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114 Bewerbungen in Bischofswiesen

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Das alte Bischofswieser Rathaus hat seinen Reiz, platzt aber aus allen Nähten. Ob das Gebäude im Rahmen der Errichtung eines neuen Bürgerzentrums erhalten bleibt oder abgerissen wird, steht noch nicht fest. (Foto: Archiv Wechslinger)

Bischofswiesen – Einen verheißungsvollen Auftakt nahm der Architektenwettbewerb für ein neues Bürgerzentrum in Bischofswiesen. Aus insgesamt 114 Bewerbungen wurden 20 Büros ausgewählt, die ihre Pläne für ein neues oder saniertes und erweitertes Rathaus einreichen dürfen. Für die besten Ideen gibt es Preisgelder in Höhe von insgesamt 97 000 Euro. Über den Fortschritt des Projekts informierte Bürgermeister Thomas Weber am Dienstag im Gemeinderat.


Das Bischofswieser Rathaus ist trotz seines optischen Reizes in die Jahre gekommen – der Raumbedarf entspricht schon lange nicht mehr den Erfordernissen, die Bausubstanz ist ebenfalls desolat. Deshalb ist es schon länger der Wunsch des Gemeinderats, in der Ortsmitte ein neues Bürgerzentrum zu errichten, das neben der Gemeindeverwaltung auch einen Bürgersaal, die Gemeindebibliothek, Räume für die Tourist Information, ein Café und Laden- beziehungsweise Büroflächen für eine Bankfiliale mit insgesamt rund 1 300 Quadratmetern Nutzfläche aufnehmen soll. Zudem soll eine öffentliche Tiefgarage entstehen, um dem Stellplatzmangel im Ortszentrum abzuhelfen.

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Das Bürgerzentrum soll auf dem Grundstück des alten Rathauses entstehen. Das Rathaus kann bereits heute die notwendigen Flächen für die Gemeindeverwaltung nicht mehr aufnehmen. Das Münchner Büro, das die Gemeinde bei diesem Verfahren betreut, schreibt: »Ein Abbruch des alten Rathaus-Gebäudes könnte optimale Voraussetzungen für die Verwirklichung des komplexen Planungsprogramms schaffen. Andererseits kann das bestehende Rathausgebäude von 1929 durchaus als Ortsbild prägendes und Identität stiftendes Gebäude im Ensemble mit Schule und Kirche gesehen werden, das erhalten und in das neue Bürgerzentrum integriert werden könnte. Testplanungen und eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung im Vorfeld haben keine eindeutige Präferenz für eine Lösung mit Erhalt oder ohne Erhalt des alten Rathauses ergeben.« Aus diesem Grund hat der Gemeinderat für den Wettbewerb zwei Varianten ausgeschrieben: einmal als vollständiger Neubau mit Abbruch des Bestandsgebäudes und einmal mit dem Erhalt des alten Gebäudes inklusive Erweiterungsbau.

Am 12. Januar hat das Auswahlgremium nach den Worten von Bürgermeister Thomas Weber an 14 Büros die Maximalpunktzahl von acht Punkten vergeben. Von den 28 Büros, die jeweils sieben Punkte erhalten haben, wurden sechs per Losentscheid als Teilnehmer ermittelt, sodass wie geplant 20 Architekturbüros am weiteren Wettbewerb teilnehmen.

Für die teilnehmenden Büros ist am 11. Februar ein Rückfrage-Colloquium geplant. Die Architekten können Fragen an die Jury richten und sich die Gegebenheiten vor Ort anschauen. Der Abgabetermin der Lösungsvorschläge ist für Mitte April geplant. Die Jury, bestehend aus mehreren Architekten, dem Bürgermeister und Gemeinderäten, wird dann am 9. und 10. Mai die Preisträger ermitteln. Es werden für die ersten drei Preisträger in jeder Kategorie (mit und ohne Erhalt des alten Rathauses) Geldpreise verliehen. Für den 1. Preis gibt es jeweils 24 000 Euro, für den 2. Preis 14 500 Euro und für den 3. Preis 10 000 Euro. Alle Modelle werden dann am 12., 13. und 14. Mai der Öffentlichkeit vorgestellt. Die endgültige Entscheidung über den Sieger des Architektenwettbewerbs könnte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 7. Juni treffen. Dabei muss es sich nicht unbedingt um den Träger eines 1. Platzes handeln. Ulli Kastner