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3D-Einzug im Kinosaal

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Die Tage sind für die Vorführmaschine gezählt: Martina Klegraefe beim Einlegen einer 35-Millimeter-Rolle. Anzeiger-Foto

Berchtesgaden - Das analoge Kinozeitalter ist vorbei: Ab Mittwoch, 12. Dezember, wird im Kongresshaus das Digitalkinozeitalter eingeläutet. Dann auch in 3D. Betreiber Hans Klegraefe sieht sich für die Zukunft gewappnet. Ab heute wird im Kongresshauskino aber erst einmal umgebaut.


Der 35-Millimeter-Projektor ist Geschichte. Seit 15 Jahren laufen hier Filme. Große Rollen, 4000 Meter lang ist so ein Film, würde man ihn auseinanderrollen. Die klassische Kinorolle wird es in Zukunft aber nicht mehr geben. Hans Klegraefe hat sein Kinoequipment verkauft und kräftig investiert. In einen Hochleistungs-Kinoprojektor mit 3D-Funktionalität. Film-Blockbuster lassen sich also in Zukunft auch in Berchtesgaden dreidimensional anschauen. Das war bislang der entscheidende Vorteil, den Salzburg als Kinozentrum im Vergleich zu Berchtesgaden hatte.

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Mit dem Wegfall des Schwabenkinos konzentriert sich Klegraefe voll und ganz auf das Kurkino. Bis zu fünf Filme sollen gleichzeitig laufen, verteilt auf den Tag. Vom Kinderfilm über die Liebes-Schmonzette bis hin zum Schocker ohne Altersfreigabe. »Wir versuchen, am Wochenende auch wieder mal Spätvorstellungen anzubieten«, sagt der Kinobetreiber.

Momentan arbeitet er gemeinsam mit Ehefrau Martina und Familie daran, dass die wenigen Tage, die zum Umbau zur Verfügung stehen, gut genutzt werden. Generalüberholung, eine neue Leinwand wird in das Kino eingebaut, die Lieferung samt Installation des Projektors steht an. Der in die Jahre gekommene Vorführapparat mit den 35-Millimeter-Rollen hat inzwischen einen neuen Besitzer gefunden. Ein Käufer aus Bulgarien - er holt das Schmuckstück persönlich ab.

In Zukunft wird Hans Klegraefe keine klassischen Kinorollen mehr geliefert bekommen. Filme schicken die Verleiher dann nur noch auf Festplatten. »Die Arbeit wird uns dadurch erheblich erleichtert«, sagt Klegraefe. Andererseits: »Die Kinokultur wird damit ein Stückchen ärmer.« kp