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18-Jähriger bekommt sein Smartphone zurück

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Johannes Griese telefoniert bereits mit einem neuen Smartphone. Dennoch freut sich der 18-Jährige, dass sein altes Gerät mit vielen Dateien wieder aufgetaucht ist. (Foto: privat)
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Walter Meilinger (l.) unterstützte Christoph Karbacher, der dieses Smartphone auf den Jennerwiesen gefunden hatte, bei der Datenauswertung. Der Besitzer konnte ermittelt werden und bekommt sein Gerät, das fast zwei Monate lang im Schnee begraben lag, jetzt zurück. (Foto: Kastner)

Schönau am Königssee – Zwei Monate lang lag das Smartphone von Johannes Griese aus München auf den Jennerwiesen im Schnee begraben. Dass der 18-Jährige sein Samsung S3 mit vielen wichtigen Dateien drauf jetzt zurück bekommt, hat er einer Initiative des Finders Christoph Karbacher, des Radio- und Fernsehtechnikers Walter Meilinger und der »Anzeiger«-Redaktion zu verdanken. Die machten den Besitzer gemeinsam über die Münchner Pfarrei St. Philippus ausfindig.


Es war Anfang April, als Christoph Karbacher auf den damals schon fast schneefreien Jennerwiesen zu heimatkundlichen Recherchen unterwegs war. Der Faselsberger will die berühmten »Kerschbaam« wieder dort einsetzen, wo sie jahrzehntelang gestanden und als Ortsbezeichnung gedient hatten. Auf seiner Tour entdeckte der 76-Jährige plötzlich oberhalb des Dr.-Hugo-Beck-Hauses etwas Weißes im Gras. Es handelte sich um ein Smartphone Samsung Galaxy S3. Obwohl Karbacher als notorischer Handy-Verweigerer den Wert des Gerätes nicht einschätzen konnte, war ihm sofort klar, dass er das Fundstück gerne seinem Besitzer zurückgeben würde. Aber wie?

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Fast drei Wochen überlegte der Königsseer, bis ihm der zündende Gedanke kam. Er nahm das Gerät zur Datenauswertung mit in das Geschäft von Radio- und Fernsehtechniker Walter Meilinger, der dem Handy die Speicherkarte entnahm und sie in den Computer steckte. Der spuckte schnell eine pdf-Datei mit mehreren Adressen der Katholischen Jugendgruppe der Pfarrei St. Philippus in München aus. Darunter auch eine Liste mit zahlreichen E-Mail-Adressen.

Zur Unterstützung bei der weiteren Recherche wandte sich Christoph Karbacher schließlich an die Redaktion des »Berchtesgadener Anzeigers«. Die machte den Besitzer schnell ausfindig und ließ sich die Geschichte vom Verlust des teuren Geräts erzählen.

Johannes Griese hatte Anfang Februar mit seiner Familie einen Urlaub im Hotel »Zechmeisterlehen« in Schönau am Königssee verbracht. Während die Eltern am 11. Februar zum Schneeschuhwandern gingen, verbrachte der 18-jährige Johannes zusammen mit seiner Schwester und deren Freund einen Skitag am Jenner. Dabei muss ihm das Handy bei der Abfahrt oberhalb des Beck-Hauses aus der Skihose gerutscht sein. Gemerkt hat er es erst Stunden später, als er schon auf dem Weg ins Hotel war. Nachfragen in der Talstation und im Beck-Haus, wo das Trio noch eingekehrt war, brachten nichts. Das Smartphone mit vielen wichtigen Dateien und Erinnerungsfotos drauf blieb über Monate hinweg verschwunden.

Eigentlich hatte Johannes das Gerät schon abgeschrieben. Deshalb legte er sich kürzlich auch ein neues Smartphone zu: ein i-phone 6. Dennoch zeigte sich der 18-Jährige im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« sehr glücklich, dass er sein Galaxy S3 nun wiederbekommt: »Die Bilder und die gespeicherten E-Mail-Adressen sind mir sehr wichtig«. Johannes Griese hat sich mittlerweile bei Christoph Karbacher per E-Mail bedankt. Und der Finder freut sich schon darauf, den heute 18-Jährigen in zwei Jahren, wenn die neue Jennerbahn steht, im Dr. Hugo-Beck-Haus auf eine Brotzeit einzuladen. Auf sein Smartphone wird der junge Münchner dann sicher ganz besonders achten. Ulli Kastner