weather-image
31°

Münchner (44) kugelt sich im Steinernen Meer die Schulter aus – Bergwachten und Helis im Einsatz

5.0
5.0
Ramsau: Bergsteiger kugelt sich im Steinernen Meer Schulter aus – Bergwachten und Heli im Einsatz
Bildtext einblenden
Foto: Bergwacht Ramsau

Ramsau – Siebeneinhalb Stunden dauerte die aufwendige Rettungsaktion für einen verletzten Bergsteiger, der sich im Steinernen Meer die Schulter ausgekugelt hatte. 15 Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und der Österreichischen Bergrettung sowie zwei Hubschrauber waren am Sonntagnachmittag gefordert.


Der 44-jährige Münchner war rund eine Stunde vom Ingolstädter Haus entfernt im Abstieg Richtung Wimbachgries gestürzt und hatte sich sehr schmerzhaft die Schulter ausgekugelt. Da kein Handynetz verfügbar war, stieg einer der sechsköpfigen Gruppe wieder zum Haus auf und ließ von dort aus gegen 10.45 Uhr einen Notruf absetzen, während die anderen Kameraden Erste Hilfe leisteten. 

Anzeige

Da sowohl der Rettungshubschrauber aus Traunstein als auch der Notarzthubschrauber aus Zell am See den Einsatzort am Sonntagnachmittag wegen Wind, Wolken und Starkregen nicht direkt anfliegen konnten, brachte das Team aus deutschen und österreichischen Rettern den verletzten 44-Jährigen zu Fuß ins Tal. 

Der Pilot von »Christoph 14« aus Traunstein schaffte es trotz der sehr widrigen Verhältnisse zunächst einen Ramsauer Bergretter am Trischübel und in einem weiteren Anflug den Ramsauer Bergwacht-Notarzt und einen weiteren Bergretter schwebend im Latschengelände in der Hundstodgrube abzusetzen, die dann weiter zu Fuß zum Patienten aufstiegen. Dieser war bereits aus eigener Kraft mit Unterstützung der Ersthelfer zum Ingolstädter Haus unterwegs und vom zuerst abgesetzten Ramsauer Bergretter eingeholt worden.

Ein zufällig am Ingolstädter Haus anwesender Bergretter aus dem Pinzgau war ebenfalls sofort zum Patienten abgestiegen und half mit, ihn zum Haus zu bringen. Die gesamte Gruppe aus Rettern und Ersthelfern versorgte den Mann dann im Ingolstädter Haus notärztlich und renkte die Schulter wieder ein, während im Freien bei Wind und Starkregen ein regelrechtes Weltuntergangswetter herrschte.

Die Bergwacht Berchtesgaden tankte »Christoph 14« aus Traunstein mit ihrem Kerosinanhänger in der Ramsau wieder auf – die Crew hatte aber weiterhin keine Chance, die Einsatzstelle von Norden aus anzufliegen. Der Pilot des »Alpin Heli 6«-Hubschraubers aus Zell am See versuchte ebenfalls einen Anflug von Südwesten, musste dann aber wegen des schlechten Wetters abbrechen.

Da der Patient nach der Versorgung stabil genug war und noch selbst gehen konnte, begannen die Einsatzkräfte mit dem wesentlich kürzeren Abstieg in Richtung des Dießbachstausees und der Kallbrunnalm im Gemeindegebiet von Weißbach bei Lofer. Der Pinzgauer Bergretter hatte am Beginn der Materialseilbahn ein Fahrzeug stehen und brachte die drei Ramsauer Bergretter und den 44-Jährigen talwärts, wo die Kameraden der Bergwacht Ramsau den Patienten mit dem Rettungsfahrzeug übernahmen und über den Hirschbichl zurück nach Bayern fuhren. Eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes lieferte den Münchner dann zur weiteren Behandlung in die Kreisklinik Bad Reichenhall ein.

Da zunächst unklar war, ob der Patient selbst noch mobil ist, waren weitere Ramsauer Bergretter zu Beginn des Einsatzes ins hintere Wimbachgries gefahren, um von dort aus zu Fuß mit zusätzlicher Ausrüstung zum Patienten loszugehen. Sie stiegen dann mit Begleitern des 44-Jährigen ab und brachten sie sicher ins Tal.

Insgesamt waren an der grenzüberschreitenden Aktion 15 Bergretter aus Bayern und dem Pinzgau, die beiden Heli-Besatzungen bei sehr anspruchsvollen Flugbedingungen und die Rettungswagen-Besatzung aus Berchtesgaden beteiligt. Bereitschaftsleiter Rudi Fendt lobte die »schöne und unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Pinzgauer Kameraden!« red/BRK BGL

Mehr aus Ramsau