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10 000 Euro für Hilfsprojekte im Libanon

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Stellten sich gemeinsam in den Dienst der guten Sache (v.l.): Marktbürgermeister Franz Rasp, Organisator Günter Gscheidlinger, Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob, Dr. Martin Hofmeister von »Ärzte ohne Grenzen« sowie das Ensemble der Salzburger Camerata unter der Leitung von Sepp Radauer (r.). (Fotos: Kastner)
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Sepp Radauer von der Salzburger Camerata unterhielt die Gäste des Wohltätigkeitsabends auch als singender Nachtwächter.

Berchtesgaden – Feine Speisen, Serenadenmusik mit der Salzburger Camerata und – am wichtigsten von allem – 10 000 Euro Einnahmen für Hilfsprojekte im Libanon. Somit konnten Organisatoren, Teilnehmer und die Hilfsorganisation »Ärzte ohne Grenzen« als Spendenempfänger zufrieden sein mit dem Verlauf des Wohltätigkeitsabends am Freitag im Panoramarestaurant des Hotels »Edelweiß«. Rund 100 Gäste waren der Einladung von Berchtesgadens Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob und Marktbürgermeister Franz Rasp zu dem genussreichen Abend unter der Schirmherrschaft von Landrat Georg Grabner gefolgt.


Wer teilhaben wollte an diesem exklusiven Angebot, der musste schon tief in die Tasche greifen. Doch jeder tat es gerne, wusste man doch, dass der Großteil davon an »Ärzte ohne Grenzen« fließen sollte. Zudem hatte die Familie Hettegger vom Hotel »Edelweiß« das Sechs-Gänge-Menü und den ausgezeichneten Service durch Spitzenkräfte des Hauses laut Bürgermeister Franz Rasp zu »extremst guten Konditionen« bereitgestellt. Dadurch und aufgrund weiterer Spenden kamen am Ende stattliche 10 000 Euro zusammen, über die sich Dr. Martin Hofmeister als Vertreter von »Ärzte ohne Grenzen« freuen konnte. Der Eschenlohener war statt Dr. Klaus Volmer, der kurzfristig verhindert war, auf eigene Kosten nach Berchtesgaden gekommen.

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Der an der Unfallklinik Murnau als Leitender Oberarzt tätige Mediziner arbeitet seit vier Jahren für »Ärzte ohne Grenzen« und war in dieser Zeit bereits in Nigeria, Syrien, im Südsudan und in Haiti eingesetzt. »Ihre Spende wird im Libanon ankommen«, versicherte Hofmeister den Gästen. Dort wird das Geld vor allem auch den bedürftigen Kindern zugute kommen, was ein Anliegen dieses von Günter Gscheidlinger organisierten Wohltätigkeitsabends war. Dr. Martin Hofmeister stellte dem Publikum in einem Kurzvortrag seine Hilfsorganisation und ihre Projekte vor. Man erfuhr, dass nur rund 25 bis 30 Prozent der Mitarbeiter Ärzte sind, der Rest setzt sich zusammen aus Krankenpflegern, Apothekern, Epidemiologen, Psychologen, Architekten, Elektrikern, Logistikern und weiteren Technikern, die beispielsweise für den Aufbau von Zelten verantwortlich sind.

Im vergangenen Jahr sammelte »Ärzte ohne Grenzen« Spenden in Höhe von 121 Millionen Euro. Diese kamen zu 94 Prozent von privater Hand. »Wir nehmen keine Finanzhilfen von der Rüstungs-, Öl- und Tabakindustrie. Genauso wenig von der Bundesregierung, weil diese politisch motiviert sind«, sagte Dr. Hofmeister. Die Ausgaben der Hilfsorganisation fließen zu 90 Prozent in die Hilfsprojekte, neun Prozent gehen in die Öffentlichkeitsarbeit, der geringe Rest in die Verwaltung. Laut dem Mediziner betrug das Budget für libanesische Hilfsprojekte im Jahr 2014 rund 15,6 Millionen Euro. Dort sind aktuell 1,2 Millionen Menschen auf der Flucht. 284 Mitarbeiter von »Ärzte ohne Grenzen« helfen den Menschen derzeit vor Ort. Weitere Informationen zur Hilfsorganisation gibt es unter www.aerzte-ohne-grenzen.de.

Bevor die Küche vom Hotel »Edelweiß« ihr kulinarisches Feuerwerk mit einem Sechs-Gänge-Menü und Spitzenweinen aus Österreich und Italien zündete, brachte ein fünfköpfiges Ensemble der Salzburger Camerata unter der Leitung von Sepp Radauer die Gäste in Stimmung. Radauer verstand es, dem Publikum während der 40-minütigen Einlage auf humorvolle und unterhaltsame Art Inhalte und Hintergründe der drei Seneraden von Heinrich Ignaz Franz Biber, Wolfgang Amadeus Mozart und Edward Elgar zu erläutern. In der Nachtwächterserenade des österreichischen Komponisten Heinrich Ignaz Franz Biber trat Radauer sogar als singender Nachtwächter auf. Sein Ensemble hatte sich wie viele andere in den Dienst der guten Sache gestellt und trat ohne Honorar auf. Ulli Kastner

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