jahr werden die Leitpfosten und die Beschilderung folgen«, sagt Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschoßmann. Tatsächlich handelt es sich bei der bisher immer zugeparkten Fläche um eine Ausgleichsfläche. Im Zuge der Baumaßnahme »Rundweg um den See« musste 2011 eine solche Fläche gefunden werden. Zu diesem Zeitpunkt war neben der Straße »Am See« noch ein Fußweg. »Dieser wurde wegen des Rundwegs nicht mehr gebraucht«, so Gschoßmann. Man entschied, diesen Weg rückzubauen und die Fläche als Ausgleichsfläche für den Rundwanderweg zu nutzen.

»Seit 2011 haben wir immer wieder versucht, die Fläche entsprechend den Vorgaben zu begrünen, allerdings ohne Erfolg.« Die dort abgestellten Fahrzeuge hätten die Renaturierungsmaßnahme letztlich immer wieder zunichte gemacht. »Nun haben wir bis 15. November Zeit, Sträucher und andere Pflanzen zu setzen«, sagt der Bürgermeister. Zudem soll die Fläche angeböscht werden, sodass ein Parken schlichtweg unmöglich wird. Bagger bringen derzeit Erde auf den Boden auf.

Autos können abgeschleppt werden

Ob das Verbot den gewünschten Effekt bringt, wird sich in den kommenden Tagen und Wochen herausstellen. Sollte das Aufstellen der Leitpfosten und der Beschilderung nicht ausreichen, kann die Behörde auch mit Leitplanken arbeiten. »Sollten sich die Menschen nicht an das Halteverbot halten, werden wir auch auf Maßnahmen wie das Abschleppen zurückgreifen«, warnt Herbert Gschoßmann. Lena Klein

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