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Leider kommt es immer wieder vor, dass ungewollter Nachwuchs von Hauskatzen sich selbst überlassen wird. (Foto: Pixabay)

Katzenschutzverordnung in der Stadt Laufen – Tiere müssen bis 1. Februar 2023 gekennzeichnet, registriert und kastriert werden

Laufen – Im gesamten Gemeindegebiet der Stadt Laufen wird zum 1. August 2022 eine Verordnung zum Schutz frei lebender Katzen erlassen. Spätestens ab 1. Februar 2023 müssen Halter von frei lebenden Katzen im Gemeindegebiet Laufen diese mittels Mikrochip oder Tätowierung kennzeichnen, in einem Haustierregister registrieren und kastrieren lassen.


Das Landratsamt Berchtesgadener Land und die Stadt Laufen unterstützen mit der Verordnung zum Schutz frei lebender Katzen den Tierschutz und die im Tierschutz aktiven Bürger. Im nördlichen Teil des Landkreises entsteht nachweislich immer wieder großes Leid durch Kolonien herrenloser und verwilderter Katzen, die sich aus entlaufenen, ausgesetzten oder zurückgelassenen Hauskatzen und deren Nachkommen zusammensetzen.

Die Lebenserwartung dieser Tiere ist aufgrund mangelnder menschlicher und medizinischer Betreuung und Versorgung sehr gering. Häufig auftretende Infektionskrankheiten, insbesondere an den Augen und am Atmungsapparat, Verletzungen und Unterernährung führen zu einer geringen Lebenserwartung und einem großen Leid der Tiere. Um die Population gezielt kontrollieren zu können und dadurch das Leid der Tiere zu lindern, wurden bereits regelmäßig frei lebende Katzen von Tierschützern eingefangen, tierärztlich versorgt, kastriert, an der Einfangstelle wieder freigelassen und schließlich auch nachbetreut. Dieser Ansatz gilt als erfolgversprechend.

Das aufwendige Engagement ist jedoch nicht nachhaltig erfolgreich, solange aus den Reihen der gehaltenen Hauskatzen regelmäßig unkastrierte Tiere zuwandern und dadurch die Fortpflanzungskette aufrechterhalten. Leider kommt es auch immer wieder vor, dass ungewollter Nachwuchs von Hauskatzen sich selbst überlassen wird und dieser dann den Ausgangspunkt für neue Kolonien verwilderter Katzen bildet.

In Folge werden Fragen zur Katzenschutzverordnung beantwortet:

Was bedeutet die Katzenschutzverordnung für Halter?

Die Halter von Katzen, die unkontrolliert freien Auslauf erhalten, müssen ihre Tiere mittels Mikrochip kennzeichnen, in einem Haustierregister registrieren und kastrieren lassen.

Warum müssen frei laufende Katzen gekennzeichnet und registriert werden?

Wird eine gekennzeichnete und registrierte frei laufende Katze als Fundtier aufgegriffen, können die Halter problemlos ermittelt werden. Die Kennzeichnung mit Mikrochip ist zeitgemäß, unkompliziert, eindeutig und in bestimmten Fällen ohnehin vorgeschrieben. Ordnungsgemäß gekennzeichnete und registrierte Tiere können so schnellstmöglich an ihre Halter zurückgegeben werden.

Ab wann gilt die Katzenschutzverordnung?

Die Katzenschutzverordnung tritt sechs Monate nach ihrer Bekanntmachung in Kraft. Die Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflicht gilt also ab 1. Februar 2023.

Was passiert, wenn sich Halter nicht an die Verordnung halten?

Wird ab Februar 2023 eine unkastrierte Halterkatze von der Gemeinde oder einer von ihr beauftragten Person im Schutzgebiet angetroffen, kann dem Halter von der Gemeinde aufgegeben werden, das Tier kastrieren zu lassen. Bis zur Ermittlung des Katzenhalters kann die Katze durch die Gemeinde oder eine von ihr beauftragte Person in Obhut genommen werden. Ist zur Ergreifung der Katze das Betreten eines Privat- oder Betriebsgeländes erforderlich, sind die Grundstückseigentümer oder Pächter verpflichtet, dies zu dulden und die Gemeinde oder eine von ihr beauftragte Person bei einem Zugriff auf die Katze zu unterstützen. Kann der nicht innerhalb von 48 Stunden identifiziert werden, kann die Gemeinde die Kastration auf Kosten des Katzenhalters durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt durchführen lassen.

Wer führt die Kennzeichnung und Kastration durch?

Tierhalter können ihre Katzen in ihrer Tierarztpraxis kennzeichnen und kastrieren lassen.

Wo gibt es Unterstützung für Streunerkatzen auf dem Hof oder Grundstück?

Hierzu wird gebeten, die Angebote der ansässigen Tierschutzvereine zu beachten. Diese bieten im Gemeindegebiet der Stadt Laufen kostenlose Kastrationsaktionen für Streuner an. Scheue Tiere können verlässlich und schonend mit Lebendfallen eingefangen werden.

Sind Ausnahmen möglich?

Ausnahmen von der Kastrationspflicht (beispielsweise für Züchter) können auf Antrag durch das Veterinäramt Berchtesgadener Land zugelassen werden.

Das Veterinäramt Berchtesgadener Land bittet die Bürger um aktive Mithilfe zum Schutz der Tiere: »Lassen Sie Ihre Katze kennzeichnen, registrieren und kastrieren. Achten Sie bitte auch darauf, dass Ihre Katze gesund ist, gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten geimpft und regelmäßig entwurmt wird. Denn damit schützen Sie Ihre eigene Katze ebenso wie frei lebende Katzen.«

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