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Die FWG-Besucher warfen auch einen Blick auf den ursprünglich vom Platterhof am Obersalzberg stammenden Atlasbrunnen. Der Brunnen hat die Bombardierung im Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden und wurde nach dem Krieg abgebaut und 1953 im Kurgarten in Bad Reichenhall neu aufgebaut. (Foto:privat)

33 Gärtner kümmern sich um den Kurpark

Berchtesgadener Land – Kreistagsfraktion und Vorstandschaft der Freien Wähler Berchtesgadener Land informierten sich über zwei frei zugängliche Angebote der Stadt Bad Reichenhall, den Kurgarten und das Gradierwerk. Der Kurgarten ist auf die »Kuranstalt Achselmanstein«, eröffnet 1846, zurückzuführen, die zunächst als einzige Kuranstalt des Reichenhaller Tales über einen eigenen Park verfügte. Die ersten Kurgäste entdeckten bald den Reiz und die gesundheitliche Wirkung der nahe gelegenen Gradierhäuser, deren überdachte Flächen ein vom Wetter unabhängiges Promenieren erlaubten.


Nachdem die Gradierhäuser aufgrund des technischen Wandels nicht mehr zur Salzgewinnung, sondern nur für Kur-Zwecke genutzt wurden, schlug im Jahr 1868 die Geburtsstunde des Kurgartens. Der Königliche Kurgarten wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im barocken Stil neu gestaltet. Die Blumenrabatten wurden in einem symmetrischen Wegenetz angelegt und Kastanienbäume alleeartig gepflanzt.

Die Besucher waren dabei beeindruckt von der botanischen Vielfalt des Kurgartens, in dem keinerlei Pestizide eingesetzt werden und der von 33 Gärtnern betreut wird. Die Pflanzen werden in der eigenen Gärtnerei gezogen.

Eine weitere Führung informierte die Besucher über das Gradierhaus. Ursprünglich wurden diese Häuser in Bad Reichenhall errichtet, um den Salzgehalt in der Sole zu erhöhen und so wertvolle Brennstoffe zu sparen, da die Wälder in der Umgebung bereits größtenteils abgeholzt waren. Indem die Sole über die Reisigwände träufelt, verdunstet Wasser und erhöht so den Salzgehalt. Mitte des 18. Jahrhunderts entstand in Bad Reichenhall das erste Gradierhaus. Im Laufe der Zeit entstanden mehrere Häuser und durchzogen, so das Landschaftsbild prägend, den Talboden. Das jetzt noch stehende Gradierhaus entstand im Jahr 1910 neu im Jugendstil und diente schon damals ausschließlich den Kurgästen.

Zur Zeit der Errichtung ging man auch davon aus, dass der verbaute Stahlbeton haltbarer sei als die früher verwendete reine Holzkonstruktion, was sich aber als Irrtum herausstellte. Der Stahl rostet durch den Salzgehalt in der Luft, was laufenden Instandhaltungsaufwand nach sich zieht.

Die gesundheitliche Wirkung der salzhaltigen Luft wird jedoch von Kurgästen und Einheimischen gleichermaßen geschätzt. Ein eigener Kinderspielplatz daneben soll auch kleinen Patienten mit Atemwegserkrankungen spielerisch die Inhalation der salzhaltigen Luft ermöglichen.

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