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Die Unternehmer Peter Hettegger (l.) und Johann Hölzl (Mitte) sowie Sepp Hettegger, der mit seinem Bruder seit Jahrzehnten zusammenarbeitet.
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Großbaustelle »Hirschkaser«: Reges Treiben herrscht am Gipfel. Die Solaranlage ist bereits installiert. (Foto/Drohnenaufnahme: Kilian Pfeiffer)

Hotelier Peter Hettegger hat Ausflugsziel »Hirschkaser« gekauft – Im August eröffnet die Berggaststätte frisch renoviert

Ramsau – Neues Leben einhauchen will der österreichische Hotelier Peter Hettegger der Berggaststätte »Hirschkaser« im Bergsteigerdorf Ramsau. Gemeinsam mit seinem Bischofswieser Partner Johann Hölzl hat er das beliebte Ausflugsziel am Gipfel des Hirschecks gekauft. »Wir machen dort alles neu«, sagt Hettegger bei einem exklusiven Rundgang.


Die Straße, die zum »Hirschkaser« führt, ist für den gewöhnlichen Verkehr gesperrt. Dreieinhalb Kilometer geht es über eine Forststraße nach oben. Hettegger lenkt den VW Caddy selbst. Wegen all der Baustellenfahrzeuge der vergangenen Zeit ist der Weg gesät mit Schlaglöchern. »Wenn alles vorbei ist, wird die Straße erneuert«, sagt der Österreicher.

Für den Kauf des »Hirschkasers« musste sich Hettegger überzeugen lassen. »Ich habe mich anfangs nur schwer begeistern können für eine Berggaststätte«, sagt er. Sein Geschäftspartner Johann Hölzl wollte investieren. Peter Hettegger hat sich schließlich entschlossen, mitzumachen. »Wenn, dann müssen wir es richtig machen«, das war die Devise des Österreichers. Das Motto gilt für jedes Projekt, in dem er involviert ist.

Tausende Besucher zählt die beliebte Wirtschaft in exponierter Lage. Dem Haus fehlte seit jeher eine Isolierung. Isolierung, Hinterfüllung und Schalung betragen nun 16 Zentimeter. Das Gebäude wirkt größer als früher. Peter Hettegger weiß um die Einzigartigkeit der Berggaststätte Bescheid. »So einen Platz gibt es nur einmal«, sagt er. Die Lage erlaubt es, für jeden erreichbar zu sein, auch für jene, die zu Fuß schwach sind. Alternativ gibt es auch die Hirscheckbahn, deren Ausstieg einen Steinwurf entfernt oben am Gipfel liegt. Im Sommer ist der Hirschkaser ein beliebtes Ausflugsziel, im Winter geht es mit der historischen Sesselbahn hoch, um mit dem Schlitten die Natur-Rodelbahn wieder runterzurutschen. Auch Skitourengeher steuern den Gastronomiebetrieb an. Die Lage und die Möglichkeiten sind außergewöhnlich, findet Hettegger. Das hat ihn schließlich dazu bewogen, in das millionenschwere Projekt finanziell einzusteigen.

Momentan arbeiten auf dem Gipfel des Hirschecks bis zu 50 Handwerker pa-rallel. Seit gut drei Monaten wird gebaggert und gebaut, geschaufelt und gebohrt. Hettegger schart seit Jahren ein Team von Handwerkern aus Deutschland und Österreich um sich, mit dem er Projekte schnell umsetzen kann – trotz des enormen Mangels in der Branche.

»Der ›Hirschkaser‹ wurde vor 52 Jahren errichtet. Danach ist nicht mehr viel gemacht worden«, weiß Peter Hettegger. Der Öltank kam raus, eine Wärmepumpe rein. Den alten Wassertank ersetzt nun ein neuer. Auf eine Wasserleitung zum Gipfel muss noch verzichtet werden. Kanal gibt es keinen: eine biologische Kläranlage säubert das Wasser. Der Estrich wurde entfernt, eine Fußbodenheizung verlegt. Jetzt gibt es auch eine Lüftungsanlage. Die Küche der Berggaststätte ist nagelneu. Martin Bergel ist der Küchenchef. Derzeit kochen er und sein Team für die Handwerker vor Ort.

»Wir haben den ›Hirschkaser‹ komplett entkernt«, weiß der Hotelier. Viel Altholz ist verbaut worden, innen wie außen. Von der Terrasse der Berggaststätte hat man einen grandiosen Ausblick auf Watzmann und Hochkalter sowie das dazwischen liegende Wimbachtal. Der Hintersee liegt in weiter Ferne tief drunten. Es gibt nur wenige so leicht zu erreichende Aussichtspunkte dieser Güte. Für Peter Hettegger stand schon mit zwölf Jahren fest, dass er Wirt werden wollte. Der Entschluss liegt 54 Jahre zurück. Er ist im März 66 geworden. Andere hören in diesem Alter auf. Fragt man den Pongauer, wie er es mit der Arbeit hält, sagt er: »Wenn ich im Urlaub bin, arbeite ich nichts.« Allerdings: Hettegger fährt kaum in den Urlaub. Es bleibt also viel Zeit, Projekte voranzutreiben. Seine Familie trägt viel Verantwortung und beschäftigt in Berchtesgaden und dem österreichischen Großarl insgesamt über 360 Mitarbeiter.

Hettegger führt durch die neue Gaststube am Gipfel. Vor kurzem wurde das Mobiliar geliefert. Auch das Obergeschoss ist bereits ausgebaut, inklusive Duschen und WCs. Es gibt einen zusätzlichen Balkon: Mitarbeiterzimmer seien nicht wegzudenken. Der Mangel ist gewaltig. »Personal zu finden, ist in diesen Zeiten schwierig«, sagt Hettegger.

Anders als früher setzen die Verantwortlichen am Hirschkaser künftig nicht mehr auf Selbstbedienung. »Eine Gastwirtschaft braucht Personal zum Bedienen«, sagt der Mittsechziger. In Hochzeiten sollen zwischen zehn und zwölf Mitarbeiter die Berggaststätte am Laufen halten und die Gäste versorgen.

Peter Hettegger ist überzeugt davon, dass Besucher einen »Wow-Effekt« erfahren müssen, wenn sie das nächste Mal am »Hirschkaser« Halt machen. Der Probebetrieb läuft inoffiziell parallel zu den derzeit stattfindenden Baggerarbeiten.

Zwischenzeitlich konnte die Sanierung abgeschlossen werden. Gestern Nachmittag meldete die Hochschwarzeckbahn, dass die Berggaststätte wieder geöffnet hat.

Kilian Pfeiffer

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