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13 Stunden auf dem Radl

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Die heimischen Sportler bei der Autogrammstunde. (Fotos: Wechslinger)
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Nach kurzer Zeit sah man von dem wunderschönen Feuerwerk am See leider nicht mehr viel. Der Rauch der Raketen zog nicht ab und trübte die Sicht. (Foto: Tradler)
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Rainer Popp schaffte in 13 Stunden 91 Fahrten in der Bob- und Rodelbahn. Mit diesem Rekord wurde es ein geschichtsträchtiges Seefest.

Schönau am Königssee – 4 500 Euro hat der Extrem-Radsportler Rainer Popp beim 52. Seefest am Sonntag gesammelt – indem er 91 Mal die Bob- und Rodelbahn mit dem Rad auf und abfuhr. Das Geld übergibt er beim Marktfest am Samstag gemeinnützigen Vereinen und Institutionen. Zum Seefest, das von Freitag bis Sonntag dauerte, kamen insgesamt rund 10 000 Besucher.


Wie im vergangenen Jahr fand das Seefest unterhalb der Kunsteisbahn am Königssee statt. Vom WSV Königssee waren gut 100 Helfer, darunter auch mehrere Spitzensportler, im Einsatz, die den Besuchern an drei Tagen ein unterhaltsames Fest geboten haben.

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Den Anfang des dreitägigen Festes machten neuerlich die Bischofswieser Musiker »Sixpäck«, die dem weitgehend jungen Publikum am Freitagabend einheizten. Am Samstagfrüh maßen sich über 190 Läufer beim 20. Königssee-Lauf (siehe Sonderbericht). Der Samstagabend gehörte dann neuerlich den jungen Berchtesgadenern und vielen Gästen, die mit der Gruppe »Wipe Out« einen vergnüglichen Abend verbracht haben.

Der Sonntag begann mit dem Angriff von Extrem-Radsportler Rainer Popp auf die anvisierten 10 000 Höhenmeter, die Popp in der Kunsteisbahn vom Auslauf bis hinauf zum Herrenstart und wieder zurück auf der Straße zurücklegte. 91 Mal kam der Ausdauersportler bei Start und Ziel vorbei, wo den ganzen Tag über Hunderte interessierter Fans und Zuschauer Popps Rekordfahrt verfolgten.

Der Extrem-Radsportler schaffte sein Vorhaben, auch wenn es, wie er später bekundete, zwischen der 45. und der 70. Runde »richtig hart« wurde. Popp bekam gegen Ende seiner Rekordfahrt durch den einsetzenden Regen Probleme, die er jedoch in seiner bekannten Nehmerqualität meisterte. »Durch den Regen und das Wasser in der Bahn ließen meine Bremsen nach und es war dann ein heißer Ritt. Während ich abwärts im Trockenen einen Schnitt von 65 km/h gefahren bin, musste ich später auf 45 km/h herunterbremsen«, sagte Popp nach seiner 13 Stunden dauernden Rekordfahrt, die in die Geschichte des Seefestes eingeht. Aber nicht nur der Regen zehrte an dem Radler: »Meine Handgelenke waren entzündet, weshalb ich mich beim Bremsen schwer tat.«

Die erradelten 4 500 Euro der Sponsoren überreicht Rainer Popp beim Marktfest der Bergwacht, dem Verein »Berchtesgaden hilft«, der Jugendförderung, der Pamirhilfe und dem Kriseninterventionsteam.

Auf dem Festplatz fanden sich schon am Vormittag zu den Klängen des »Oxn Aug'n Trios« viele Besucher zu einem Frühschoppen ein. Rudi Pfnür und Günther Meißner organisierten traditionell die Riesentombola, bei der jedes dritte Los ein Treffer war.

Seit vielen Jahren begeistert Magier Jakob Lipp die Familien mit seinen Zauberkunststücken. Auch dieses Mal zeigten sich Jung und Alt begeistert von Lipps Darbietungen. Die Kinder erfreuten sich an einer professionellen Gesichtsbemalung. Groß war der Andrang wiederum bei der Autogrammstunde bekannter Berchtesgadener Wintersportler, die den Gästen mit ihren Autogrammkarten eine große Freude bereiteten.

Am späten Nachmittag übernahmen den musikalischen Part die »Berchtesgadener Buam«, die auf der Seebühne von Robert Ackermann für große Stimmung sorgten. Ein Almtanz des Gebirgstrachtenerhaltungsvereins »D'Funtenseer« rundete einen vergnüglichen Sonntag ab.

Richard Ramsauer an der Kunsteisbahn und Hartmut Karstens auf dem Festgelände informierten das Publikum über die vielfältigen Aktivitäten.

Das traditionelle Riesenfeuerwerk am Sonntagabend war für die Tausenden Besucher leider nicht komplett zu sehen, da der Rauch der Raketen wegen fehlender Luftzirkulation über dem See hing und die Sicht trübte. Dennoch war WSV-Vorstand Hannes Schneider froh, dass das Feuerwerk überhaupt gezündet werden konnte. Christian Wechslinger