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Rangerin Melanie Rachersberger erklärt auf dem Weg zum Gipfel die Blumen: Mücken-Händelwurz (violett,l.) und Alpen-Wundklee.
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FSJ-Leistende Fenja Rehm (l.) und Mitarbeiterin für Umweltbildung Veronika Heel stehen gerade vor der Jenner-Abstraktion. (Fotos: Lisa Schuhegger)

Ausstellung: Kühe und Küchenschellen am Jenner

Schönau am Königssee – Der Nationalpark Berchtesgaden setzt auf Umweltschutz durch Umweltbildung. Kürzlich eröffnete die Ausstellung »Das ist der Gipfel«, die die Bergwelt abstrahiert darstellt. Der Nationalpark will präsent sein, wo seine Besucher sind, um sie die Natur lieben und schützen zu lehren. Die Mitarbeiter des Bildungsreferates und Ranger sind nicht nur in den Ausstellungen vertreten, sie präsentieren sich auch am Wegesrand, am Plateau kurz vor dem Jennergipfel oder an anderen exponierten Stellen.


Am Jenner, kurz nach der Eröffnung der Ausstellung, zeigten Leiterin des Bildungsreferates Andrea Heiß und ihr Team einen Teil der Gäste, darunter Umweltminister Thorsten Glauber, wie sie den Besuchern im weiten Nationalpark-Terrain die Natur und Kultur erklären. Die Sonne scheinte, perfekte Bedingungen für eine Tour von der Bergstation zum Gipfel.

Mitarbeiterin für Umweltbildung Veronika Heel und Freiwilliges Ökologisches Jahr (FSJ)-Leistende Fenja Rehm haben an der Bergstation einen mobilen Stand aufgebaut: einen langen schmalen Tisch, mit Tischdecke bedeckt, darauf eine selbst gebastelte Abstraktion des Jenners, einige Art »Schleich-Tiere« – Hirsche, Murmeltiere, Kühe –, ein ausgestopftes Birkhuhn. »Wir befinden uns hier im Birkhuhngebiet«, erklärt Veronika Heel. »Oft kommen auch Murmeltiere aus ihrem Versteck.« Mit dem Spektiv, das neben dem Tisch aufgebaut ist, können die Tiere am Jenner beobachtet werden.

Rangerin Melanie Rachersberger neben dem Tisch, folgt ihren Kolleginnen: Rucksack auf dem Rücken, Fernglas um den Hals, Sonnenbrille auf der Nase. Sie begleitet an jedem Eröffnungstag der Ausstellung die Gäste auf dem Weg zum Gipfel. Sie fordert sie auf, stehen zu bleiben, dort, wo ein rotes Fähnchen in der Erde steckt. Die Fähnchen hat die Rangerin direkt neben blühende Blumen platziert, neben einem Alpen-Wundklee, einer Alpen-Küchenschelle, einer Weißen Silberwurz oder einer Mücken-Händelwurz.

»Die Händelwurzen gehören zur Familie der Orchideen«, erklärt Melanie Rachersberger. Man erkenne sie an dem langen Sporn. »Die Blume riecht sehr fein«, sie lächelt. Eine Frau habe eine Orchidee pflücken wollen. »Ich habe sie gerade noch abhalten können«, berichtet die junge Rangerin. Es sei ihre Aufgabe, die Besucher darauf hinzuweisen, im Nationalpark die Natur unberührt zu lassen. Weiter geht es Richtung Gipfel. Auf dem Plateau kurz vor dem Gipfelkreuz hat Mitarbeiterin für Umweltbildung Johanna Trappmann einen weiteren Stand aufgebaut. Am Geländer ist ein Plakat »Gemeinsam für die Vertikale Wildnis« befestigt. Anhand des Plakates erklärt die Umweltbildungsmitarbeiterin, dass der Nationalpark Berchtesgaden zu 54 Prozent aus Wald, 22 Prozent aus Felsen, 21 Prozent aus Offenland und drei Prozent aus Wasser besteht. Sie erläutert die Ziele des Nationalparks: »Naturschutz, Erholung, Forschung und Bildung«. Dann zeigt sie eine verdächtig real wirkende Salamander-Figur. »Heute habe ich schon einen flitzen sehen«, erklärt sie. Die Gäste wirkten sehr interessiert. Das zeigt: Umweltschutz durch Umweltbildung am Berg wirkt.

Übrigens: Eine weitere Ausstellung des Nationalparks Berchtesgaden zum Thema Wasser wird im Frühling 2023 auf St. Bartholomä eröffnet.

li