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222 000 Euro für den guten Zweck erwirtschaftet

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Altkleidersammlung der Kolpingsfamilie um 1980 am Berchtesgadener Güterbahnhof. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Wenn die Kolpingsfamilie am Samstag, 9. April, wieder Altkleider im südlichen Berchtesgadener Land sammelt, dann feiert diese Tradition gleichzeitig ein stolzes Jubiläum. Alles begann nämlich vor genau 40 Jahren, im Jahre 1976, mit dem damaligen Kolpingspräses Pater Dr. Franz Mandl.


Bevor die Kolpinger sowie ehrenamtliche und freiwillige Helfer am nächsten Samstag im gesamten südlichen Landkreis wieder gebrauchte Damen-, Herren- und Kinderbekleidung aller Art, Bett- und Haushaltswäsche, Vorhänge und Stores sowie tragfähige, paarweise gebündelte Schuhe sammeln, zieht man bei der Kolpingsfamilie stolz Bilanz. Da blickt man beispielsweise auf den enormen und nachhaltigen Kräfteeinsatz der unzähligen Helfer über vier Jahrzehnte zurück. Oder auf die gewaltige Menge des Sammelgutes, rund 1 011 Tonnen Altkleider, für deren Abtransport man einen Güterzug mit 46 Güterwägen bräuchte oder 50 dreiachsige Lastzüge. Dabei können die Sammelmengen bei fast gleichem organisatorischen Aufwand sehr schwanken: rund 49 000 Kilogramm waren es im Jahre 1990 und »nur« etwa 13 000 Kilogramm im Jahr 2013.

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Bis zum Jahr 2000 wurde zudem Altpapier gesammelt. In diesen 25 Jahren kam ein »Papierberg« von fast 1 000 Tonnen zusammen. Mit der Einführung der Blauen Tonne wurde die Sammlung von Altpapier unrentierlich.

Die durchgeführten Gebrauchtkleidersammlungen erbrachten einen Gesamterlös von rund 222 000 Euro; der höchste 1985 mit 11 640 Euro, der geringste 2004 mit 1 378 Euro. Als katholischer Sozialverband hat die Kolpingsfamilie Berchtesgaden mit diesen Einnahmeerlösen in all den Jahren karitative, gemeinnützige, kommunale und kirchliche Einrichtungen, Organisationen und Projekte unterstützt wie gefördert. Eine detaillierte betragsmäßige Aufstellung der Vielzahl an Empfängern seit 1976 ist nicht mehr möglich.

In den Anfangsjahren erhielten die beiden, inzwischen verstorbenen Berchtesgadener Missionare Karl Sommer in Bolivien und Wilgefort Sommer in Südkorea namhafte Summen im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden als einer der treuesten Mithelfer seit Anbeginn wird jährlich in ihrer ehrenamtlichen Arbeit unterstützt; Ähnliches gilt für das Berchtesgadener Hilfswerk Misericordia der Familie Schlag.

Bei der Verteilung sind der Kolpingsfamilie alle Altersgruppen wichtig: Kindergärten, Spiel- und Schülergruppen, Ministranten und Jugendliche, bedürftige Familien, Behinderte und Senioren in den diversen lokalen Einrichtungen. Allein seit 2010 flossen rund 25 000 Euro an 19 dieser Gruppierungen.

Die Kolpingsfamilie Berchtesgaden blickt durchaus stolz und zufrieden auf diese gemeinsame Leistung zurück, gilt es doch auch heute, die Ideen des Gesellenvaters Adolph Kolping zeitgemäß umzusetzen: »Verantwortlich handeln, solidarisch leben.«

Darum bittet die Kolpingsfamilie für den 9. April um rege Unterstützung durch die örtliche Bevölkerung, um auch in diesem Jahr wieder ein gutes Sammelergebnis erreichen zu können nach dem Motto: »Altkleider für einen guten Zweck«. Johannes Schöbinger