Junge Männer geraten im Aufstieg zum Watzmannhaus in Bergnot – Drei Verletzte am Toten Mann

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Am vergangenen Dienstag, 4. Januar, musste die Bergwacht Ramsau gegen 18.30 Uhr zur Falzalm am Watzmann ausrücken und zwei durchnässte, frierende und erschöpfte junge Männer retten. Foto: Bergwacht Ramsau

Ramsau – Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau waren am vergangenen Freitag, 7. Januar, am Toten Mann im südlichen Lattengebirge im Einsatz, wo sich gegen 14.40 Uhr auf der alten Rodelbahn am Hirschkaser ein 53-jähriger Tennengauer schmerzhaft am Fuß verletzt hatte. Bereits am Dienstagabend, 4. Januar, mussten die Bergretter zwei erschöpfte junge Wanderer von der Falzalm am Watzmann holen, die mit den winterlichen Verhältnissen im Aufstieg zum Watzmannhaus überfordert waren.


Rodelunfall am Toten Mann

Als am Freitagnachmittag der Notruf vom Toten Mann einging, schickte die Leistelle Traunstein neben der Bergwacht Ramsau auch den Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ los. Die Heli-Besatzung fand die Einsatzstelle im oberen Abschnitt an der Abzweigung zur Bezoldhütte und landete an der Talstation, um wegen des unwegsamen Geländes ohne Landeplatz einen Rettungstau-Einsatz vorzubereiten. Zeitgleich fuhr die Bergwacht Ramsau mit dem Pinzgauer an; ein weiterer Bergretter, der privat am Hirschkaser war, leistete Erste Hilfe und konnte unerwartet mit dem Patienten bis zum Hirschkaser hochgehen, da er sich nicht wie ursprünglich vermutet den Oberschenkel gebrochen, sondern das Sprunggelenk verletzt hatte. Die Bergwacht versorgte den Mann und fuhr ihn mit dem Pinzgauer zum Heli hinab, wo ihn der Notarzt weiter untersuchte. Der Mann wollte dann weder mit dem Heli noch im Rettungswagen transportiert werden und ließ sich privat zum Krankenhaus fahren. Sieben Bergretter waren bis 16 Uhr im Einsatz.

Junge Urlauber geraten im winterlichen Aufstieg zum Watzmannhaus in Bergnot

Am vergangenen Dienstag, 4. Januar, musste die Bergwacht Ramsau gegen 18.30 Uhr zur Falzalm am Watzmann ausrücken und zwei durchnässte, frierende und erschöpfte junge Männer retten. Die beiden 24-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen saßen direkt an der Hütte, wollten den Rettern noch entgegengehen, was der Einsatzleiter aber ablehnte, da sie nichts ortskundig waren und in der Dunkelheit die Gefahr bestand, dass sie sich verlaufen oder sogar abstürzen. Ein Voraustrupp mit trockener Kleidung und Wärme-Material fuhr per All-Terrain-Vehicle (ATV) bis zur Wetterstation am Mitterkaser, ging zu Fuß weiter und traf bereits gegen 19.10 Uhr am Einsatzort ein; vier weitere Bergretter folgten mit dem Pinzgauer zur Mitterkaseralm und stiegen ebenfalls auf, wobei sie die Unverletzten mit trockenen Socken, Handschuhen, Wärmewesten und warmen Tee versorgten und dann bis zum per Standheizung bereits vorgewärmten Auto führen konnten. Obwohl einer der beiden Männer Probleme mit seinen Füßen hatte, konnte er noch selbst gehen, so dass niemand mit der Trage transportiert werden musste und die Gruppe zügig vorankam. Der Pinzgauer kam dann um kurz nach 20 Uhr mit den Geretteten im Tal an der Bergrettungswache an. Die Bergwacht organisierte eine Unterkunft in einer örtlichen Pension und brachte das Duo dorthin. Insgesamt waren neun Retter bis 21 Uhr gefordert.

Die 24-Jährigen wollten eigentlich vom Königssee über Kühroint zum Watzmannhaus aufsteigen und dort im Winterraum übernachten, hatten dabei aber oberhalb der Falzalm im Schnee den Sommerweg verloren, dann nach einer Alternative gesucht, vermutlich den Winteraufstieg gefunden und schließlich durchnässt und erschöpft im Steilgelände aufgegeben. Bei der Wegsuche zum Watzmannhaus verlor einer der Wanderer auch noch seinen Rucksack, der an einer nicht mehr nachvollziehbaren Stelle recht weit abstürzte. Das Problem: Im Rucksack war unter anderem der Schlüssel des Mietwagens, mit dem die Urlauber angereist waren. Die Bergwacht riet von einer Suche wegen des angekündigten schlechten Wetters mit durchgehendem Niederschlag, sinkender Schneefall-Grenze und steigender Lawinengefahr dringend ab. Trotzdem meldete sich am nächsten Morgen gegen 6.45 Uhr der Vermieter, da sich das Duo bereits ein Taxi gerufen hatte und nach dem Rucksack suchen wollte. Da bei Sonnenaufgang die Schneefallgrenze bereits auf 1.000 Meter gesunken war, war der rund 700 Meter höher abseits liegende Rucksack zu diesem Zeitpunkt vermutlich bereits von Schnee bedeckt und nicht mehr auffindbar. Der Vermieter rief das Duo deshalb am Handy an, erklärte noch einmal eindringlich die riskante und aussichtslose Lage und holte beide schließlich mit dem Auto ab.

Weitere Notfälle am Toten Mann

Bereits am Montag vor zwei Wochen, 27. Dezember, waren die Bergwacht Ramsau und der Landrettungsdienst des Berchtesgadener Roten Kreuzes im unteren Abschnitt der Hirscheckblitz-Rodelbahn gefordert, wo sich gegen 15.45 Uhr eine 56-jährige Urlauberin aus Polen schwer am Bein und Fuß verletzt hatte. Die Einsatzkräfte versorgten die Frau notärztlich und brachten sie dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall. Am 12. Dezember hatte sich gegen 17.30 Uhr eine 35-jährige Einheimische am Wanderweg in Richtung Hirschkaser am Bein verletzt. Die Bergwacht Ramsau versorgte die Frau und übergab sie an eine Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes, die sie dann zur Kreisklinik Bad Reichenhall brachte.

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