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Die 60 Kubikmeter fassenden Behälter mit dem Abwasser werden von St. Bartholomä je nach Bedarf auf Pontons über den Königssee geschoben. Die Entsorgung erfolgt dann über das gemeindliche Kanalnetz. (Foto: Freimoser)

Leckage in 170 Metern Tiefe ist nicht zu reparieren

Schönau am Königssee – Er gehört zu den saubersten Seen Deutschlands und hat Trinkwasserqualität. Doch jetzt gab es einen besorgniserregenden Vorfall. Die 1989 auf dem Grunde des Sees von St. Bartholomä bis zur Seelände verlegte Abwasserleitung hat eine Leckage. Und keiner weiß, wie lange die Ausscheidungen Tausender Touristen durch das Loch schon ungefiltert in den See fließen. Eine Reparatur in rund 170 Metern Tiefe ist nicht möglich, die Aufregung freilich entsprechend groß. Wenige Wochen vor Inbetriebnahme der neuen Abwasserleitung durch den Obersee ist nun klar, dass auch die Leitung zwischen St. Bartholomä und dem gemeindlichen Kanal in Königssee komplett neu gebaut werden muss.


Es war ein schlagzeilenträchtiges Projekt, als die Gemeinde Schönau am Königssee im Jahr 1989 auf dem Grund des bis zu 200 Meter tiefen Königssees eine insgesamt acht Kilometer lange Abwasserleitung von Salet über St. Bartholomä bis zur Seelände verlegen und an das gemeindliche Abwassernetz anschließen ließ. Man sprach von einem weiteren wichtigen Baustein für den Umweltschutz im Nationalpark Berchtesgaden, denn schließlich zählt die Schifffahrt Königssee in der Hochsaison bis zu 5 000 Fahrgäste täglich. Und viele von ihnen nutzen die Toiletten in den Gaststätten »Bartholomä« und »Salet-alm«.

Die bis dahin praktizierte Abwasserreinigung vor Ort war nicht mehr zeitgemäß. Weil es seit Jahrzehnten so gut funktionierte, erweiterte man die Abwasserleitung in den letzten Monaten durch den Obersee bis hinüber zur Fischunkelalm, um auch mehrere Almen im Bereich Fischunkel und Salet an die öffentliche Abwasserentsorgung anzuschließen. Für das Projekt interessierte sich Anfang Februar auch die Hochschule Augsburg im Rahmen eines Lehrprogramms.

Die Teilnehmer boten der Gemeinde an, die bestehende Leitung zwischen Bartholomä und der Seelände einer Druckprüfung zu unterziehen. Obwohl für den Unterhalt der Leitung eigentlich die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen zuständig ist, willigte die Gemeinde irgendwann im Februar als Leitungseigentümerin ein.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der heutigen Donnerstagsausgabe (28. April) des Berchtesgadener Anzeigers.

Ulli Kastner