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Mancher Hundebesitzer holt sich zwar brav ein Säckchen, wirft das dann aber »befüllt« einfach in die Landschaft statt in die vorgesehenen Behälter, sehr zum Unmut der Ramsauer Gemeinderatsmitglieder. (Foto: Thomas Jander)

Gemeinderat Ramsau diskutiert über Hundekot und Mobilfunk

Ramsau – Ein kleineres Wechselbad der Gefühle durchlebten die Ramsauer Gemeinderatsmitglieder in der jüngsten Sitzung. Neben mehreren privaten Bauanträgen wurde zum Schluss noch über zwei kommunalpolitische Dauerbrenner diskutiert: Hundekot und Mobilfunk.


Zweiter Bürgermeister Rudi Fendt leitete die Sitzung in Vertretung und sah sich thematisch mit den unappetitlichen Hinterlassenschaften mancher Hundebesitzer konfrontiert. Denn im Gemeinderat herrscht Unverständnis, dass sich viele zwar offensichtlich aus den bereit gestellten Behältern entsprechende Säckchen holen, diese dann aber einfach in die Landschaft werfen statt sie ordnungsgemäß zu entsorgen.

»Ich hab noch nie einen fragen können, was er sich dabei denkt, aber das würde ich wirklich gern mal machen«, erklärt Fendt gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Die Antwort der Gemeinde auf dieses Fehlverhalten wird nicht das Aufstellen weiterer Behälter sein, der Aufwand mit Entleerung und Wartung wäre zu hoch. »Im Zauberwald und am Soleleitungsweg könnten wir ja quasi alle 100 Meter einen Behälter aufstellen«, so der Zweite Bürgermeister. Stattdessen sollen Aufklärung und Information Besserung bringen; dazu soll angesichts steigender Gästezahlen auch die Tourist-Info beitragen.

Besorgnis war dagegen der Auslöser für Nachfragen in Sachen Mobilfunk. Aufgrund des jüngsten Todesfalls (wir berichteten) kam die Frage auf, ob die Mobilfunkabdeckung im Klausbachteil womöglich mangelhaft ist. Fendt gibt hier zu bedenken, dass eine flächendeckende 100-prozentige Abdeckung einfach nicht möglich ist. Und oft die Versorgung auch vom jeweiligen Anbieter abhängt. Allerdings hat sich hier die Bergwacht angesichts der hohen Besucherzahlen schon lange Jahre für eine Verbesserung eingesetzt, und auch mit Erfolg: »Da sind viele Menschen, machen Selfies, das lohnt sich für die Anbieter.« Allerdings verweist der erfahrene Bergwachtmann auch auf die Notruffunktion, die jedes Handy hat. Diese ist unabhängig vom jeweiligen Provider, der Notruf wählt automatisch das zur Verfügung stehende Netz. »Das funktioniert fast immer«, weiß Rudi Fendt, außer natürlich in sehr entlegenen Gegenden.

Der dort bereits errichtete Sendemast ist im Übrigen keine Option zur möglichen Verbesserung. Dieser dient ausschließlich dem Behördenfunk, aufgrund gesetzlicher Vorgaben ist eine Nutzung für private Anbieter nicht möglich. Trotzdem nimmt der Zweite Bürgermeister die Fragen im Gemeinderat als Auftrag mit. Er wird sich selbst mit dem Handy vor Ort noch mal ein Bild machen und den Mobilfunk-Empfang an verschiedenen Stellen im Klausbachtal testen.

Thomas Jander

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