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Das Archivbild zeigt die Königsseer Schützen beim Schießen am Kirchweihsonntag in St. Bartholomä.
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Bei der Bergmesse wurde am Kleinen Jenner auch ein Kranz niedergelegt.
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Feldmesse in St. Bartholomä. Im Hintergrund schießen die Schönauer Weihnachtsschützen vom Reitl aus. (Fotos: privat)

Weihnachtsschützenverein Königssee feiert 100-jähriges Bestehen – Geburtstagsfeier in St. Bartholomä

Schönau am Königssee – 24 junge Männer haben am 26. März 1922 im Gasthaus »Zur schönen Aussicht« (»Sulzberger«) den Weihnachtsschützenverein Königssee gegründet. Sie taten dies, um den althergebrachten Brauch des Weihnachtsschießens, der erstmalig im Jahr 1666 Erwähnung fand, weiter durch die Zeit zu tragen. Gleichzeitig wollten sie durch die Bildung einer Gemeinschaft dem alltäglichen Leben und der Gesellschaft in der damaligen Gemeinde Königssee einen weiteren guten Baustein hinzufügen. So feierten die Königsseer Schützen am letzten Wochenende ihren 100. Geburtstag am Kleinen Jenner und in St. Bartholomä.


Am Samstag traf man sich zur Bergmesse am Kleinen Jenner. Dabei gedachte man der im Laufe der letzten 100 Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder. Bei trockenem Wetter versammelten sich etwa 70 Königsseer Schützen, Angehörige, Freunde und Gäste. Die Bergmesse und das Totengedenken zelebrierte Pfarrer Herwig Hoffmann. Zu Ehren aller verstorbenen Mitglieder legte Vereinsvorstand Peter Maltan einen Kranz am Gipfelkreuz des Kleinen Jenner nieder.

Das Kreuz war Ende September 1952, also vor genau 70 Jahren, durch Mitglieder des Schützenvereins Königssee errichtet worden. Ehrenmitglied Erhard Moldan las den Teilnehmern der Bergmesse einen Bericht aus dem Jahr 1952 vor. Die anwesenden Schützen konnten damit einen Eindruck gewinnen, wie mühselig es noch vor 70 Jahren war, das Gipfelkreuz und alle weiteren für das Aufstellen des Kreuzes benötigten Materialien mit dem Pferd auf den Kleinen Jenner zu bringen und das Kreuz aufzustellen. Die Bergmesse wurde feierlich von der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Königssee unter der Leitung von Robert Stelzer umrahmt. Im Anschluss ließ man den Tag gemütlich im Mitterkaser ausklingen.

Am Sonntag fanden sich dann rund 200 Festgäste an der Seelände am Königssee ein, um nach einer gemeinsamen Überfahrt mit dem Boot das Jubiläum in relativ kleinem Rahmen in St. Bartholomä zu feiern. Dank des recht guten Wetters konnte man den geplanten Feldgottesdienst wie geplant abhalten. Um 9.45 Uhr stellten sich die Festgäste an den Bootsstegen in St. Bartholomä zum Kirchenzug auf. Alle marschierten, begleitet von der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Königssee, zum Ort der Feldmesse, die wieder Pfarrer Herwig Hoffmann zelebrierte.

Die Patenschaft für diesen Tag hatten die Schönauer Weihnachtsschützen übernommen. Über 40 Schönauer Schützen hießen die Festgäste in Bartholomä mit Salutschüssen willkommen und begleiteten die Feierlichkeiten durch ihr Schießen vom Reitl aus.

Nach der Feldmesse begrüßte 1. Vorstand Peter Maltan die zahlreichen Festgäste. In seiner Ansprache ging Maltan auf die Bedeutung eines Vereins für die Gesellschaft ein. Der Vorstand betonte: »In unserer schnelllebigen Zeit sind 100 Jahre Weihnachtsschützen Königssee gefühlt eine Ewigkeit. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen unserer Zeit und den aktuellen Geschehnissen, wie beispielsweise dem Krieg in Europa und der Coronapandemie, kann man sich die Frage stellen, ob das Brauchtum des Weihnachtsschießens noch zeitgemäß ist. Auch unsere Vorgänger im Verein hatten mit immensen Herausforderungen zu kämpfen. Unter anderem durch den Zusammenhalt in der Vereinsgemeinschaft, durch das Besinnen und die Ausübung unseres Brauches, durch das Tragen der Tracht und nicht zuletzt durch das Lebendighalten unserer Gemeinschaft haben die Weihnachtsschützen Königssee in den letzten 100 Jahren ihre Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. Ich bin überzeugt, dass unser Verein mit seinem Brauchtum auch weiterhin ein wertvoller Bestandteil unserer Gesellschaft sein wird. Nur gemeinsam können wir die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen bewältigen.«

Bürgermeister Hannes Rasp richtete ein Grußwort an die Festgemeinde. Er verwies ebenfalls darauf, dass der Zusammenhalt im Vereinswesen und das gemeinsame Ausüben des Weihnachtsschützenbrauchtums wertvolle Bestandteile in unserer Gesellschaft seien. Der Bürgermeister gratulierte den Schützen und übergab als Geschenk eine Geldspende, die der Verein sehr gut gebrauchen kann.

1. Vorstand Michael Böhm von den Schönauer Schützen betonte in seinem Grußwort, dass der Zusammenhalt unter den Vereinen in der Gemeinde und das Brauchtum gemeinsam mit den kirchlichen Veranstaltungen »sehr wichtig für unsere Gesellschaft sind«. Böhm überreichte den Königsseer Schützen als Geschenk neue Schärpen für die Fahnenabordnung.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in St. Bartholomä übernahm die Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Königssee die Gestaltung des Tages. Bei schmissiger Musik und vielen guten Gesprächen ließ man den Tag ausklingen, bis sich alle Teilnehmer um 18 Uhr mit dem letzten Schiff auf den Heimweg machten.

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