Bildtext einblenden
Staatsministerin Michaela Kaniber spricht mir Dr. Karl Bösenecker, Vorsitzender des Verkehrsforums Berchtesgadener Land - Rupertiwinkel, und Landrat Bernhard Kern (r.) über eine Reaktivierung der »Neuen Königsseebahn«. (Foto: CSU BGL)

Reaktivierung der Königsseebahn: CSU-Politiker im Gespräch mit dem Verkehrsforum

Schönau am Königssee – In einem ersten vorbereitenden Gespräch mit dem Vorsitzenden des Vereins Verkehrsforum Berchtesgadener Land und Rupertiwinkel, Dr. Karl Bösenecker, hat sich Staatsministerin und CSU-Kreisvorsitzende Michaela Kaniber über den aktuellen Sachstand der Infrastrukturprojekte im Landkreis informiert. Gemeinsam mit Landrat Bernhard Kern und anderen lokalen politischen Entscheidungsträgern ging es unter anderem um den Wiederaufbau der vor Jahrzehnten eingestellten und abgebauten Bahnverbindung Salzburg – Marktschellenberg – Berchtesgaden – Königssee als moderne Regionalbahn. 


Nachdem die Wiedererrichtung dieser Verbindung schon in das Mobilitätskonzept des Landkreises Berchtesgadener Land von 2018 aufgenommen wurde, sind »die Voraussetzungen für die Umsetzung so günstig wie noch nie«, so Dr. Karl Bösenecker. In der sogenannten »Naumann-Studie«, der »Machbarkeitsstudie zur Überprüfung und Neukonzipierung des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis Berchtesgadener Land« von der SNV/Uni Würzburg, die im Auftrag des Landkreises 1993 erstellt wurde, wurde der Vorschlag unter »Szenario 3 Bahnlösung« bereits aufgezeigt.

Unterirdische Querung der Stadt Salzburg

Diese Gutachten und Studien haben noch heute eine große Bedeutung und bestätigen den Bedarf nach optimaler Infrastruktur in der Region In Umsetzung des von der Salzburger Landesregierung, dem Landkreis Traunstein und im Oktober 2011 vom Kreistag des Landkreises Berchtesgadener Land beschlossenen Masterplans »Kooperatives Raumkonzept für die Kernregion Salzburg« wurde eine Machbarkeitsstudie »Euregio-Bahn Salzburg – Bayern – Oberösterreich« in Auftrag gegeben und im März 2015 vorgestellt. Diese gibt die klare Empfehlung der Etablierung eines Regionalstadtbahn-Systems zur Bewältigung der Verkehrsprobleme der Kernregion Salzburg.

Herzstück dieses Bahnsystems ist die unterirdische Querung der Stadt Salzburg mit dem Projekt »S-Link« Neben der Optimierung der sieben bestehenden auf Salzburg zulaufenden Bahnstrecken empfiehlt die Studie fünf Neubaustrecken, darunter auch die Strecke Salzburg – Königssee. »Das Salzburger Projekt sehen wir als wesentlichste Initialzündung für eine ›Neue Königsseebahn‹. Dass wir als bayerische Nachbarn dieses günstige Zeitfenster optimal auch für unsere Region nutzen sollten, bevor es sich wieder schließt, ist eine einmalige Chance. Der Zeitpunkt der Umsetzung des Projekts ist gekommen«, so Bezirksrat und CSU-Stellvertreter Georg Wetzelsperger. Die Finanzierung des Projekts würde unter anderem auch über Finanzhilfen des Bundes durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) geregelt. Auf Grundlage der Beschlüsse zum Klimaschutzprogramm wurden die Bundesfinanzhilfen des GVFG bis 2025 auf zwei Milliarden Euro aufgestockt. Ab 2026 steigt dieser Betrag erneut um 1,8 Prozent jährlich. Da es sich beim Projekt »Neue Königsseebahn« um ein grenzüberschreitendes Projekt handelt, könnten auch EU-Mittel (zum Beispiel Interreg-Förderung) requiriert werden.

Staatsministerin Michaela Kaniber ist der Überzeugung, dass die Gründung eines interkommunalen Zweckverbands vom Vorteil für dieses Projekt wäre. »Wir sollten hier bald auch mit unseren österreichischen Nachbarn sprechen, um unser Handeln entsprechend zum gegenseitigen Vorteil zu koordinieren«, so Michaela Kaniber.

Ziel des Infrastrukturprojekts ist es laut Landrat Bernhard Kern, »Einheimischen und Gästen eine klimabewusste Alternative zum Auto anzubieten, damit man sicher, klimafreundlich und direkt zu landschaftlichen und kulturellen Highlights unserer Heimat reisen kann. Schonender Tourismus für die Bevölkerung, die Tiere und die Landschaft liegt auch hier im Fokus.« Dem schließt sich auch der Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee, Hannes Rasp, an: »Ich bin der festen Überzeugung, dass die Besucher- und Urlauberzahlen in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Nicht nur Corona, sondern auch politische Unruhen in großen Teilen der Welt bringen den Urlaub in Bayern in einen neuen Fokus. Es darf nicht zu einem »Overtourism« entgleiten. Auch deshalb ist ein gut organisierter ÖPNV von zentraler Bedeutung.«

»Thematik weiter voranbringen«

»Um den bayerischen und deutschen Klimaanstrengungen gerecht zu werden, ist es ein besonderes Anliegen, stillgelegte Bahnlinien gezielt zu reaktivieren und zu fördern«, sagte Michaela Kaniber. »Zeitnah wollen wir mit meinem Kabinettskollegen, dem neuen Bau- und Verkehrsminister Christian Bernreiter, einen Termin vereinbaren, um die Thematik weiter voranzubringen.« Das Ergebnis des Gesprächs war ein positives Signal aus der Runde der Lokalpolitiker für das Infrastrukturprojekt »Neue Königsseebahn«.

fb