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Die meisten Varianten des Grünstein-Klettersteigs sind nach den Unwetterschäden wieder begehbar. (Foto: privat)

Kommunikationsprobleme beim Grünstein-Klettersteig

Schönau am Königssee – Im Jahr 2009 wurde der Verein »SC Grünstein Klettersteig« gegründet. Bei der aktuellen Jahreshauptversammlung im »Jennerkaser« nahmen die Mitglieder jetzt den Vorstandsvorschlag an, den Verein in »Klettersteig Verein Schönau am Königssee« umzubenennen. 


Nachdem man zuletzt vor drei Jahren im Hotel »Kempinski« beim 2. Vorstand Uli Heimann zusammengekommen war, sorgte schließlich ein Virus für eine Zwangspause. Gleichwohl freute sich 1. Vorstand Michael Graßl jetzt, dass so viele Mitglieder der Einladung gefolgt sind. Allerdings steht Graßl bei den nächsten Neuwahlen nicht mehr als Vorstand zur Verfügung. Ein Wermutstropfen bei der ansonsten harmonisch verlaufenen Versammlung war die schlechte Kommunikation zwischen dem Verein und der Kommune im Hinblick auf die Sanierung des Klingerweges, über den der Zustieg zu den Klettersteigen erfolgt.

Vorstand Michael Graßl ging gleich »in medias res« und nannte die Dinge, welche den Verein derzeit belasten, beim Namen. So fühle er sich von der Gemeinde Schönau am Königssee alleine gelassen, weil der Zustieg zu den Klettersteigen immer noch nicht saniert sei. Wenn er gewusst hätte, was nach der Übernahme des Vorstandspostens vom langjährigen Vorsitzenden Stefan Lochner vor drei Jahren auf ihn zukommen würde, hätte er dankend abgelehnt, erklärte Michael Graßl. Denn Corona und der Starkregen am 17. Juli des letzten Jahres hätten für allerhand Probleme gesorgt. Er bekomme jeden Tag Anrufe von Gästen, die sich über die Situation mit den Klettersteigen beschwerten. Auch die Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer hätten sich in die Länge gezogen, ehe es zu einer Einigung kam, Doch Graßl konnte auch von Erfreulichem berichten. So sei am Kleinen Jenner mit dem Laxersteig eine neue gelungene Variante entstanden.

Zweiter Bürgermeister Richard Lenz, der auf der Jahreshauptversammlung dem Kletterverein beigetreten ist, führte die Problematik um den Klettersteigzustieg auf die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde zurück. Man sei dran, den Klingerweg sicher zu gestalten, und daher komme es zu Verzögerungen. Während nämlich der Starkregen im letzten Jahr den Klettersteigen wenig zugesetzt habe, sei die Sicherheit beim Klingerweg nicht mehr gegeben. Richard Lenz sprach auch die Bedeutung der Klettersteige für den Tourismus und für die Einheimischen an.

Sepp Bernegger, der sich mit Uli Heimann und weiteren Helfern um die Sicherheit der Klettersteige kümmert, bedauerte, dass man das nötige Material für die Steige mit Fahrzeugen derzeit nicht anfahren könne. »Wir hören leider nichts von der Gemeinde, wie und wann es weitergeht. Dabei stehen wir vor der Hauptsaison und die Anlage am Grünstein ist einer der beliebtesten Klettersteige weit und breit«, führte Vorstand Graßl aus. Der bedankte sich auch bei Sepp Bernegger und Uli Heimann, die für den guten Zustand der Klettersteige sorgten.

Allerdings bekomme man derzeit so gut wie kein Material für die Ertüchtigung der Klettersteige, bedauerte Graßl und stellte am Ende seiner Ausführungen das neue Pächterpaar der Grünsteinhütte, Sonja Sibein und Christoph Kovar, vor.

Schriftführerin Sigrid Zörner hielt in ihrem Rechenschaftsbericht Rückschau auf die letzten schwierigen Jahre, die stark von Corona geprägt gewesen seien. Die Schriftführerin sprach von Reparatureinsätzen wie Seilerneuerungen sowie dem Auswechseln von Stiften, Karabinern, Tritten und Haken. Im Frühjahr filmte das Bayerische Fernsehen die Arbeiten am Grünstein-Klettersteig, der Beitrag wurde am 3. April in der Sendung »Altbayern und Schwaben« gebracht, so Sigrid Zörner, die auch die erfreulichen finanziellen Zuwendungen der Sparkasse Berchtesgadener Land und des Tourismusvereins Schönau am Königssee mit dessen Vorsitzender Gabi Springl ansprach.

Über geordnete Finanzen berichtete Kassier Martin Ohnhäuser. So habe sich das Vereinsvermögen in letzter Zeit sogar etwas erhöht. Kassenprüferin Barbara Graßl bescheinigte dem Kassier beste Arbeit. Beim Tagesordnungspunkt »Satzungsänderung« beschloss die Versammlung einen neuen Vereinsnamen. Statt »SC Grünstein Klettersteig« heißt er ab sofort »Klettersteig Verein Schönau am Königssee«.

Beim letzten Tagesordnungspunkt »Wünsche und Anträge« versicherte der ehemalige Vorstand Stefan Lochner, dass er mit der Gemeinde Kontakt aufnehmen werde, um die Kommunikationsprobleme zu beseitigen. Immerhin habe sich die Klettersteigidee über die Jahre hinweg sehr gut entwickelt. Dies bestätigte auch Franz Punz, Leiter der Tourist-Info Schönau am Königssee, der die Klettersteige als eine sehr wichtige touristische Einrichtung sieht.

Der Wegebetreuer des Alpenvereins für den Klettersteig zum Mittagsloch am Untersberg, Michael Stahl, bedankte sich bei Uli Heimann und Sepp Bernegger, die ihm bei der Ertüchtigung des Steigs geholfen und im letzten Jahr neue Seile eingehängt hatten. Und in seinem Schlusswort an die Versammelten stellte Vorstand Michael Graßl heraus, dass die Mitgliedsbeiträge trotz der großen Teuerungswelle nicht erhöht werden.

Christian Wechslinger