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Die Hochschwarzeck-Bergbahn vor über einem halben Jahrhundert. (Foto/Repro: Christian Wechslinger)

Große Vorfreude auf den neuen »Hirschkaser«

Ramsau – Die Gesellschafterversammlung der »Hochschwarzeck-Bergbahn GmbH & Co. Beteiligungs-KG« (HSB) im Gasthof »Waldquelle« in Ramsau verlief bis zum Tagesordnungspunkt Wortmeldungen sehr friedlich. Als die Vorsitzende des Tourismusvereins Ramsau Birgit Gschoßmann ihren Unmut wegen der Einstellung des Bahnbetriebes und der unregelmäßigen Öffnungszeiten in der Zeit der Sanierung des Restaurants Hirschkaser äußerte, hielt einer der neuen Geschäftsführer des Restaurants »Hirschkaser« Hans Hölzl dagegen. Er sagte, dass die gesamte Region mit der Komplettrenovierung des »abgewrackten Hirschkasers etwas ganz Besonderes« bekomme. Auch Bürgermeister von Ramsau Herbert Gschoßmann stärkte den neuen Besitzern Hans Hölzl und Peter Hettegger den Rücken und informierte darüber, dass das Restaurant im nächsten Jahr auch eine (Ab-)Wasserleitung bekommt. 


Zu Beginn der Versammlung hob Beiratsvorsitzender Maxi Gschoßmann ausführlich das Alleinstellungsmerkmal der besonderen Geschäftsform der »Hochschwarzeck Bergbahn GmbH & Co. Beteiligungs-KG« hervor. Den ehemaligen Notar und juristischen Unterstützer der HSB Dr. Hermann Amman in der Gesellschafterversammlung zu wissen, sei ein gutes Gefühl, weil damit gewährleistet ist, auf rechtliche Fragen stets eine Antwort zu wissen. Vor 20 Jahren sei die HSB vor dem vermeintlichen Aus gestanden, erinnerte Maxi Gschoßmann. Die Einlagen in die Gesellschaft schufen die Voraussetzung für die Zukunft am Hochschwarzeck. So konnte die HSB, die Maxi Gschoßmann als Betriebs-GmbH bezeichnete, überhaupt ins Leben gerufen werden. »Ohne die vielen Einlagen wäre gar nichts mehr gegangen.«

Im Jahr 2003 ist die Gesellschaft ins Handelsregister eingetragen worden, blickte Maxi Gschoßmann in die Vergangenheit. Weil weitere Gesellschafter angeworben werden konnten, habe die HSB dann eine Perspektive gehabt. Die vier Gründungskommanditisten waren Altbürgermeister Hans Datzmann, Geschäftsleiter Martin Willeitner, Bürgermeister Herbert Gschoßmann und Sebastian Hackl gewesen. Neben diesen vier Namen nannte er aber auch Ewald Palzer, Erich Puritscher, Berni Gschoßmann und Dr. Hermann Amann.

Maxi Gschoßmann dankte allen, die sich um die HSB verdient gemacht haben. Es sei beeindruckend, dass es die HSB knapp 20 Jahre nach ihrer Gründung noch gibt. »Die Rettung damals« sei das eine, den Betrieb aufrecht zu halten, sei das andere. Verantwortlich für den Fortbestand der HSB sei der aktuelle Geschäftsführer Christian Riel mit seinem engagierten Team. Alles aber hätte nichts genutzt, wenn keine Gäste gekommen wären. Das schöne Gebiet, die passenden Verhältnisse, ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis und die Gipfelgastronomie waren verantwortlich für den Fortbestand.

»Gipfelrestaurant wird etwas ganz Besonderes«

Mit den neuen Eigentümern des »Hirschkasers« Hans Hölzl und Peter Hettegger gibt es nun zwei Persönlichkeiten, die für hohe Qualität bürgen. So sollen die HSB und der »Hirschkaser« ein perfektes Paket bilden. Maxi Gschoßmann sprach des Weiteren von einem Themenweg »Bergsteigerlegenden«, der Anfang August fertig gestellt werden soll. Um stets eine Linie beizubehalten, treffen sich der Beirat und Geschäftsführer regelmäßig mit dem Betriebsleiter zum Austausch. Aufkommende Probleme werden besprochen.

