Bildtext einblenden
Die sogenannte Ringlinie Schönau kommt gut an. Die Gemeinde Schönau am Königssee wünscht sich für die Zukunft allerdings eine Erweiterung bis Königssee, um die beiden Ortsteile direkt miteinander zu verbinden. (Foto: Christian Wechslinger)

Busfahren bald für 2 Euro im Monat

Schönau am Königssee – Die Gemeinderäte von Schönau am Königssee trauten ihren Ohren nicht. Mehrere Nachfragen gab es am Dienstag, ob 2 Euro für das neue Schüler- und Studententicket tatsächlich der Monatspreis sei. Die Freude darüber war groß und die Stellungnahme der Gemeinde zum Nahverkehrsplan des Landkreises Berchtesgadener Land fiel durchwegs positiv aus. 


280 Seiten stark ist der neue Nahverkehrsplan, der am 20. Mai nach einem Beschluss des Kreistags nach Jahren der Vorbereitung in Kraft treten soll. Bürgermeister Hannes Rasp beschränkte sich am Dienstag darauf, den Gemeinderäten das Werk in einer kurzen Zusammenfassung zu präsentieren. Es ging um die offizielle Anhörung der Gemeinde.

Gleich zu Beginn stellte der Rathauschef das neue Schüler- und Studententicket vor, das bereits im April in Kraft treten soll. Es kostet tatsächlich nur 2 Euro monatlich. Das Ticket gilt zwar ganztags – an Schultagen jedoch erst ab 14 Uhr, um keine Konkurrenzsituation zu den Schülerfahrkarten zu generieren. Das Ticket soll explizit auf allen Buslinien im Kreisgebiet Berchtesgadener Land gültig sein. Bestehen bleiben soll die kostenlose Gästekarte, die vom Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden finanziert wird. »Ziel des Nahverkehrsplans sind die Weiterentwicklung und die Sicherung des öffentlichen Personennahverkehrs«, sagte Rasp. Er stelle eine Grundlage dar, um neue Maßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr beschließen zu können. ÖPNV-Träger sei der Landkreis, die Regionalverkehr Oberbayern fahre allerdings eigenwirtschaftlich. »Hier hat der Landkreis dafür wenig Einfluss, denn wer nicht zahlt, der kann auch nicht anschaffen«, so Rasp.

Für die Gemeinde Schönau am Königssee am bedeutendsten im neuen Nahverkehrsplan ist die Erweiterung der sogenannten Premiumlinie von Salzburg bis nach Königssee. Der Bus fährt künftig die komplette Strecke im Halb-Stunden-Takt.

Darüber hinaus gibt es den Rufbus, der die Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Ramsau und Schönau am Königssee rund 70 000 Euro jährlich kostet. Allerdings zahlt die Gemeinde Schönau am Königssee davon nur einen kleinen Teil, weil hier der Busverkehr bereits relativ eng getaktet ist.

Für die Linienbusse und die Haltestellen ist auf jeden Fall vollständige Barrierefreiheit geplant. Weitere Pläne sind die Verbesserung der Haltestellenoptik und der Fahrgastinformation, die Einführung eines E-Tickets und Echtzeit-Anzeigen an den Haltestellen. Wünsche der Gemeinde Schönau am Königssee sind darüber hinaus eine Anschlusssicherung durch entsprechende Taktung und die Busbeschleunigung durch die Anlegung von Busspuren.

Die Kosten für die Realisierung des Nahverkehrsplans liegen für den Landkreis bei einer Summe zwischen 2,75 und 4,7 Millionen Euro abzüglich 60 Prozent ÖPNV-Zuschuss minus Fahreinnahmen. Gerechnet wird mit einem endgültigen Kreistagsbeschluss am 20. Mai. »Dann können wir eine Verkürzung der Linienkonzession beantragen und für die Jahre 2027/2028 ein Linienbündel ausschreiben«, sagte Hannes Rasp, der nach eigenen Angaben »froh ist, dass wir so weit sind«.

Im Zuge der Diskussion kamen auch Änderungswünsche für die Ringlinie durch die Schönau zur Sprache. Ein Wunsch der Gemeinde ist es nämlich, die Linie künftig mit dem Königssee zu verbinden. Dazu sind allerdings noch eigene Verhandlungen notwendig, weil für die zusätzlichen Kosten die Gemeinde aufkommen muss.

UK