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150 Einsatzkräfte bekämpfen Großbrand

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Mehrere Personen konnten bei dem Brand im »Sonnenhof« nur über die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden in Sicherheit gelangen. Foto: BRK BGL
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Wenig mehr als eine halbe Stunde dauerten die Löscharbeiten. Von außen ist dem Gebäude kaum etwas anzusehen, innen aber ist der Schaden beträchtlich. Foto: Anzeiger/Kastner

Berchtesgaden – Rund 150 Einsatzkräfte bekämpften in den frühen Morgenstunden des Dienstags einen Großbrand im ersten Stock des als Appartementgebäude genutzten »Sonnenhofs« am Hansererweg. Weil sich der Rauch sehr schnell auf das gesamte Gebäudeinnere ausbreitete, konnten 25 der rund 40 Bewohner nicht mehr selbstständig ins Freie gelangen und mussten von der Feuerwehr geborgen werden. Zwei Personen erlitten schwere und weitere drei Bewohner leichte Rauchgasvergiftungen. Der Sachschaden beträgt bis zu 100 000 Euro.


Gegen 4.20 Uhr riss der Alarm die Einsatzkräfte aus dem Schlaf. Aufgrund der schwierigen Objektlage mit enger, extrem steiler Zufahrt wurde der sogenannte »Bereitstellungsraum«, an dem sich die Einsatzkräfte sammelten, am »Schwabenwirt-Parkplatz« angesiedelt. Rund 150 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Berchtesgaden mit dem Löschzug Maria Gern, aus Schönau, Königssee, Bischofswiesen und Bad Reichenhall, der Kreisbrandinspektion, des Technischen Hilfswerks, des Bayerischen Roten Kreuzes und der Polizei sowie drei Notärzte waren vor Ort.

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»Vor allem logistisch war es ein sehr schwieriger Einsatz«, sagte Einsatzleiter Thomas Pfnür, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden. So musste man mit der Drehleiter zunächst die enge Auffahrtsstraße bewältigen, um dann rückwärts an das ehemalige Sanatorium heranzufahren. Dort standen bereits acht Personen auf dem Balkon und warteten darauf, gerettet zu werden. Über die Drehleiter gelangten die Bewohner in Sicherheit.

Da der Brand im ersten Stock ausgebrochen war und das Gebäudeinnere bis zum 3. Stock unter Rauch stand, war vielen Bewohnern der Fluchtweg abgeschnitten. Die Feuerwehr schätzt, dass man ungefähr 20 Personen bergen musste, wobei neben der Drehleiter auch die Fluchthaube zum Einsatz kam. Die restlichen Bewohner – zumeist junge Leute, die in der hiesigen Gastronomie arbeiten – konnten sich selbst in Sicherheit bringen.

Zur Brandbekämpfung legte die Feuerwehr unter anderem eine 300 Meter lange Schlauchleitung, mit der Wasser von der Berchtesgadener Ache angesaugt wurde. Der Brand selbst konnte dann sehr schnell gelöscht werden. Um 5.02 Uhr hatten die Feuerwehren ihre Aufgabe bereits erfüllt.

Das Rote Kreuz versorgte insgesamt fünf Verletzte, die Rauchgasvergiftungen erlitten hatten. Eine Person war bereits bewusstlos. Drei Verletzte – zwei Schwerverletzte und ein Leichtverletzter – wurden in die Kreisklinik Berchtesgaden eingeliefert. Die Hausbewohner, die nicht mehr in ihre Wohnungen zurück konnten, wurden im benachbarten Hotel »Grünberger« untergebracht. Weil sie vom Feuer aus dem Schlaf gerissen worden waren, hatten sie teilweise barfuß die Flucht angetreten. Bürgermeister Franz Rasp, der zeitweise selbst als Feuerwehrmann im Einsatz war, kam mit dem Hotelbetreiber überein, dass die vorübergehend wohnungslosen »Sonnenhof«-Bewohner zunächst im Hotel »Grünberger« bleiben können.

Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen aufgenommen. Als Brandursache vermutete man gestern einen technischen Defekt in der Elektroinstallation. Ulli Kastner

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