Üblicherweise bekommen Kommanditisten für ihr Investment eine Rendite. Doch bei der »Ramsauer Gesellschaftsform« habe noch keiner auch nur einen Euro Ausschüttung erhalten und das bleibe auch in Zukunft so, erklärte Maxi Gschoßmann. »Die Rendite war, ist und soll auch so bleiben, dass die Bahn mit ihrem Angebot erhalten bleibt«, führte er weiter aus und lobte auch die Gemeinde, die voll hinter der HSB stehe. Beiratsmitglied Sepp Graßl informierte über das nüchterne Zahlenwerk. Aktiv- und Passivseite wurden in der Bilanz genauso übersichtlich vorgeführt wie die Gewinn- und Verlustrechnung.

Geschäftsführer Christian Riel thematisierte die Pandemie-bedingten Einschränkungen, verkündete aber mit berechtigtem Stolz, dass es bei der Gewinn- und Verlustrechnung im Krisenjahr 2021 gerade einmal 50 Euro Verlust gegeben habe. Christian Riel führt dies auch darauf zurück, dass die Menschen offensichtlich verstärkt ihre wiedererlangte Freiheit am Berg suchten. So waren die Umsätze nach der Wiederöffnung im Mai 2021 monatelang um 30 Prozent höher, als in den Jahren zuvor.

Sehr genau beobachte man die Strompreisentwicklung, die man jedoch mit Verträgen bis Ende 2023 im Griff habe. Doch man werde überlegen, wie es ab 2024 weitergehen soll. »Der Strom wird sicher nicht mehr billiger«, befürchtet Christian Riel. Derzeit habe man gut 250.000 Euro Guthaben auf dem Konto. Dadurch habe man einen Spielraum, sagte der Geschäftsführer, der seinem Team für den Einsatz großen Dank aussprach.

Eine besondere Ehre wurde Gottfried Helminger zuteil, der am Hochschwarzeck seit mehr als 30 Jahren großen Einsatz zeigt. Dann gab es großen Applaus für Christian Riel. »Ohne Christian wäre sicher nicht so viel gelungen«, sagte Dr. Hermann Amann. Der Beirat entlastete Christian Riel.

Hermann Amann sprach auch die besondere Situation am Hochschwarzeck an und bezeichnete das »kleine, aber feine Gebiet« als »Marktlücke mit günstigeren Preisen in einem besonderen Bereich«. Die HSB gelte es auch in Zukunft zu erhalten.

Ein Videoclip des Bayerischen Fernsehens über das Rodeln am »Hirscheckblitz« wurde eingespielt. Der Beitrag verdeutlichte die Wichtigkeit der Rodelbahn als zweites Standbein neben dem doch eher spärlichen Skibetrieb.

Christian Riel ging auch auf die Parkplatzsituation ein. Im gesamten europäischen Raum sei das Parken nicht mehr gratis und so habe sich mit der Besitzerfamilie Wurm des großen Parkplatzes nach Ablauf eines 20-jährigen Vertrags im letzten Jahr eine neue Situation ergeben. »Alles funktioniert gut«, wusste Christian Riel.

Wiederinbetriebnahme am 2. Juli

Dann ging er noch auf den neu geschaffenen Berchtesgadener Seilbahnverbund ein und betonte, dass man sich mit seinen intakten Skigebieten nicht unter dem Wert verkaufen dürfe. Die Berggaststätte und die Bahn gehörten eng zusammen, gleichwohl würden die Umbauarbeiten am »Hirschkaser« der Bahn nicht guttun. Doch wie zuvor schon der neue Mitbesitzer des Hirschkasers Peter Hettegger erklärte, rücke die Wiedereröffnung des »Hirschkasers« im Juli immer näher.

Die Wiederinbetriebnahme des Sesselliftes ist für den 2. Juli anberaumt. Gegen Ende der Versammlung informierte der Geschäftsführer, dass die wenig einladende Talstation des »Schmuckenliftes« verschönert und an der Talstation der Sesselbahn die Toiletten saniert werden sollen.

Christian Wechslinger

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