Salzburger stirbt bei großem Lawinenabgang am Steintalhörndl
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Foto: Bergwacht Ramsau

Salzburger stirbt bei großem Lawinenabgang am Steintalhörndl

Ramsau – Bei einem Lawinenabgang am Steintalhörndl in den Berchtesgadener Alpen ist am Samstagmittag, 5. Februar, ein 61-jähriger Salzburger ums Leben gekommen.


Die beiden Skitourengeher waren über das Sittersbachtal aufs 2468 Meter hohe Steintalhörndl unterwegs, als sich gegen 12.25 Uhr im sehr steilen Südwesthang rund 150 Meter unterhalb des Gipfels ein gewaltiges, geschätzt 400 Meter breites Schneebrett löste und sie mitriss. Die Lawine ging mit einer Lauflänge von rund 870 Metern über einen Höhenunterschied von 320 Metern ab. Der Druck der Schneemassen schob den Kegel über den Gegenhang wieder ein Stück nach oben und war so heftig, dass ein Stück des Lawinen-Airbags des 61-jährigen Skibergsteigers vom Rucksack abgerissen wurde.

Ein einheimischer Skibergsteiger war zum Unfallzeitpunkt gerade am Gipfel des Steintalhörndls Er fuhr über den Lawinenkegel ab, fand auf etwa halber Höhe in rund 2070 Metern den verletzten, aber ansprechbaren und im sehr schweren und harten Schnee nur an den Beinen verschütteten 41-Jährigen und suchte dann weiter mit seinem LVS den komplett verschütteten 61-Jährigen, wobei er ihn rund 25 bis 30 Meter über dem Talgrund am Gegenhang orten, in rund einem Meter Tiefe ansondieren und teilweise ausgraben konnte, noch bevor weitere Retter eintrafen.

Die Leitstelle Traunstein schickte nach dem Notruf sofort die Bergwacht Ramsau, die Lawinenhundestaffel Chiemgau und den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ los. Die Besatzung nahm im Anflug von Traunstein aus in Weißbach an der Alpenstraße einen Bergwacht-Lawinenhundeführer mit Suchhund auf und flog mit ihm weiter in die Ramsau. Für den zweiten Patienten war aus dem Pinzgauer Glemmtal auch der Notarzthubschrauber „Martin 6“ unterwegs. Als „Christoph 14“ mit dem Hundeführer auf der Lawine landete, hatte der Ersthelfer den Kopf des Verschütteten bereits ausgegraben. Bis 12.50 Uhr schafften es die Retter, den 61-Jährigen komplett freizulegen, wobei ihre weiteren Wiederbelebungsversuche den Mann aber nicht mehr ins Leben zurückbringen konnten.

Die Besatzung des Glemmtaler Notarzthubschraubers „Martin 6“ flog gegen 13.15 Uhr den nach erster Einschätzung mittelschwer verletzten 41-Jährigen ins Tal, versorgte ihn notärztlich und transportierte ihn dann weiter zum Salzburger Landeskrankenhaus. Die beiden Helis brachten im Pendel-Verkehr Einsatzkräfte und Ausrüstung auf die Lawine und wegen des Risikos von Nachlawinen so weit wie möglich auch zeitnah wieder ins Tal.

Die Bergwacht Ramsau, ein Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) und die gegen 14 Uhr eintreffende Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 4“ bargen den Verstorbenen und flogen ihn dann ins Tal. Der bayerische Lawinenlagebericht gab zum Unfallzeitpunkt eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3 von 5) für das Gebiet an. Der AEG-Beamte der Polizeiinspektion Freilassing hat die Ermittlungen zum genauen Hergang aufgenommen.

Neben zwei AEG-Beamten und drei Heli-Besatzungen waren 34 Bergretter aus Ramsau (31), Bad Reichenhall (2) und Inzell (1) zum Teil bis 16 Uhr gefordert, darunter ein Team mit Suchhund der Lawinenhundestaffel Chiemgau, der Inzeller Bergwacht-Notarzt und zwei Berater des Kriseninterventionsdienstes (KID) der Bergwacht.

fb/red

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