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12 Stunden langer Rettungseinsatz bei Nebel und Dauerregen

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Foto: Bergwacht Berchtesgaden

Schönau a. Königssee – Insgesamt 26 Bergretter aus Berchtesgaden und Ramsau waren am Sonntag bei Dauerregen und Nebel rund zwölf Stunden lang gefordert, um zwei Bergsteiger aus der Watzmann-Ostwand zu retten.


Die zwei 36 und 37 Jahre alten Bergsteiger waren am Samstagmorgen um 5 Uhr bei guten Wetterverhältnissen über den Berchtesgadener Weg aufgebrochen und hatten dann, als es dunkel wurde, gesichert an einem Bohrhaken im Bereich der Rampe am Weg in rund 1850 Metern Höhe biwakiert.

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Gegen Mitternacht zog es dann wie angekündigt zu und gegen 4 Uhr setzten endgültig die widrigen Wetterverhältnisse ein: Es begann zu regnen und es bildeten sich Sturzbäche, die mit Steinschlägen über die Felswände herabkamen. Die Männer setzten einen Notruf ab.

Wegen der dichten Wolken war während der Nacht und auch am frühen Morgen kein Rettungsflug möglich, weshalb die BRK-Wasserwacht zwischen 7.10 und 10.30 Uhr die Einsatzkräfte samt Ausrüstung mit ihrem Rettungsboot im Pendelverkehr von der Seelände zur Halbinsel Sankt Bartholomä brachte. Darunter war auch ein All-Terrain-Vehicle (ATV), mit dem die Retter sehr weit über den Weg bis zur Eiskapelle nach oben fahren können.

Bis Mittag waren drei Trupps mit insgesamt 16 Bergrettern in der Ostwand unterwegs, darunter auch der Berchtesgadener Bergwacht-Notarzt. Der Voraustrupp traf um kurz nach 11.30 Uhr bei den beiden frierenden und erschöpften Männern ein, übernahm die medizinische Erstversorgung und begann mit dem langsamen Abstieg. Aufgrund der Sturzbäche und wegen des Zustands der Bergsteiger mussten die Einsatzkräfte neben den Kletterstellen auch das Gehgelände nahezu komplett absichern, was sich sehr zeitaufwendig gestaltete.

Gegen 13.30 Uhr wurden die beiden Männer an der Wasserfallplatte per Seil abgelassen; weitere zwei Trupps der gegen 12.20 Uhr nachgeforderten Bergwacht Ramsau hatten die Berchtesgadener Bergretter mit insgesamt zehn Einsatzkräften unterstützt und nahezu das komplette Gelände bis hinab ins Schuttkar mit insgesamt mehreren hundert Metern Seil abgesichert; der dichte Nebel und die Steinschlag-Gefahr erschwerten den Einsatz. Ein Rettungsflug wäre zu keiner Zeit möglich gewesen, da die Nebeluntergrenze unverändert über Stunden hinweg auf Höhe der Eiskapelle festhing und in der Wand Sichtweiten von nur wenigen Metern vorherrschten.

Gegen 17.30 Uhr waren alle 26 Bergretter aus Berchtesgaden und Ramsau und die beiden Geretteten aus der Wand und befanden sich im Abstieg über die Eiskapelle nach Sankt Bartholomä, von wo aus sie im Pendelverkehr mit dem Rettungsboot der BRK-Wasserwacht zur Seelände zurückgebracht wurden.

Die letzten Einsatzkräfte trafen gegen 18.30 Uhr am Seeufer ein. Die beiden 36  und 37 Jahre alten geretteten Bergsteiger waren in einer den Umständen entsprechend relativ guten Verfassung. Aufgrund des andauernden feinen Sprühregens während des rund zwölfstündigen Rettungseinsatzes waren alle Beteiligten klitschnass. Die BRK-Wasserwacht war mit insgesamt sechs Einsatzkräften im Schichtdienst den ganzen Tag über von kurz nach 7 Uhr bis 19.45 Uhr gefordert und brachte mit neun Bootsfahrten Retter und Ausrüstung nach Sankt Bartholomä und wieder zurück zur Seelände.

Pressemeldung BRK BGL