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Spannung bei den Imkern: Martin Summek gewinnt Kampfabstimmung

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Ramsau: Spannung bei den Imkern – Martin Summek gewinnt Kampfabstimmung
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Neuwahlen beim Imkerverein Berchtesgaden (v.l.): Vorstand Martin Summek, die Geehrten Wolfgang Lochner und Hans Angerer, 2. Vorstand Robert Wenig, der Geehrte Florian Angerer und Kreisvorsitzender Stefan Ammon. (Foto: privat)

Ramsau – Dass für die Neuwahlen beim Imkerverein Berchtesgaden ein zweiter Wahlvorschlag eingereicht worden war, hatte bereits im Vorfeld der Jahreshauptversammlung im Gasthaus »Waldquelle« für Unruhe im Verein gesorgt. Letztlich setzte sich in der Kampfabstimmung aber doch der amtierende 1. Vorstand Martin Summek mit seinen Kandidaten durch.


Der Schriftführer Matthias Irlinger gab zunächst einen kurzen Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. Weil der Kassier Michael Hallinger verhindert war, präsentierte Kassenprüfer Hans Küster den Kassenbericht für das letzte Jahr. Hans Küster und Wasti Stanggassinger haben die Kasse geprüft und konnten eine einwandfreie Kassenführung bestätigen, weshalb sie der Versammlung die Entlastung des Kassiers vorschlugen. Die Versammlung erteilte die Entlastung einstimmig. Michael Hallinger hatte bereits im Vorfeld erklärt, bei den anstehenden Wahlen nicht mehr als Kassier zur Verfügung zu stehen. Martin Summek bedankte sich für die 13 Jahre, in denen Hallinger die Kasse vorbildlich geführt hatte.

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In seinem Bericht kam Vorstand Martin Summek auch auf die in diesem Jahr geplanten Kurse zu sprechen. So sollen heuer ein Honigkurs, ein Anfängerkurs, ein Auswinterungskurs und ein Einwinterungskurs abgehalten werden. Die Termine können auf der Homepage eingesehen werden.

Martin Summek bedankte sich bei Wolfgang Lochner, der in den vergangenen vier Jahren die Geburtstagsgratulationen für den Verein übernommen hatte. Lochner wird diese Aufgabe aus Altersgründen nicht weiterführen. Der Vorstand verwies noch einmal auf die Geräte, die der Verein vor allem für die Jungimker erworben hatte: Honigschleuder, Entdeckelungsgeschirr, Honeytherm und Dampfwachsschmelzer.

Bienen für die Sparkasse

Der Imkerverein Berchtesgaden wird für die Sparkasse Berchtesgadener Land drei Bienenvölker halten. Der Verein wird hierfür 3000 Euro erhalten, im Gegenzug erhält die Sparkasse zehn Jahre lang 45 Kilogramm Honig pro Jahr. Aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung werden die Vereinsmitglieder in der nächsten Zeit angeschrieben werden. Summek bat die Imker, diese Vordrucke zu unterschreiben und zurückzusenden, damit Informationen legal verteilt werden können. Im nächsten Jahr wird der Verein 100 Jahre alt. Hierzu liefen bereits Vorbereitungen für eine kleine Feier, sagte Summek.

Die Vorstandschaft hat die Empfehlung an die Versammlung gegeben, den derzeitigen Beitrag von 30 auf 40 Euro anzuheben. Hauptgrund für die Beitragsanhebung ist der erhöhte Beitrag an den Landesverband. Die Beitragserhöhung wurde mit zwei Gegenstimmen beschlossen.

Wie die Mitglieder erfuhren, kann die ehemalige Belegstellenleiterin Christa Eglauer ihr Amt nicht mehr weiter ausüben. Bereits im letzten Jahr hatte sie daher ihre Drohnenvölker abgeholt und auf der Belegstelle befinden sich somit gegenwärtig keine Bienen. Beim Belegstellenbetrieb vom 1. Juni bis 31. August waren acht Drohnenvölker vorhanden. Angeliefert wurden insgesamt 149 Königinnen von 13 Personen bei einem Begattungserfolg von 80 Prozent.

