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Im Einsatz für heimische Produkte

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Neuer Verein "Ramsau Regional" von Katrin Stutz und Gisela Badura-Lotter gegründet
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Katrin Stutz und Gisela Badura-Lotter wollen eine Plattform für heimische Produzenten anbieten. (Foto: Lena Klein)

Ramsau – Regionale Produkte werden immer beliebter. Aber nicht nur die Nachfrage der Konsumenten steigt, es gibt auch viele Menschen, die ihre selbstgemachten Produkte vertreiben wollen. Der im November neu gegründete Verein »Ramsau Regional« will in diesem Bereich unterstützend tätig werden.


»Viele Menschen stellen eigene Produkte her, wissen dann aber nicht, wie sie sie verkaufen können«, sagt Gisela Badura-Lotter, die 2. Vorsitzende des Vereins. »Ramsau Regional« will die Produkte zunächst auf einem Stand des Wochenmarktes verkaufen. Wer Waren anbieten will, kann sie vier Wochen vorher anmelden und vor dem Wochenmarkt bei den Vereinsmitgliedern abgeben. Sie kümmern sich dann um den Verkauf am Stand. Eine weitere Möglichkeit bietet die Auslage in Geschäften, zwei Zusagen habe der Verein bereits.

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»Wir wollen keinen Gewinn erzielen«, sagt Gisela Badura-Lotter. Die Preise sind ausschließlich Angelegenheit der Anbieter, der Verein berät aber, falls dies gewünscht wird. Zwölf Mitglieder haben sich Gisela Badura-Lotter und Katrin Stutz (1. Vorsitzende) bereits angeschlossen. Sie produzieren Eigenes, in solchen Mengen, dass auch für andere etwas übrig bleibt. Die Händler bieten bereits jetzt ein breites Sortiment: Von hausgemachten Wurstprodukten, Käse, Sirup und Ringelblumensalbe bis hin zu Lamm- und Kaninchenfellen. Bewusst wolle man sich nicht auf Lebensmittel beschränken.

»Man merkt, dass das Interesse an heimischen Produkten steigt«, sagt Katrin Stutz. Die Idee, den Verein zu gründen, entstand aus dem Modellprojekt »Bergsteigerdorf« heraus. »Das Bundesministerium hat verschiedene Projekt gefördert«, so Gisela Badura-Lotter. Neben der Mobilität war auch regionale Produktentwicklung ein Aspekt. »Wir haben daraufhin einen Arbeitskreis gegründet, im November entstand der Verein.«

An der Vermarktung eigener Produkte scheitern Produzenten oftmals, da sie nicht ausreichend über die rechtlichen Anforderungen informiert sind. Schon die Frage, was auf dem Etikett einer selbst gemachten Marmelade stehen muss, um sie verkaufen zu können, kann von vielen nicht beantwortet werden. Der Verein will solche Hürden beseitigen.

Katrin Stutz und Gisela Badura-Lotter haben sich über Rechte und Pflichten informiert. »Gewerbeamt, Versicherung und Gesundheitsbehörde, wir haben uns umfangreich beraten lassen und Kurse besucht«, so Katrin Stutz. Nun wollen sie dieses Wissen weitergeben. Dabei weisen die beiden auch darauf hin, dass Produkte, die verkauft werden sollen, nur in Küchen hergestellt werden dürfen, die dafür abgenommen worden sind. »Das ist bei Pensionen oder Gasthäusern kein Problem, bei Privatküchen allerdings schon«, sagt Katrin Stutz. Eine Lösung dafür hat der Verein aber bereits in petto: Die Pfarrküche im Pfarrhaus entspricht den Anforderungen und kann zur Herstellung der Produkte genutzt werden. Auch der Pfarrgarten soll durch die Vereinsmitglieder bewirtschaftet werden. »15 Jahre lang liegt er nun brach«, sagt Stutz. »Wir wollen das ändern.«

Bis vor wenigen Tagen hat der Verein an der Entwicklung eines Namens gearbeitet, denn obwohl der Verein »Ramsau Regional« heißt, kann sich jeder anschließen. Unter der Marke »heimisch und fair« sollen Bürger schon in Kürze anbieten können, was sie hergestellt haben. »Ein Vorteil ist, dass wir weder eine gewisse Menge, noch feste Lieferzeiten verlangen«, sagt Gisela Badura-Lotter.

Bei der Vermarktung soll aber noch lange nicht Schluss sein: Man könne Vorträge anbieten, eine mobile Käserei beauftragen oder gar ein eigenes Geschäft eröffnen. »Aber das ist ein weiter Weg«, sagt Katrin Stutz.

Zunächst sollen die Bürger informiert werden. In Planung ist sowohl eine Webseite als auch ein Auftritt in sozialen Netzwerken. Zusätzlich findet am Freitag, 6. März, um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung im Pfarrhaus Ramsau statt.

Lena Klein

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