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Geschafft! 55 Schüler und Schülerinnen haben ihren Realschulabschluss in der Tasche. (Fotos: Cornelia Rosenberg)

55 Schüler der CJD Realschule in Schönau am Königssee erhalten ihr Abschlusszeugnis

Schönau am Königssee – 55 junge Menschen beendeten erfolgreich ihren Abschluss genau dort, wo sie vor rund sechs Jahren begann. In der Pfarrkirche Unterstein feierten die Absolventen der CJD-Realschule ihren Abschluss gemeinsam mit Familien, Lehrern und den Bürgermeistern des Talkessels.


Die Feierlichkeiten starteten mit einer ökumenischen Andacht, geleitet von Gemeindereferentin Gabi Hartmann und dem evangelischen Pfarrer Josef Höglauer. Hartmann trug zum Evangelium die Emmausgeschichte vor und Höglauer zog Parallelen zu der Situation der Absolventen, die als Abschlussmotto »Das war's« gewählt hatten. So mussten wohl auch die Jünger auf dem Weg nach Emmaus gedacht haben. »Doch da war jemand, der ihnen zuhörte«, sagte der Pfarrer und forderte die Schüler auf, sich zu erinnern, als sie ähnliches erlebt und dabei gespürt haben, wie wichtig es war, jemanden zu haben, der in schwierigen Zeiten da ist. »Auch für die Zukunft wünschte er ihnen stets jemanden an der Seite, der da ist und zuhört und versprach ihnen gleichzeitig: »Gott begleitet euch mit einem offenen Ohr auf eurem Weg. Ihr seid nie alleine.«

Ganz unterschiedlich, je nach Talent, brachten sich die Schüler in die feierliche Andacht ein, die stimmungsvoll vom Bläserensemble unter der Leitung von Schulleiter Wolfgang Greiner untermalt wurde. Vorbereitet von ihrem Religionslehrer Wolfgang Storch sprachen einige Schüler das Tagesgebet, andere trugen in den Fürbitten ihre Anliegen vor und eine Schülerin gab sieben Gedanken ihren Mitschülern mit auf den Weg. Selbstbewusst und stimmsicher sang Leah Maas den mystischen Popsong »Euphoria« von Loreen und wurde dabei von Theresa Rabenbauer an der Gitarre begleitet. Am Ende der Andacht ertönten von der Orgelempore Klänge aus »Herr der Ringe« vorgetragen von Tobias Klapfenberger. Mit dem Segen Gottes versahen Hartmann und Höglauer die Schulfamilie und das war der Start für die Abschlussfeier.

Elisabeth Rasp, dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Schönau am Königssee, sprach stellvertretend für alle Rathauschefs des Talkessels. Sie gratulierte herzlich zum mittleren Abschluss und wünschte den Absolventen viel Glück und Erfolg auf ihrem weiteren Lebensweg. In Reimform trug Elternbeiratsvorsitzender Anton Votz seine Wünsche und auch Ratschläge vor. Als Vater von drei Kindern, deren jüngstes nun seinen Abschluss in der Tasche hat, endete für ihn die zehnjährige Zeit im Elternbeirat.

Und dann kam endlich der Moment, auf den jeder Schüler sehnsüchtig gewartet hatte: die Zeugnisvergabe. Schulleiter Wolfgang Greiner begann mit der Übergabe der Abschlusszeugnisse und gab jedem Schüler ein paar letzte, persönliche Worte mit auf dem Weg. Ihm standen die jeweiligen Klassenleiter begleitend zur Seite: Heike Wiesmayr (10 a), Gerhard Achatz (10 b) und Mario Schwarz (10 c). Insgesamt hatten 55 Schülerinnen und Schüler bestanden, 15 von ihnen mit einer 1 vor dem Komma.

Die Ehrung der Jahrgangsbesten übernahm Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber. Er überreichte eine Urkunde des Landkreises. Die Top drei unter ihnen erhielten zudem eine Einladung zum gemeinsamen Essen mit dem Lokalpolitiker. Eine besondere Tradition an der christlich geprägten Schule ist die Vergabe des Geschwister-Scholl-Preises. Michael Brandner erhielt ihn für sein soziales Engagement. Er hat sich während der gesamten Schulzeit um seinen Klassenkameraden, der im Rollstuhl sitzt, sehr zuverlässig gekümmert. Auch er wurde zum abendlichen Essen eingeladen.

Vonseiten der Schüler zogen die beiden Klassensprecher aus der 10 a und b Bilanz. Maya Wirsing hatte sich eine kleine Rede mit »Schmunzelanekdoten« einfallen lassen. Sie beschrieb gekonnt pointiert einen »ganz normalen« Schulalltag.

Gabriel Stangassinger gab nach dieser gelungenen Rede zu, dass in seiner weniger Arbeit, aber dafür mehr Liebe stecken würde und hatte damit alle Lacher auf seiner Seite. Beide dankten ihren Lehrern für sechs gemeinsame Jahre, von denen die zwei vergangenen aufgrund der Pandemie sehr schwer waren. Sie hoben den guten Klassenzusammenhalt hervor und wünschten ihren Schulkameraden ganz viel Glück und Erfolg für ihre weitere Zukunft.

Last but not least - nach dem Motto das Beste kommt zum Schluss, nutzte Wolfgang Greiner die Chance, um seinen Schützlingen noch einiges mit auf den Weg zu geben. Dafür zitierte er eine französische Redewendung »faire la différence« – den Unterschied machen. Das Zeug dazu künftig den Unterschied zu machen hätten die Absolventen. So erhielten sie in den vergangenen Jahren neben fachspezifischem Wissen eine Allgemeinbildung, Durchhaltevermögen, anständiges Sozialverhalten und konnten eine eigene Persönlichkeit entwickeln. »Zusammen mit euren Eltern haben wir euch fit für's Leben gemacht. Jetzt müsst ihr liefern. Packt an, vertraut euren Fähigkeiten«, rief er ihnen zu und machte ihnen noch folgendes Angebot: »Wer einen Rat braucht: Mein Büro steht euch auch nach eurem Schulabschluss offen.«

Nach dem offiziellen Teil folgte der gesellige. Ein großes, zünftiges Buffet wartete auf alle und so blieb man noch lange auf dem Schulhof gemeinsam sitzen, um sich letztmalig auszutauschen und zu feiern.

Cornelia Rosenberg