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In dem von den roten Strichen markierten Bereich wünscht sich die Gemeinde eine Tempo 30-Beschränkung; links ist die Neuhausenbrücke. Die grüne Markierung zeigt, wo der Fußgängerüberweg entstehen soll. (Repro: Thomas Jander)

Mehr Sicherheit für die Jüngsten gefordert: Gemeinderat will Verkehrsberuhigung bei Kindergarten und Schule

Ramsau – Ein Hilferuf von Eltern in Sachen Verkehr erreichte den Ramsauer Gemeinderat. Große Sorgen bereitet die Verkehrssituation rund um die Neuhausenbrücke an der Staatsstraße 2099, die innerorts »Im Tal« heißt. Gerade zu den Hol- und Bringzeiten des jenseits der Ache gelegenen Kindergartens und der Schule kommt es dort immer wieder zu gefährlichen Situationen, die Eltern wünschen sich dringend Maßnahmen, um dort für mehr Sicherheit zu sorgen. 


In der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend berichtete Bürgermeister Herbert Gschoßmann, dass es im Oktober bereits zwei Treffen zu der Thematik gab mit dem ganzen Kindergartenteam und dem neu gewählten Elternbeirat. Dabei ging es um mehrere Themen, aber besonders auch um die Verkehrssituation.

»Problematisch« wird es dort immer wieder, berichtete der Rathaus-Chef und informierte den Gemeinderat über die Kernanliegen der besorgten Eltern: Zum einen soll dort auf Tempo 30 beschränkt werden, zum anderen ein Zebrastreifen geschaffen werden. Ein rund 100 Meter langes Stück der Straße wäre betroffen, informierte Gschoßmann. Allerdings ist hier nicht die Gemeinde zuständig, sondern das Landratsamt, da es sich - auch innerorts - um die Staatsstraße 2099 handelt, die in den Zuständigkeitsbereich der unteren Verkehrsbehörde fällt.

Der Bürgermeister sprach sich für die Wünsche der Eltern aus und hoffte auf entsprechende Unterstützung aus dem Gemeinderat, um dann entsprechend im Landratsamt vorstellig werden zu können: »Das hängt maßgeblich vom Landratsamt ab, soll aber auf jeden Fall nicht an der Gemeinde scheitern.« Auch er sieht Handlungsbedarf: »Viele Kinder haben ein Problem an der Stelle. Vier Straßen kommen da zusammen, das ist manchmal überfordernd. Und es gibt auch immer wieder unvernünftige Verkehrsteilnehmer«, merkte Gschoßmann an. Auch deswegen wünschen sich die Eltern mehr Präsenz der Berchtesgadener Polizei zu den relevanten Zeiten.

Vom Elternbeirat wurde ein eigenes Schreiben an den Gemeinderat verfasst, um auf die derzeitige Lage hinzuweisen. Da heißt es unter anderem, dass der »Dreh- und Angelpunkt Neuhausenbrücke derzeit noch große Gefahren birgt, die es zu entschärfen gilt«. Denn die Eltern wünschen sich, dass dieser auch für Touristen wichtige Bereich deutlicher als Teil des Schulwegs zu kennzeichnen und sicherer zu machen.

Vor allem der Zebrastreifen wird als »dringend notwendig« beschrieben, denn »wir können nicht darauf warten, dass hier ein Unglück passiert«. Der Elternbeirat betont außerdem in seinem Schreiben: »Wie man sich denken kann, wird an dieser Stelle, wo es gerade Im Tal entlang geht, nicht unbedingt immer vorbildlich gefahren und gerade morgens haben es einige eilig. So wird nicht nur zu schnell gefahren, sondern es kommt auch regelmäßig vor, dass so schnell kein Auto anhält, obwohl Kinder an der Straße warten und auch die Schulweghelferin in ihrer Warnweste bereit steht. Wer zwischen 7.30 und 8 Uhr schon einmal das Treiben dort beobachtet hat, der weiß, wie es dort wuselt und wie die Autos vorbeirasen.«

Aus dem Gemeinderat kam viel Zuspruch für das Anliegen des Elternbeirats. »Richtige Lösung, absolut wünschenswert«, befand etwa Josef Graßl (CSU). Dem schloss sich Parteikollege Richard Graßl jun. an, der außerdem anregte, eine zeitliche Beschränkung für die Tempo 30-Anordnung während Schul- und Kindergartenbetrieb in den Beschlussvorschlag aufzunehmen, um so womöglich eine Entscheidung positiv zu beeinflussen: »Das Landratsamt hat das bisher ja kritisch gesehen.« Das traf auf Zustimmung beim Bürgermeister, der damit den Zusammenhang mit der Schule deutlicher dargestellt sah.

Eine gewisse Verantwortung der Eltern brachte Rudi Fendt (FWG) in die Diskussion ein, der pensionierte Schulleiter sprach dabei auch aus eigener langjähriger Erfahrung: »Ich bin auf jeden Fall für nötige Verbesserungen. Aber das gefährlichste bei Schule und Kindergarten sind die Eltern, die unbelehrbar sind und bis vor die Türe fahren. Eigentlich sollten die Eltern am Parkplatz stehen bleiben und die Kinder zu Fuß bringen. Da habe ich selber schon gekämpft damit, die jetzige Schulleitung kämpft auch damit und ich seh das immer wieder als Opa.« Fendt ärgerte sich auch über zu schnelles Fahren: »Wir haben dort extra eine Spielstraße gemacht. Aber da fährt kaum einer Schrittgeschwindigkeit, außer sie sehen mich da mal.«

Nachdem es keine weiteren Wortmeldungen gab, trug der Bürgermeister den um die zeitliche Einschränkung ergänzten Beschlussvorschlag vor: Bei der zuständigen Verkehrsbehörde am Landratsamt wird beantragt, eine 30 km/h-Beschränkung im Bereich Neuhausenbrücke bis zur Einfahrt Tankstelle Buchwinkler/Zufahrt Am Forstamt zu erlassen und einen Zebrastreifen beim Übergang vor dem Vereinsheim herzustellen.

Darüber hinaus wird die Polizeidienststelle Berchtesgaden gebeten, an Schultagen zu Schulbeginn und -ende vermehrt in geeigneter Form Präsenz im Bereich des Neuhausenparkplatzes zu zeigen. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus.

Thomas Jander

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