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25 Jahre Seligsprechung von Kaspar Stanggassinger

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Pater Kaspar Stanggassinger. Foto: privat

Berchtesgaden (A.P.) - Am 24. April jährt sich zum 25. Mal der Tag der Seligsprechung des Redemptoristenpaters Kaspar Stanggassinger vom Kälberstein, der am 26. September 1899 im Alter von nur 28 Jahren in Gars am Inn gestorben war. Anlässlich des 25. Jahrestages der Seligsprechung von Pater Kaspar Stanggassinger findet am Donnerstag, 25. April, um 20.00 Uhr ein feierlicher Gottesdienst vor dessen Geburtshaus am Kälberstein statt. Dieser wird gleichzeitig als Dankgottesdienst für die Errettung des Berchtesgadener Landes bei der Bombardierung des Obersalzbergs am 25. April 1945 gefeiert.


Bei seiner Beisetzung waren nur wenige Menschen seinem Sarg gefolgt: seine Verwandten, ein paar Schüler und Mitbrüder. Zu kurz und unspektakulär war sein Leben gewesen, als dass davon groß Notiz genommen worden wäre. Und dennoch kamen bereits kurze Zeit nach seinem Tod Menschen aus der weiten Umgebung an sein Grab in Gars, um bei ihm für ihre Anliegen zu beten. Es gab Gebetserhörungen und Heilungswunder. Schon Anfang 1935 wurden deshalb seine Gebeine von der Klostergruft in die Herz-Jesu-Kapelle der Klosterkirche überführt und Kardinal Faulhaber leitete den sogenannten Informativprozess ein. Nach verschiedenen Zwischenschritten wurde schließlich am 26. April 1960 im Vatikanpalast der »Apostolische Prozess für den Diener Gottes Kaspar Stanggassinger über die Heldenmütigkeit der christlichen Tugenden« eingeleitet. 1987 erkannten nacheinander die Ärzte-Konsulta, die Theologen-Konsulta, die Konsulta der Kardinäle und schließlich auch der Papst die unerklärliche Heilung von Schwester Theophilus Kleeberger in Neumarkt als wirkliches Wunder an.

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Etwa 20 000 Pilger, darunter auch viele aus Berchtesgaden und Gars, hatten sich am Sonntag, 24. April 1988, auf dem Petersplatz versammelt, als Papst Johannes Paul II. den Seligsprechungsgottesdienst für Pater Kaspar Stanggassinger und drei weitere Diener Gottes zelebrierte. Nach dem Kyrie folgte die eigentliche Seligsprechung, die sogenannte Beatifikation.

Vier Diözesanbischöfe traten nun nacheinander vor den Heiligen Vater als Fürsprecher für die vier Seligzusprechenden. Friedrich Kardinal Wetter verlas den Lebenslauf von Kaspar Stanggassinger und bat den Heiligen Vater danach um die Seligsprechung. Der Papst erklärte anschließend, dass die vier Diener Gottes künftig in der Kirche verehrt werden dürfen und ihr Name in den Kalender der Heiligen aufgenommen wird.

Als Gedenktag für Kaspar Stanggassinger legte er den 26. September fest. Danach wurden die vier an der Fassade des Petersdomes hängenden Wandbilder der neuen Seligen enthüllt.

Alle Berchtesgadener, die dabei waren, werden sich gut daran erinnern können, dass gerade als Waltraud Resch die Lesung vortrug, wolkenbruchartige Regenfälle einsetzten. Nach den Aufzeichnungen hatte es auch am Primiztag von Stanggassinger am 16. Juni 1895 geregnet. Bei der Gabenprozession überbrachte Rita Heinz, Großnichte von Kaspar Stanggassinger, einen Alpenblumenstrauß, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Herbert Ernst überreichte dem Heiligen Vater von der Pfarrei St. Andreas eine Fuikl.

Die Nachfeier mit Friedrich Kardinal Wetter am Montag fand dann wieder im Trockenen statt, nämlich in der Basilika Santa Maria Maggiore. Umrahmt wurde diese Feierlichkeit von einem großen Chor, der von neun Kirchenchören des Berchtesgadener Landes gebildet wurde. »Pater Kaspar Stanggassinger ist eine Leuchte, die nicht nach Idealen strebte, sondern Tag für Tag den Willen Gottes erfüllte«, betonte Friedrich Kardinal Wetter in seiner Predigt. »Kaspar hat sein Leben ganz entschieden auf Gott ausgerichtet, es war ein Leben mit Gott, in Gott und für Gott.«

Eine Woche später, am 1. Mai, fand auf dem Berchtesgadener Schlossplatz bei strahlend blauem Frühlingshimmel die große Diözesanfeier mit Friedrich Kardinal Wetter statt. Der neu angefertigte Schrein mit den Reliquien des Seligen war dazu mit einem Ehrengeleit der Bergknappen auf den Schlossplatz gebracht worden.

»Unser neuer Seliger ist ein Geschenk Gottes«, sagte der Kardinal in seiner Predigt, »ein Geschenk muss man annehmen und sich aneignen.« Weiterhin legte er den mehreren Tausend versammelten Gläubigen ans Herz, ebenso wie der Selige durch die täglich gelebte Treue im Kleinen Schritt um Schritt nach oben zu steigen und sich wie er bei diesem Aufstieg der Gottesmutter anzuvertrauen. Mehr als 150 Sängerinnen und Sänger umrahmten das Pontifikalamt mit der »Berchtesgadener Liebfrauenmesse« von Pater Corbinian Rother und wurden dabei von zwei Musikkapellen begleitet.

Nach wie vor erfreut sich Kaspar Stanggassinger, den Pfarrer Walter Brugger einmal einen »Seligen des Alltags« nannte, einer großen Verehrung. Vor allem in Gars, wo im Rupertus-Altar der Klosterkirche sein Reliquienschrein steht, wird sein Andenken hochgehalten. Am 26. jeden Monats findet zu seinen Ehren ein Gottesdienst statt. Zum Sterbetag des Seligen am 26. September fährt alljährlich ein Bus mit Wallfahrern aus Berchtesgaden nach Gars.