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Foto: Pixabay/Symbolbild

Aufstockung, Dachgauben, Wintergärten: Wohnraumerweiterung in der Wohnsiedlung Artenreit-Süd

Schönau am Königssee – In der Wohnsiedlung Artenreit-Süd soll den Anwohnern die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum in ihren Gebäuden ermöglicht werden. Der Gemeinderat Schönau am Königssee ist sich einig, dass eine entsprechende Anpassung des Bebauungsplans Sinn macht. Allerdings kam man noch zu keinem abschließenden Ergebnis, in welchen Siedlungsbereichen Dachgauben zugelassen werden sollen. Den Architekten Wolfgang Schulze hat der Gemeinderat am Dienstag mit weiteren Untersuchungen beauftragt.


Es waren die Anwohner selbst, die bei der Gemeinde vorstellig geworden waren mit dem Wunsch, Wohnraumerweiterungen in der Siedlung Artenreit-Süd zuzulassen. Der Bebauungsplan sollte den heutigen Standards angepasst werden, indem er künftig Gebäudeaufstockungen genauso zulässt wie den Einbau von Dachgauben sowie die Errichtung von Carports und Wintergärten.

Architekt Wolfgang Schulze hatte deshalb vor einiger Zeit den Auftrag erhalten, dem Gemeinderat entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Das tat er in der Sitzung am Dienstag. Schulze hatte in der Siedlung drei Kategorien an Wohnbestand ermittelt, die er unterschiedlich beurteilt. Im dicht bebauten zentralen Siedlungsbereich stehen vor allem sogenannte Dreispänner, also Reihenhäuser mit drei Wohneinheiten. Im äußeren Siedlungsbereich findet man vor allem Zweifamilienhäuser und ein dritter Siedlungsbereich ermöglicht soziales Wohnen, wo das Wohnbauwerk im Berchtesgadener Land aktuell zehn Wohnungen betreibt.

»Wohnungsknappheit ist bei uns ja ein aktuelles Thema, deshalb sollte man hier eine gewisse Wohnraumerweiterung zulassen«, sagte Wolfgang Schulze. Für den mittleren Bereich mit kleineren Wohneinheiten schlug er vor, die Aufstockung um ein komplettes Vollgeschoss zuzulassen. Als Bedingung sollte aber gelten, dass bei den Dreispännern die zusammenhängenden Gebäude gleich angehoben werden, »um die ruhige Dachflächenlandschaft zu erhalten«. Der Einbau von Dachgauben oder Widerkehren sollte nach Auffassung Schulzes hier nicht erlaubt werden. Gartenhäuschen und erdgeschossige Wintergärten allerdings schon, Carports lediglich an der Ringstraße, nicht im Innenbereich.

Im äußeren bebauten Bereich sollte man nach Ansicht von Wolfgang Schulze keine zusätzlichen Vollgeschosse, dafür aber die Anhebung des Kniestocks um 60 Zentimeter auf künftig einen Meter sowie den Einbau von Dachgauben erlauben. »Damit wäre auch dort künftig fast ein volles weiteres Geschoss als Wohnfläche zu nutzen«, sagte der Architekt. Und für das Sondergebiet sozialer Wohnungsbau schlug Wolfgang Schulze vor, künftig drei Vollgeschosse zuzulassen. Damit könnte man dort zehn weitere Wohnungen schaffen.

Im Gemeinderat war man sich in der Diskussion grundsätzlich einig, durch eine Bebauungsplananpassung die Möglichkeit zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum zu schaffen. Allerdings drängten einige Gemeinderäte darauf, die Hauseigentümer möglichst wenig einzuschränken und beispielsweise auch im zentralen Siedlungsteil Dachgauben zuzulassen. Obwohl Architekt Schulze den Gemeinderäten erklärte, dass der Einbau von Dachgauben hier kaum Nutzen bringe, soll der potenzielle Wohnflächengewinn durch Dachgauben nun noch einmal geprüft werden.

Der Gemeinderat wird nach Vorliegen des Prüfungsergebnisses dann entscheiden, wo Dachgauben zulässig sind und wo nicht. Außerdem wird es noch darum gehen, unter welchen Voraussetzungen die Dreispänner angehoben werden dürfen, damit das Ortsbild durch zu unterschiedliche Dachhöhen nicht beeinträchtigt wird.

UK