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Blockheizkraftwerk für Teisendorfer Klärwerk

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In der Kläranlage Teisendorf soll ein Blockheizkraftwerk installiert werden. Mit dem in der Abwasserreinigungsanlage erzeugten Klärgas könnte man jährlich an die 150 000 Kilowattstunden Strom erzeugen. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf. Für die gemeindliche Kläranlage wird die Marktgemeinde für etwa 90 000 Euro ein Blockheizkraftwerk (BHKW) installieren. Das Kraftwerk soll mit Klärgas betrieben werden. Das beschloss der Marktgemeinderat in seiner letzten Sitzung einstimmig. Damit soll das anfallende Gas wirtschaftlich genutzt werden.


Auslöser für den Kauf des BHKW war die Tatsache, dass das rund 15 Jahre alte Notstromaggregat geschont werden muss. Es wurde bisher auch zur Stromerzeugung genutzt und kann alternativ mit Gas oder Öl betrieben werden. Nach Aussage des Herstellers werde das Aggregat diese Belastung nur noch kurze Zeit aushalten. Immerhin hat es 25 000 Betriebsstunden »auf dem Buckel«. Ein neues Notstromaggregat würde etwa 150 000 Euro kosten.

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Anton Mader vom Ingenieurbüro Dippold & Gerold aus Prien schlug der Gemeinde vor, das Aggregat nicht mehr zur Stromerzeugung zu nutzen, sondern nur noch für Notstrom, und es ausschließlich mit Öl zu betreiben. So könnte der laufend gewartete Motor noch einige Jahre halten. Eine genaue Prognose ist laut Mader schwierig, zumal die Zahl der Fälle, in denen im Klärwerk der Strom ausfällt, immer mehr werden; doch er rechnet mit etwa fünf Jahren. Laut Klärmeister Konrad Gasser gab es im Gemeindegebiet heuer bereits 28 Stromausfälle, darunter drei größere mit eineinhalb bis zwei Stunden Dauer.

Die jährlich anfallende Klärgasmenge stieg laut Mader seit 2010 von 86 700 Kubikmeter um etwa 13 Prozent. Der Strombedarf wuchs im selben Zeitraum um etwa sieben Prozent auf knapp 400 000 Kilowattstunden.

Mit der Installation eines Serienaggregates mit 18 Kilowatt elektrischer Leistung für Netzparallelbetrieb und einem Klärgasverbrauch von 11,5 Kubikmeter pro Stunde ist laut Mader ein 24-Stunden-Betrieb des BHKW möglich. Die Eigenstromerzeugung könnte man von derzeit 35 000 auf 150 000 Kilowattstunden mehr als vervierfachen, wobei die bisherigen monatlichen Schwankungen wegfallen. So spare die Gemeinde Strombezug vom Netz ein. Die 90 000 Euro gliedern sich in Kosten für das BHKW (45 000 Euro), für Schaltanlage und Verkabelung (12 000), für Faulgasleitungen und Messung (6000), für die Heizungsanbindung (5000) und Nebenkosten (6800). Pro Jahr könnten bei einem Klärgasanfall von rund 90 000 Kubikmeter mehr als 147 000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Die Wartung koste rund 11.400 Euro pro Jahr. Mehr als 28 000 Euro pro Jahr könnten aus Eigenstromerzeugung eingespart werden, wobei die Wärmenutzung nicht berücksichtigt sei.

Quer durch alle Fraktionen zeigten sich die Gemeinderäte von diesen Zahlen beeindruckt. Dies passe gut zum Energiekonzert der Gemeinde, sagte Peter Schuhbeck (FWG). Andreas Neumeier (CSU) regte an, das Kraftwerk etwas kleiner auszulegen. Dem entgegnete Mader, das vorgeschlagene BHKW sei das kleinste, das am Markt sei. vm