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Festsonntag zum 70. Gründungsfest der »D' Tiefenthaler« Weildorf – Lob von Bürgermeister Thomas Gasser

»Trachtenvereine sind sehr wohl zeitgemäß«

Teisendorf – Der Höhepunkt der Festwoche zum 70. Gründungsfest des GTEV »Tiefenthaler« Weildorf hätte nicht schöner sein können, es passte einfach alles.

Diakon Hans Schmidt (linkes Bild, Dritter von links) und Geistlicher Rat Pfarrer Horst Kreß (Vierter von links) zelebrierten gemeinsam den Festgottesdienst zum 70-jährigen Bestehen des Trachtenvereines »Tiefenthaler« Weildorf. Und zumindest über weiblichen Nachwuchs braucht sich der Festverein (rechtes Bild mit Fahnenabordnungen und zweitem Vorstand Thomas Haimbuchner) keine Sorgen zu machen. (Fotos: Dumberger)

Tausende Menschen feierten mit den »Tiefenthalern« unter bayerisch weiß- blauem Himmel ihr Gründungsjubiläum. Wie Geistlicher Rat Pfarrer Horst Kreß sagte, hatten die Trachtler mit Bittgängen und Wallfahrten schon vorher viel für das Gelingen des Festes getan.

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Nach dem Weckruf der Musikkapelle auf dem Dorfplatz in Weildorf und anschließend bei Vorstand Christian Willberger und beim Schirmherrn Bürgermeister Thomas Gasser ließen es die Böllerschützen der Hubertusgilde Weildorf ordentlich krachen. Nach dem Empfang der Vereine am Festzelt gab es einen prächtigen Kirchenzug zum Festgottesdienst unter freiem Himmel. Pfarrer Horst Kreß und Diakon Hans Schmidt zelebrierten die Eucharistiefeier gemeinsam. Junge Trachtler ministrierten. Pfarrer Kreß appellierte, die bairische Sprache als Kulturgut zu pflegen. »Griaß di« und »Pfiat di« passten besser in unsere Heimat als »Tschüss« oder »Ciao«, meinte er. Auch die Tracht solle aus Überzeugung oft getragen werden.

In Zeiten der Globalisierung sei es zwar richtig, andere Kulturen kennenzulernen und zu achten, aber man sollte die Sitten und Bräuche hochhalten. Bei Festen lag es ihm am Herzen, dass auch der Gottesdienst mitgefeiert wird. Schließlich seien kirchliche Feste nicht nur bayerische Folklore, sondern Ausdruck christlichen Glaubens. Er beendete seine Predigt mit guten Wünschen für den Jubelverein und erhielt Applaus von den Gottesdienstbesuchern. Nach dem Schlussgebet wurde das neue Fahnenband gesegnet und an die Standarte angeheftet.

Zeitgemäß und nachhaltig

Bürgermeister Thomas Gasser sagte, die Trachtenvereine seien sehr wohl zeitgemäß. Sie hielten die Bräuche der Vergangenheit aufrecht und brächten sie in die Gegenwart ein. Auch beim Schlagwort Nachhaltigkeit punkte der Trachtenverein. Denn das Trachtengewand halte ewig und könne sogar den Kindern vererbt werden. Die gute Jugendarbeit sorge dafür, dass die »Trachtensach« in die nächste Generation weitergetragen wird.

Landrat Georg Grabner gratulierte den »Tiefenthalern« und würdigte ihren Einsatz für Tracht und Brauchtum. Er meinte, das Jubiläum könne überhaupt nur gefeiert werden, weil es immer Leute gegeben habe, die im Verein in besonderer Weise Verantwortung übernommen hätten. Besonders würdigte er Ehrenvorstand Heini Abfalter, der für seinen langjährigen Einsatz vor kurzem mit dem Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten geehrt wurde.

Als Vertreter des Gauverbands I gratulierte der stellvertretende Gauvorstand Sebastian Gasteiger zum Jubiläum und meinte, dass so ein Trachtenfest die beste Werbung für die Trachtensache sei.

Über Tausend Zuschauer bewunderten den anschließenden Festzug mit 14 Musikkapellen, 21 Trachtenvereinen und zehn Festwagen. Angeführt von den beiden Vorreitern marschierten die Trachtler, Musikanten und Mitglieder der Ortsvereine von der Festwiese an der Grundschule und der Pfarrkirche vorbei zur Bäckerei. Nach der Übergabe der Ehrengaben ging es zurück zum Sportplatz. Im Festzelt und an den Bierzeltbänken im Freien fanden alle Besucher Platz zum Mittagessen.

Bilder-Galerie vom Jubiläum am Sonntag:

Am Nachmittag wurden zahlreiche Ehrentänze aufgeführt. Für alle Mitwirkenden gab es viel Applaus. Den Meistpreis erhielt der GTEV »D' Raschenberger« Teisendorf mit 168 Trachtlern, die zum Fest gekommen waren. Dafür erhielten sie den von Gebietsvertreter Hans Hogger gestifteten Humpen. »D' Mühlberger« Waging folgten auf Platz zwei und »D' Untersurtaler« Schönram auf Platz drei. Sie erhielten Gutscheine der Brauerei. Auch nach dem offiziellen Programm wurde noch lange weitergefeiert. sd