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Bauausschuss stimmt gegen Gymnasium – Teilabriss ein »ökologisches Desaster«

Laufen – Der Kreistag hatte sich lange mit dem sogenannten C-Trakt des Laufener Rottmayr-Gymnasiums beschäftigt. Letztlich stimmte das Gremium dem Abriss eines 24 Jahren alten Gebäudes und einem 20-Millionen-Neubau mehrheitlich zu. Mit dem Neubau soll eine große Aula entstehen. Doch davon ließen sich fünf Mitglieder des Laufener Bau-, Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses nicht beeindrucken. Sie verweigerten das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag des Landratsamtes.


»Es geht um den berühmten Bauteil C«, stellte Bauamtsleiter Werner Mitteregger seiner Einführung in die »umfangreichen Pläne« voran, machte aber gleichzeitig deutlich, dass zwei baurechtliche Anforderungen erfüllt sind: »Es liegt innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und fügt sich in die umgebende Bebauung ein.« Konkret wird auf dem bestehenden Parkplatz ein Neubau entstehen, am jetzigen C-Trakt werden neue Autostellplätze geschaffen.

Für Erich Althammer (Grüne) sind zwar der Plan und die Gestaltung »okay«, doch ein »so relativ neues Gebäude« abzureißen, sei nicht in seinem Sinne. Die deutlichste Kritik formulierte Barbara Winkler (ÖDP): »Es ist eine unglaubliche Verschwendung, ein ökologisches Desaster und klimapolitisch unmöglich.« Vorhaben wie dieses – man kalkuliert mit etwa 20 Millionen Euro – trügen zu einer Erhöhung der Kreisumlage bei, also jenem Anteil, den Gemeinden an den Landkreis abführen müssen. Das unterstützte Dr. Klaus Hellenschmidt (Freie Wähler): »Es geht auch um unser Geld.« »Irrsinnig in der heutigen Zeit«, beurteilte Winkler und zweifelte, ob man eine Pausenhalle mit 392 Sitzplätzen überhaupt brauche. Josef Steinmaßl (ufb) mochte sich dieser Sicht »nur anschließen: ökologisch völlig aus der Spur.«

»Es geht hier nur um Baurecht«, betonte Bürgermeister-Stellvertreterin Brigitte Rudholzer, die in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters die Sitzung leitete. Und das Einvernehmen dürfe nur verweigert werden, wenn sich das Gebäude nach Art und Maß nicht in die umgebende Bebauung einfüge oder eine Erschließung nicht gesichert sei, wie Mitteregger erneut bekräftigte. Argumentative Unterstützung kam – außer von Rudholzer – aus dem Ausschuss nicht. Mit ihr stimmten lediglich Christian Sichert und Bernhard Salomon (beide CSU) für den Antrag. Die fünf Neinstimmen kamen von Dr. Klaus Hellenschmidt (FW), Barbara Winkler (ÖDP), Josef Steinmaßl (ufb), Peter Schuster und Erich Althammer (beide Grüne). Entschuldigt waren die Ausschussmitglieder Werner Eckl (Linke) und Vertreterin Gabriele Hirche (SPD).

»Wir brauchen eine Begründung«, reagierte Mitteregger auf die Drei-zu-fünf-Ablehnung, denn Verschwendung von Steuergeldern sei kein baurechtliches Argument. Der Bauamtsleiter rechnet damit, dass das Landratsamt das verweigerte Einvernehmen ersetzen wird, da es keine rechtliche Begründung gibt. »Unser Beschluss wird sowieso ersetzt«, erachtete Steinmaßl eine Begründung als eher zweitrangig. Damit war der Tagesordnungspunkt beendet.

höf