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4 740 Stunden und 43 Einsätze geleistet

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Einige der ehrenamtlichen Mitglieder der Wasserwacht Berchtesgaden wurden bei der Jahreshauptversammlung in der »Watz-Alm« geehrt (siehe Kasten). (Foto: privat)

Berchtesgaden – Die Wasserwacht Berchtesgaden hat im Jahr 2015 insgesamt 43 Einsätze geleistet. Zusammen mit Ausbildung, Verwaltung und sonstigen Aufgaben kommen die Ehrenamtlichen auf 4 740 Arbeitsstunden. Damit war es ein durchschnittliches Jahr, wie der technische Leiter Franz Kurz in der Jahreshauptversammlung berichtete, die kürzlich im Veranstaltungsraum »Watz-Alm« am Bahnhof stattfand.


Die Vorsitzende Elke Schneider eröffnete die Versammlung. Schneider gab einen kurzen Überblick über das vergangene Jahr. Der erste Termin für die Wasserwacht war die Neujahrsparty am Königssee, wo die Mitglieder einen Stand betrieben. Die Vorsitzende betonte anschließend die gute Zusammenarbeit der verschiedenen »Behörden und die Organisationen mit Sicherheitsaufgaben« (BOS): Die Gemeinde Schönau am Königssee hat einen Brandschutzbedarfsplan erstellen lassen, in dem geregelt ist, dass die Feuerwehren Schönau und Königssee kein eigenes Feuerwehrboot beschaffen, sondern das Motorrettungsboot der Wasserwacht im Einsatzfall gemeinsam mit der Wasserwacht nutzen.

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Die aktiven Kameraden genießen seit 2015 eine gemeinsame »erweiterte Sanitäts-Ausbildung« mit der Bergwacht Marktschellenberg. Hier werden diverse Ausbildungsinhalte trainiert und geübt, wie Schneider weiter berichtete.

Ein Highlight sei die Herz-Lungen-Wiederbelebung-Ausbildung an der Anlegestelle Kessel am Königssee gewesen, so die Vorsitzende. Der technische Leiter, Franz Kurz, beleuchtete in seinem Bericht das Einsatzjahr 2015. »2015 war ein durchschnittliches Jahr. Vom Patiententransport am Königssee über einen Canyoning-Einsatz in Weißbach sowie einer großen Vermisstensuche in und an der Berchtesgadener Ache war alles dabei.« Daher sei die breite Ausbildung enorm wichtig. »Unsere Aktiven werden jährlich im Bereich Fließwasser durch unseren eigenen Fließwasser-Retter Ausbilder Jürgen Klapfenberger in Theorie und Praxis geschult. 2015 fand auch ein eigener Lehrgang zum Fließwasser-Retter in Berchtesgaden statt, an dem acht Mitglieder der Ortsgruppe Berchtesgaden teilnahmen.«

Vermisstensuchen und Taucheinsätze

2015 begann für die Wasserwachten in Bayern ein neues Zeitalter im Bereich Funk: »Der neue Digitalfunk für »BOS« ist gekommen – zwar noch im Probebetrieb, aber die Ortsgruppe Berchtesgaden ist gerüstet«, fuhr Kurz fort. Der stellvertretende Technische Leiter Martin Planegger war auf mehreren Lehrgängen in der Staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried und hat sich zum »Ausbilder Digitalfunk« qualifiziert. Planegger hat die gesamte Koordination für die Einführung des Digitalfunks auf Kreiswasserwachts-Ebene übernommen. »Die ersten Geräte sind in den Fahrzeugen verbaut, die ersten Schulungen unserer Ehrenamtlichen sind bereits gelaufen. Nun warten wir auf den Einbau ins Boot sowie die Praxisschulungen, die sich mein Stellvertreter einfallen hat lassen« so Kurz.

Die Wasserwacht Berchtesgaden war 2015 insgesamt bei 43 Einsätzen gefordert. Davon 32 Mal am Königssee, bei drei Vermisstensuchen, bei vier Taucheinsätzen sowie bei 14 Erstversorgungen, die während der Dienste oder nach Einsätzen hinzukamen.

Ein besonderer Einsatz war 2015 eine Vermisstensuche im Bereich Obersee-Röth. Hier wurde die Wasserwacht zusammen mit der Bergwacht Berchtesgaden an einem Freitag Abend alarmiert, um einen vermissten Wanderer im Bereich des Obersees zu suchen (wir berichteten). Aufwändig war auch die Vermisstensuche eines Flüchtlingskindes im Bereich der Berchtesgadener Ache. Hier wurde der gesamte Bereich der Ache vom Königssee bis hin zur Grenze von den heimischen Wasserwachten und Feuerwehren abgesucht. Leider konnte das Mädchen nicht gefunden werden, der Einsatz wurde erfolglos abgebrochen.

»Ein überaus zeitintensiver Einsatz kam dann im September auf uns zu« so Kurz. »Die Flüchtlings-Situation in Freilassing spitzte sich zu, innerhalb weniger Tage kamen so viele Flüchtlinge nach Freilassing, die betreut und sanitätsdienstlich versorgt werden mussten. Die Wasserwachten im Landkreis unterstützen die Bereitschaften hier in den ersten zwei Wochen mit mehreren Sanitätern bzw. Rettungsassistenten. In Freilassing leistete die Wasserwacht Berchtesgaden insgesamt rund 570 Einsatzstunden mit vielen Stunden für die Planung und Schichteinteilung.

Rudi Schierghofer, Kreisvorsitzender der Wasserwacht BGL, und Elke Schneider ehrten im Anschluss noch einige Mitglieder (siehe Kasten). Eine besondere Ehrung wurde Alfons Kandler, Ehrenvorsitzender der Kreiswasserwacht BGL, zuteil (wir berichteten).

Gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr

Das breite Spektrum an Aufgaben, das die Wasserwacht mittlerweile übernimmt, wurde auch von Bartl Mittner, zweiter Bürgermeister von Berchtesgaden, in den Grußworten hervorgehoben.

Neben Mittner sprachen noch Kreisbrandinspektor Toni Brandner, Berchtesgadener Polizeichef Günther Adolph und Michael Grießer, Chef der Staatlichen Seenschifffahrt am Königssee, Gruß- und Dankesworte. Tobias Kurz, Kreisgeschäftsführer des BRK BGL, sprach der Wasserwacht Berchtesgaden einen Dank für die Unterstützung in Freilassing beim Flüchtlingseinsatz aus. »Der Einsatz läuft aktuell immer noch – immer mit Unterstützung von Ehrenamtlichen«, sagte Kurz. fb