weather-image
24°

2017 ein "ruhiges" Jahr: Weniger Straftaten, mehr Bergunfälle und Vermisstensuchen

4.7
4.7
Bildtext einblenden
Im Bild von links: Willi Handke, Anton Kurz, Walter Schreyer, Richard Lenz, Thomas Weber, Herbert Gschoßmann und Franz Halmich. Foto: Polizeiinspektion Berchtesgaden

Berchtesgaden – Gute Nachrichten erhielten am Dienstag die Bürgermeister beziehungsweise Vertreter der Talkessel-Gemeinden bei einer Besprechung in der Dienststelle der Polizeiinspektion Berchtesgaden. Im Rahmen der Vorstellung der Kriminalitäts- und Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr war von einer guten Sicherheitslage im Zuständigkeitsbereich der Inspektion die Rede.


Dienststellenleiter Willi Handke und sein Vertreter Walter Schreyer empfingen hierzu die Bürgermeister Thomas Weber aus Bischofswiesen, Herbert Gschoßmann aus der Ramsau, Franz Halmich aus Marktschellenberg sowie den 2. Bürgermeister Richard Lenz aus Schönau am Königssee und Geschäftsleiter Anton Kurz von der Gemeinde Berchtesgaden.

Anzeige

Die polizeiliche Kriminalstatistik weist nach den Worten der Inspektionsleitung für das Jahr 2017 insgesamt 625 Straftaten aus (ohne Verstöße nach dem Aufenthaltsgesetz). Im Jahr 2016 waren es noch 724. Das entspricht einem Rückgang von fast 100 Delikten beziehungsweise 13,7 Prozent.

In fast allen Deliktsbereichen wurden ebenfalls rückläufige Zahlen verzeichnet. So nahmen die Diebstähle insgesamt von 225 im Jahr 2016 auf 198 in 2017 ab. Die Sachbeschädigungen und Körperverletzungsdelikte sanken ebenso, die zuletzt genannten sogar um etwa ein Drittel des Vorjahreswertes – von 119 auf 80.

Insgesamt gesehen blieb man im Jahr 2017 von aufsehenerregenden Verbrechen beziehungsweise massiven Sicherheitsstörungen oder Straftatenserien verschont und kann daher von einer ruhigen und guten Sicherheitslage sprechen.

Die sogenannte Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner), mit der man die Straftatenbelastung regional vergleichen kann, liegt mit 2582 deutlich unter den Zahlen für Bayern gesamt (4533) und der des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit 3933.

Verkehrsunfälle leicht gestiegen

Bei den Verkehrsunfällen ist eine Steigerung von 645 auf 698 und somit um zirka acht Prozent zu verzeichnen. Dies ist in erster Linie aber der Zunahme bei den Unfällen mit Sachschaden beziehungsweise bei den sogenannten Kleinunfällen geschuldet. Die Unfälle mit Personenschaden haben insgesamt leicht abgenommen, von 128 auf 121. Auch die Zahl der verletzten Personen war leicht rückläufig.

Leider musste im vergangenen Jahr auch ein Verkehrsunfall mit tödlichen Folgen aufgenommen werden, im Jahr 2016 waren es allerdings noch insgesamt fünf gewesen. »Bedauerlicherweise mussten die Beamten der Polizeiinspektion Berchtesgaden auch einen sogenannten Schulwegunfall aufnehmen, der jedoch glücklicherweise relativ glimpflich verlief«, so die Polizeichefs. Die bedankten sich besonders bei allen, die sich an der Schulwegsicherheit beteiligen und den Kindern so einen sicheren und unfallfreien Schulweg ermöglichen.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs mit den Gemeindevertretern gingen Willi Handke und Walter Schreyer noch auf die Einsatz- und Veranstaltungslage im Zuständigkeitsbereich ein und gaben noch Einblicke in verschiedene Vorhaben und Maßnahmen, mit denen sich die Kolleginnen und Kollegen der Polizeiinspektion Berchtesgaden derzeit befassen.

Alpineinsätze werden immer mehr

Aufgrund der hohen und stetig steigenden Übernachtungs- und Besucherzahlen nehmen auch die Herausforderungen wie zum Beispiel Bergunfälle oder Vermisstensuchen im Gebirge immer mehr zu und beschäftigen somit auch die Polizei. Die Polizeiinspektion Berchtesgaden verfügt insgesamt über fünf Polizeibergführer und einen Alpinbeamten, die immer wieder bei entsprechenden Einsätzen gefordert sind.

»Glücklicherweise funktioniert die Zusammenarbeit in diesem Bereich mit den Bergwachtbereitschaften hervorragend und die ehrenamtlichen Helfer unterstützen die Polizei in vorbildlicher Weise«, betonte Willi Handke. Gleiches gelte für die Zusammenarbeit mit den Gemeinden. fb