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Paul Assem mit der Steirischen Ziach.

Konzert der Musikschule Berchtesgaden: »Bei uns in Ramsau stirbt die Musik nicht aus«

Ramsau – Schüler der Musikschule Berchtesgaden traten kürzlich vor dem Konzert der Musikkapelle Ramsau im Bergkurgarten auf.


Vorsitzender der Musikkapelle Ramsau Günter Hogger, Dirigent Michael Gschoßmann und Bürgermeister Herbert Gschoßmann wissen, wie wichtig es ist, den Nachwuchs zu fördern, damit die Musikkapelle Ramsau, die ein wesentlicher Bestandteil der Tradition und Kultur in der Ortsgemeinde ist, bestehen bleibt. Die Musikkapelle Ramsau arbeitet hervorragend mit der Musikschule Berchtesgaden zusammen. »Von dort bekommen wir unseren Nachwuchs«, erklärte Günter Hogger an dem Konzertabend. Nachdem die Schüler der Musikschule das Leistungsabzeichen absolviert und Interesse haben, können die Jugendlichen bei den Proben der Musikkapelle Ramsau teilnehmen. In Ramsau gibt es nämlich auch eine separate Jugendblaskapelle für junge Musiker im Alter von 8 bis 16 Jahren.

Bürgermeister Herbert Gschoßmann sagte an jenem Abend, er freue sich, dass die Jungen vor dem Standkonzert der Musikkapelle ihr Können zeigen.

Es war ein lauer Sommerabend. Das Gasthaus »Waldquelle« bewirtete die Besucher, die das Konzert bei freiem Eintritt genießen durften.

»Können auf der Bühne zeigen«

Schulleiter und Schlagzeuglehrer der Musikschule Berchtesgaden David Grubinger kommentierte das Konzert der Musikschule und kündigte im Anschluss die Musikkapelle Ramsau als »Aftershow-Party-Akt« an.

Es sei sehr wichtig, dass die Schüler auch auf einer Bühne ihr Können zeigen dürften und nicht nur zu Hause im Kämmerlein, wo sie niemand hört, brav übten. »In allen fünf Gemeinden wird ein Talkesselkonzert gespielt«, sagte er. Den Anfang am Donnerstagabend machte Peter Schlag, der die Steirische Ziehharmonika spielt. Er spielte das Stück »Wasserschmecker« und den Walzer »Da Eva ihrer«.

Es folgte Paul Assem, der ebenfalls zwei Stücke auf der Ziehharmonika spielte, eines von Herbert Pixner mit dem Titel »Nur für dich allein« und eines von Christian Scheurl »Barfuß durch die Welt«.

Die Geschwister Sophie und Magdalena Wegscheider spielten gemeinsam ein »Kircha Menuett«, Sophie auf der Oboe und Magdalena auf der Klarinette. Magdalena spielte noch das Stück »Uncle Jerry« von Paul Harvey. Patrizia Irlinger und Anna Hallinger spielten ebenfalls zusammen. Sie spielten auf ihren Blockflöten die Lieder »Der arme Esel« und »M,M«.

Die Kleinen in Dirndlgewändern und Lederhosen waren beliebte Fotomotive für die Urlauber.

Leander Prechtl spielte Marimbaphon. Das ist ein Instrument, das nicht alle kennen. Er spielte »Two Outlaws« von Komponist F. Müller Busch.

Auch Jakob Stöckl und Maxl Rink spielten Stücke auf diesem Instrument. Zu hören waren »Lucky in Love« und »Dance of the Snowflakes«. Zum Abschluss des Konzertes ertönte noch eine Einlage des Komponisten F. Bach, aufgeführt von Jakob Stöckl, Maxl Rink, Ferdl Rink und Hannah Lagler.

Die Kinder und Jugendlichen bekamen viel Applaus und Herbert Gschoßmann gratulierte den Schülern und Lehrern für die tollen Leistungen an dem Konzertabend.

»Kapelle istbunt gemischt«

Der anschließende Auftritt der Musikkapelle Ramsau dauerte nur 40 Minuten. Wegen des Wetters musste er abgebrochen werden.

Michael Gschoßmann sagte, dass es die Musikkapelle Ramsau seit 1909 gebe und der Nachwuchs jetzt aus der Musikschule komme. »Die Kapelle ist bunt gemischt. Jung und alt – alles beieinander.« Das Freizeitangebot sei heutzutage groß, sagte der Kapellmeister, »doch beim Fußballspielen ist mit 30 Jahren Schluss und Musikspielen kann man mit 70 Jahren auch noch«.

Zum Auftakt des Standkonzertes spielte die Musikkapelle Ramsau den Tölzer Schützenmarsch. Leiterin der Touristinformation Ramsau Martha Graßl, die selbst bei der Kapelle mitspielt, sagte, die Ramsauer seien stolz, dass es solch tolle Nachwuchstalente gebe. Sie freue sich, wenn sie in die Musikkapelle Ramsau integriert würden. »Bei uns in Ramsau stirbt die Musik nicht aus«, ist sie sich sicher.

Bernhard Stanggassinger

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