Lehrling verändert Fahrtkostenerstattung

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»Das ist ziemlich hart«, sagte der Ramsauer zum Strafmaß. (Archivfoto: Hannes Höfer)

Ramsau/Laufen – Der 22-jährige Lehrling nutzt seinen privaten Pkw für den Weg zur Berufsschule. Dafür bekommt er eine Fahrtkostenerstattung. Mit Stempel und Unterschrift bestätigt die Schule die Anzahl der Fahrten. Doch der Ramsauer machte aus den 38 Fahrten auf der Bestätigung 58, und damit den Erstattungsbetrag um 178 Euro höher. Wegen Urkundenfälschung sollte der Ramsauer 1 800 Euro zahlen. Sein Einspruch gegen einen entsprechenden Strafbefehl blieb am Laufener Amtsgericht ohne Erfolg.


Der 22-Jährige räumte ein, bei der Bestätigung der Schule auf zwei Positionen eine Eins davor gesetzt zu haben. Vermeintlich zu Recht, da er nicht nur zur Schule, sondern auch zu einem Berufsbildungszentrum fahre. Warum er sich dann nicht noch mal an die Schule gewendet habe, wollte Richter Christian Daubner wissen. »Der Zettel kam am letzten Schultag«, begründete der Lehrling, der einräumte: »Ich weiß, dass ich was falsch gemacht habe, aber ich möchte gerne hier von Mensch zu Mensch reden.« »Ich bin Strafrichter«, erwiderte Daubner, »und es handelt sich eindeutig um eine Urkundenfälschung«. Eine Anklage wegen Betrugs war von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. »Ich weiß nicht, wie ich das bezahlen soll«, blieb der Ramsauer hartnäckig, »das ist existenzgefährdend. Ich will nicht auf der Straße landen«. Erstens hätte er sich diese Gedanken vorher machen sollen, meinte der Richter, zweitens müsse eine Strafe wehtun.

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Zugunsten des Angeklagten mochte Staatsanwältin Sabine Kirchleitner werten, dass er nicht vorbestraft ist. An den 90 Tagessätzen à 20 Euro aus dem Strafbefehl wollte sie nichts ändern. »Das ist ziemlich hart«, sagte der Ramsauer dazu. Weil »milde gestimmt«, reduzierte Daubner die Tagessatzanzahl auf 75. Entsprechend dem aktuellen Einkommen des Lehrlings erhöhte er jedoch den Tagessatz auf 24 Euro, was in Summe exakt wieder die 1800 Euro ergibt. »Richtig wäre es gewesen, sich noch mal an die Schule zu wenden«, so Daubner abschließend.

Der Lehrling kann die Strafe in monatlichen Raten von 50 Euro abstottern. höf

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