Wasserkraftwerk darf erweitert werden

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Für den Ausbau soll das bestehende Gebäude abgerissen werden und ein neues nach hinten versetzt gebaut werden. Dafür muss nun noch eine wasserrechtliche Überprüfung stattfinden. (Foto: Lena Klein)

Ramsau – Vor wenigen Wochen hatte der Betreiber des Wasserkraftwerks im Zauberwald schon einen Bauantrag gestellt. Damals hatte man eine Entscheidung darüber vertagt, denn die Räte und der Bürgermeister wollten sich zunächst ein Bild vor Ort machen, um diverse Fragen vorab klären zu können. Dieser Ortstermin hat nun stattgefunden, die Gemeinderäte zeigten sich in der darauffolgenden Sitzung am Dienstagabend zufrieden, denn ihre Fragen seien beantwortet worden.


Einstimmig erteilten sie das gemeindliche Einvernehmen. Erforderlich ist nun eine wasserrechtliche Überprüfung. Bürgermeister Herbert Gschoßmann machte zu Beginn klar, dass die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens nicht dazu führe, dass das Wasserrecht nicht überprüft werden müsse.

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Tatsächlich plant der Bauwerber das bestehende Gebäude am Wanderweg zu entfernen und stattdessen ein neues Gebäude zu errichten. Dieses soll weiter nach hinten, also vom Wanderweg weggerückt werden. Das Kraftwerk soll den aktuellen Standards angepasst und so auch effektiver werden. »Der Neubau ist sinnvoll, denn so kann die Wasserkraft optimal genutzt werden. Nach den Berechnungen bleibt auch mehr Restwasser. Für mich handelt es sich dabei auch nicht um den Zauberwald im eigentlichen Sinne, deshalb würde ich es schlimm finden, wenn man damit gegen das Projekt argumentieren würde«, sagte Richard Graßl (CSU). Auch Hannes Grill (FWG) steht dem Projekt positiv gegenüber. »Es handelt sich hier nicht um einen Neubau, sondern ein bestehendes Kraftwerk wird ausgebaut.« »Wenn die prognostizierten Zahlen zustande kommen, sind wir klimaneutral«, sagte Dr. Mathias Irlinger (FWG). »Ich finde, das ist ein sehr, sehr gutes Projekt. Wir sollten schauen, ob nicht auch andere Kraftwerke in der Ramsau optimiert werden können.« Auch Sepp Maltan (FWG) steht hinter dem Ausbau: »Der Bund will klimaneutral werden und das ist eine Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten.« Nur das Landschaftsbild dürfe durch den Bau nicht tangiert werden. Bedenken hatte zunächst auch Dr. Stephanie Meeß (FWG) geäußert. »Der Ortstermin war gut und wichtig, denn nun weiß ich, dass durch das nach hinten versetzen und drehen des Gebäudes das Ortsbild nicht beeinträchtigt wird. Ich habe auch erkannt, welches Potenzial in dem Projekt steckt. Dieses sollten wir ausschöpfen.«

Zum Schluss regte Dr. Irlinger noch an, die Baumaßnahme, die in etwa zwei bis drei Monate dauern soll, mit einer Schautafel den Spaziergängern zu erklären. Zudem ergeht an das Landratsamt mit dem Antrag auch der Hinweis, dass bei einer eventuellen Beeinträchtigung von Interessen, wie etwa von Weideberechtigten, deren Zustimmung eingeholt werden muss.

Lena Klein

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