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160 000 Kilometer in einer Saison

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Ehrende und Geehrte des Kehlsteinabschieds 2013 (v.l.): Franz Kittl (1 000 unfallfreie Fahrten), RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz, Bernhard Resch (4 000), Robert Kringer (4 000), Martin Keilhofer (2 000), Bernhard Schübel (7 000), Michael Irlinger (4 000), Tourismusdirektor Michael Grießer, TRBK-Vorsitzender Stefan Kurz, Reinhard Schaupp (9 000) und RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz. Foto: Anzeiger/Jander

Berchtesgaden – Es ist liebgewonnene Tradition bei der »Kehlstein-Familie«, eine lange Saison gemeinsam mit einem stimmungsvollen Abend ausklingen zu lassen. Diesmal war »Spießbergers Alpenküche« Schauplatz für den sogenannten Kehlsteinabschied. Für TRBK-Vorsitzenden Stefan Kurz war es in dieser Funktion das letzte Mal, TRBK-Geschäftsführer Michael Grießer konnte von mehr als positiven Bilanzen berichten und auch von RVO-Seite wurde ein erfolgreiches Fazit gezogen. Unfallfrei verlief die Saison, gleichzeitig wurde das zweitbeste Ergebnis bei den Fahrgastzahlen erzielt. Und nicht zuletzt durften sich die Busfahrer über spezielle Aufmerksamkeit freuen.


Die Begrüßung übernahm Stefan Kurz, der sich sehr freute, dass so viele Mitglieder der Kehlstein-Familie gekommen waren: »Zum Betrieb Kehlstein gehört viel dazu – die Dokustelle, die RVO, das Wirtshaus, die Familie Schmölzl und viele andere mehr.« Der Verbandsvorsitzende betonte auch den erfolgreichen Verlauf der Saison, die einmal mehr unfallfrei geblieben ist: »Respekt an die, die da Verantwortung zeigen. Das ist eine tolle Leistung unserer Busfahrerinnen und Busfahrer und eine tolle Werbung für unser Berchtesgadener Land.«

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Auch zwei aktuelle Themen sprach Kurz an. Zu der Problematik mit den gekündigten Rundgangsleitern zeigte er sich zuversichtlich, dass sich eine Lösung finden lässt und hält nichts von Dramatisierung: »Da springen jetzt einige auf, die sich profilieren wollen.« Und natürlich warb der Schönauer Bürgermeister für die Olympia-Bewerbung: »Wir wären Schildbürger, wenn wir dem nicht positiv gegenüber stehen würden.«

Konkrete und auch beeindruckende Zahlen für die erfolgreiche Kehlstein-Saison hatte Tourismus-Direktor Michael Grießer im Gepäck. So wurden bis zum letzten Betriebstag am 29. Oktober insgesamt 343 292 Fahrgäste befördert – mehr waren es bisher nur im Jahr 1990 mit 369 977 Fahrgästen. Bei der Tageshöchstzahl der beförderten Gäste wurde die 4 000-Marke nur knapp verfehlt. Begonnen hatten die Vorarbeiten für die Saison bereits am 11. März mit den acht Tage dauernden Schneeräumarbeiten an der Kehlsteinstraße. Schließlich konnte am 11. Mai der Fahrbetrieb aufgenommen werden.

Täglich waren bis zu 14 Busse der RVO im Betrieb und auch der Aufzug zum Kehlsteinhaus war quasi im Dauereinsatz. Rund 53 600 Auf- und Abfahrten wurden gezählt, das entspricht einer Strecke von 6 650 Kilometern. Trotz der langen Saison musste der Betrieb nur an acht Tagen witterungsbedingt eingestellt werden. Noch in der ersten November-Woche werden verschiedene Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten im Kehlsteinhaus durchgeführt, damit auch 2014 wieder frühzeitig geöffnet werden kann. Schon jetzt konnte Grießer ankündigen, dass die Fahrpreise im kommenden Jahr nicht erhöht werden.

RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz unterstrich die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und bestätigte Grießers Statistiken: »Unsere Zahlen stimmen überein, bis hin zum Wetter.« Sehr gerne war der Münchner wieder nach Berchtesgaden gekommen und macht auch keinen Hehl daraus: »Der gemeinsame Kehlsteinabschied ist eine ganz besondere Tradition, die wir weiter pflegen sollten. Uns als RVO ist der Auftrag Kehlstein ans Herz gewachsen.« Immerhin darf das Unternehmen so die höchst gelegene Bushaltestelle Deutschlands betreiben.

Rund 160 000 Kilometer haben die Busse in der Saison 2013 zurückgelegt. »Rein rechnerisch sind wir 3,97 Mal um die Erde gefahren. Da wir die 4,0 noch nicht ganz voll haben, muss irgendwo noch ein Bus unterwegs sein; ich kann Ihnen allerdings nicht sagen, auf welcher Halbkugel der gerade ist«, scherzte Bodenschatz. Auch er stellte die tolle Leistung der Fahrerinnen und Fahrer heraus: »Sie sorgen für Sicherheit. Das ist das A und O unserer Dienstleistung.« Für das kommende Jahr hat das Unternehmen bereits drei zusätzliche Fahrzeuge in Auftrag gegeben, damit liegt das durchschnittliche Fahrzeugalter auf der Kehlsteinlinie bei deutlich unter drei Jahren. Darüber hinaus beginnt die Einführung von Euro 6-Bussen und damit des höchstmöglichen Umweltstandards.

Als ein Höhepunkt des Abends standen schließlich noch Auszeichnungen für die Busfahrer auf dem Programm, die besonders viele unfallfreie Fahrten vorweisen können: Franz Kittl (1 000), Martin Keilhofer (2 000), Michael Irlinger, Bernhard Resch, Robert Kringer (jeweils 4 000), Bernhard Schübel (7 000) und Reinhard Schaupp (9 000). Auch die Verantwortlichen untereinander tauschten noch Präsente aus und versicherten sich auch weiterhin der gepflegten guten Zusammenarbeit. In gemütlicher Atmosphäre und mit angeregten Gesprächen – nicht zuletzt über die aktuelle Situation der Doku-Stelle – ließ die Kehlstein-Familie ihren gemeinsamen Abend ausklingen. Thomas Jander