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Stefan Kurz bricht sich das Wadenbein – Verleihung der Ehrenbürgerwürde verschoben

30-jährige Amtszeit endet im Krankenhaus

Schönau am Königssee – Das Ende seiner 30-jährigen Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee verbringt Stefan Kurz im Krankenhaus. Der 65-Jährige brach sich am Freitag im Urlaub mit den Tennisfreunden Schönau am Königssee am Gardasee bei einem Treppensturz das Wadenbein. Dabei hätte der CSU-Politiker am heutigen Dienstag bei einer Feier im Gasthof »Unterstein« die Ehrenbürgerwürde verliehen bekommen sollen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Beim Spatenstich für das neue »Explorer«-Hotel war für Stefan Kurz die Welt noch in Ordnung. Jetzt liegt der scheidende Bürgermeister mit Wadenbeinbruch im Krankenhaus. Foto: Anzeiger/Kastner

»Das habe ich mir auch anders vorgestellt«, so Bürgermeister Stefan Kurz gestern Montag zum »Berchtesgadener Anzeiger«. Schließlich hätte es ein sportlich-entspannter Tennisurlaub in Tremosine oberhalb von Limone werden sollen. So war es dann auch und Stefan Kurz schwang wie auch seine Vereinskameraden mehrere Tage lang den Schläger.

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Einen Tag vor Urlaubsende ist es dann am Freitag passiert. Nach einem langen Tennistag stieg Stefan Kurz die Treppen zu seinem Appartement hinunter, als er plötzlich umknickte und der Unterschenkel dadurch mit dem Körpergewicht belastet wurde. »Es hat schon geschmerzt, aber ich dachte mir: Das wird schon wieder«, erinnert sich der 65-Jährige. Allerdings musste er doch eine deutliche Blaufärbung direkt oberhalb des Sprunggelenks und eine Schwellung feststellen. Aber immerhin ging es ja am Samstagmorgen mit dem Kleinbus wieder nach Hause.

In Unterstein angekommen, drängte ihn seine Frau Evi dazu, ins Krankenhaus zu gehen. Das tat Stefan Kurz auch – und es war sicher nicht verkehrt. Denn beim Röntgen stellten die Ärzte fest, dass das Wadenbein direkt oberhalb des Sprunggelenks gebrochen war. »Ich durfte das Bein nicht mehr belasten«, so Kurz. Eine sofortige Operation war wegen der Schwellung nicht möglich.

Und so wartete Stefan Kurz gestern beim Telefongespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« als Patient im Krankenhaus Bad Reichenhall noch auf seine Operation. »Die Schwellung geht langsam zurück und die Operation soll am Freitag erfolgen«, blickt der 65-Jährige voraus. Er ist zuversichtlich, dass er nach dem Wochenende wieder nach Hause darf und alles einigermaßen schnell wieder heilen wird.

»Ich muss es nehmen wie es ist, denn ich kann es eh nicht ändern«, zeigt sich Stefan Kurz gelassen. Trotzdem weiß der Untersteiner, dass ihm in dieser Woche ein paar letzte, wichtige Termine entgehen werden. Am heutigen Dienstagvormittag hätte er seine letzte Sitzung des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee leiten sollen. Hier muss nun sein Stellvertreter Franz Rasp einspringen. Und heute Abend hätte Stefan Kurz im Gasthof »Unterstein« eine ganz besondere Auszeichnung in Empfang nehmen sollen. Geplant war die Verleihung der Ehrenbürgerwürde von Schönau am Königssee an den scheidenden Rathauschef. Freilich soll der Termin nachgeholt werden.

Auch ohne Stefan Kurz stattfinden wird allerdings morgen Mittwoch im Gasthof »Unterstein« die Verabschiedung der ausscheidenden Gemeinderäte. 2. Bürgermeister Manfred Vonderthann wird die Rolle von Stefan Kurz übernehmen. Lediglich die Übergabe der Amtskette an den neuen Bürgermeister Hannes Rasp, die auch für diesen Abend geplant war, wird noch etwas warten müssen. Da muss Stefan Kurz halt trotz Ruhestand noch einmal antreten, was er aber wohl gerne machen wird.

Jetzt heißt es für Stefan Kurz, erst einmal Geduld zu beweisen. Ob er dazu als Patient imstande ist, weiß er nicht. Schließlich sind rund 20 Jahre vergangen, seit der Rathauschef letztmals krankheitsbedingt für einige Tage fehlte. Damals musste er vier Tage lang für ein Langzeit-EKG ins Krankenhaus. Genau genommen sind es aber auch diesmal nur drei Arbeitstage, die er im Rathaus fehlt. Ulli Kastner