Die Vorstandschaft hat bereits in mehreren Sitzungen Pläne erarbeitet, wie das Ganze weiterlaufen soll. Das neue Team soll aus Hans Küster, Stefan Kastner, Mihaela Cin und Robert Wenig bestehen. Hierzu erfolgt auch die Teilnahme an einem Züchterkurs und Königinnen-Körkurs in Schwarzenau. Der Verein hat bereits die Zusage von Gerald Lindenthaler über fünf Drohnenvölker. Sämtliches Inventar der Belegstelle soll dem Verein gehören. Um die Kosten für die Neuanschaffungen leichter stemmen zu können, soll ein zinsfreier Kredit aufgenommen werden. Dafür gab die Versammlung mit sieben Gegenstimmen grünes Licht.

Ein zweiter Wahlvorschlag

Kreisverbandsvorsitzender Stefan Ammon leitete die Neuwahlen, die ziemlich spannend wurden. Zwar kandidierte ein Großteil der gesamten Vorstandschaft erneut, doch Rainer Stähler hatte bereits im Vorfeld der Versammlung einen neuen Wahlvorschlag eingereicht, der für Unruhe im Verein gesorgt hatte. Dieser sah wie folgt aus: 1. Vorstand Peter Mayrhofer, 2. Vorstand Sebastian Stanggassinger, Schriftführer: Karl Kriehuber, Kassier: Monika Eder, Kassenprüfer: Monika Sunkler und Johann Küster. Diese Kandidaten wollten sich allerdings nur zur Wahl stellen, falls Peter Mayrhofer neuer Vorstand wird.

Bei den anschließenden Wahlen setzte sich schließlich der bisherige 1. Vorstand mit Martin Summek mit 34 Stimmen gegen Peter Mayrhofer, der 27 Stimmen erhielt, durch. Die weitere Vorstandschaft blieb somit im Wesentlichen die alte (siehe unten).

Der alte und neue 1. Vorstand Martin Summek konnte schließlich die Ehrungen gemeinsam mit dem 2. Vorstand Robert Wenig und dem Kreisverbandsvorsitzenden Stefan Ammon vornehmen: Für 15 Jahre Vereinsmitgliedschaft wurden Florian Angerer und Hans Angerer geehrt. Ein Präsent in Form eines Ambrosius-Heiligenbilds (der heilige Ambrosius ist der Schutzpatron der Imker) übergab man Wolfgang Lochner, der in den letzten Jahren die Geburtstagsgratulationen übernommen hatte. Dem ehemaligen Kassier Michael Hallinger soll als Dank für seine Dienste für den Verein ebenfalls ein Ambrosius-Bild nachgereicht werden sowie an Christa Eglauer für ihren Verdienst an der Belegstelle Raggert.

Die Honig-Waldtracht

Beim Tagesordnungspunkt »Wünsche und Anträge« erklärte Wasti Stanggassinger seine Beweggründe, warum er für den Posten des 2. Vorstands kandidieren wollte, und lieferte sich anschließend ein heftiges Wortgefecht mit dem Kreisverbandsvorsitzenden Stefan Ammon über erlaubte und nicht erlaubte Mittel zur Bekämpfung der Varroa-Milbe. Monika Eder bat die Imker, vermehrt am Imker-Stammtisch von Peter Mayrhofer teilzunehmen.

Schließlich konnte Gerhard Hinterhauser einen informativen, fast wissen-schaftlichen Vortrag über die Honig-Waldtracht halten. Gerhard Hinterhauser ist Berufsimker und betreibt seine 400 Bienenvölker in biologischer Betriebsweise. Waldhonig ist Honig aus Honigtau, der von Schild- und Rindenläusen (sogenannten Lachniden) vor allem von Fichten und Tannen abgegeben und von den Bienen aufgesammelt wird. Er hat einen kräftigen, leicht herben Geschmack und ist von hell- bis dunkelbrauner Farbe.

Die Vorstandschaft

1. Vorstand: Martin Summek

2. Vorstand: Robert Wenig

Schriftführer: Matthias Irlinger

Kassier: Stefan Kastner

Kassenprüfer: Hans Küster und Thomas Zeitler

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