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Zwei Mammutpunkte im Ramsauer Gemeinderat – Mischgebiet ohne Vergnügungsstätte

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Ramsau: Zwei Mammutpunkte im Gemeinderat – Mischgebiet ohne Vergnügungsstätte
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Im Bereich des ehemaligen Parkplatzes beim Gasthaus »Unterwirt« soll ein Mischgebiet entstehen. (Foto: Christian Wechslinger)

Ramsau – Die Gemeinderäte aus dem Bergsteigerdorf haben in der Sitzung am Montagabend einstimmig für die 20. Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans »Altes Forsthaus« gestimmt. Beide Verfahren laufen parallel.


Zwei Mammutpunkte standen am Montag auf der Tagesordnung. Die Gemeinderäte – zum letzten Mal in dieser Besetzung – horchten Geschäftsleiter Martin Willeitner zu, der die Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange vorlas. Zunächst ging es um die Änderung des Flächennutzungsplans. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des »Alten Forsthauses« soll ein weiteres Mischgebiet entstehen.

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»Es handelt sich im Prinzip um den Bereich des ehemaligen Parkplatzes vom Unterwirt«, erklärte Martin Willeitner. Das Gebiet soll das des »Alten Forsthauses« ergänzen. »Wir haben 47 Behörden und Träger öffentlicher Belange angeschrieben, 27 haben sich nicht geäußert.« Neun Behörden äußerten keine Einwände.

Das Landratsamt ging allerdings auf einige Aspekte näher ein. So müsse beispielsweise eine Lösung für den Straßenverkehrslärm gefunden werden. Die Problematik könne man im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens klären. Auch etwaige Altlasten müssen dem Wasserwirtschaftsamt bei Auftreten umgehend gemeldet werden. Das Landratsamt stellte auch in Frage, ob der Bereich nicht jetzt schon als Innenbereich anzusehen sei. »Wir sehen das nicht so. Auf dieser Seite steht nur ein Haus, das als Enklave anzusehen ist.«

Die Änderung des Flächennutzungsplans soll aufarbeiten, was vor Jahren versäumt wurde. Kritik übte das Landratsamt auch an der Gebietsart. Man befürchtet, dass das Gebiet zwar als Mischgebiet ausgewiesen wird, in Zukunft allerdings als Wohngebiet genutzt werde. »Davon ist nicht auszugehen. Die Durchmischung mit Steuerkanzlei, einer Übernachtungsmöglichkeit, einer Spenglerei und einem Verkaufsgeschäft ist gegeben«, so Willeitner.

Besprochen wurden in der Sitzung auch die eingegangenen Stellungnahmen zur Aufstellung des Bebauungsplans »Altes Forsthaus«. »Die Gespräche mit den Betroffenen waren umfangreich«, sagte Bürgermeister Herbert Gschoßmann. Zum einen soll ein Wohnhaus mit mehreren Mietwohnungen entstehen. Das Haus soll Quergiebel erhalten. Die Gemeinderäte stimmten auf Antrag dafür, dass die Wandhöhe für diese Giebel 1,5 Meter überschreiten darf.

Ein anderes Haus im Bereich des Bebauungsplans soll gedreht werden. So könne die Dachfläche effektiv für Sonnenenergie genutzt werden. Auch dem stimmten die Gemeinderäte zu. Das Mietwohnungshaus soll eine unterirdische Verbindung zu einem weiteren Gebäude erhalten.

Ein anderer Grundstücksinhaber beantragte, die von ihm im oberen Bereich des Gebiets genutzten Stellplätze als solche beziehungsweise als Carportplätze auszuweisen. Zudem soll eine Garage aufgestockt werden. In dem Ausbau soll eine Mietwohnung entstehen.

Die Untere Naturschutzbehörde will sichergestellt wissen, dass Ausgleichsflächen bestehen. »Das ist ein bisschen heikel, da es sich hierbei um Auwald mit einer Wachstumszeit von rund 150 Jahren handelt«, sagte Martin Willeitner. Man könne für so einen Fall eine Ausnahme beantragen. »Wir konnten noch einmal auf das Ökokonto des Marktes Berchtesgaden zugreifen.«

Andere Aspekte – wie zum Beispiel das Auftreten von Fledermäusen – sollen bei den individuellen Bauvorhaben geklärt werden.

Ausgeschlossen werden soll auch die Ansiedlung von Vergnügungsstätten, Tankstellen und Gartenbaubetrieben. »Für sie ist das Gebiet schlichtweg zu klein«, sagte Willeitner. Vergnügungsstätten wie Spielhallen würden für einen Trading-Down-Effekt sorgen, sprich eine gewisse Klientel anlocken, die wiederum andere Interessensgruppen vertreiben könnte. Der Gemeinderat stimmte für diesen Ausschluss.

Für den Flächennutzungsplan erging einstimmig der Feststellungsbeschluss. Der Bebauungsplan wird um die beschlossenen Aspekte ergänzt und erneut öffentlich ausgelegt. Lena Klein

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