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440 Häuser bekommen schnelles Internet

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Roßdorf soll bis Anfang 2018 mit schnellem Internet versorgt sein. 53 Gebäude rund um Roßdorf sollen in absehbarer Zeit auch noch zum Zug kommen. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Der weitere Ausbau des schnellen Internets in der Flächengemeinde Teisendorf schreitet zügig voran.


Nachdem der Gemeinderat erst im August einstimmig die vierte Ausbaustufe mit Fördermitteln des Freistaats Bayern beschlossen hatte, befürwortete er nun ebenso einmütig die Fortsetzung des Ausbaus mit Fördermitteln des Bundes. Etwa 440 weitere Häuser könnten davon profitieren. Zu den möglichen Erschließungsgebieten gehören Roßdorf und Umgebung sowie der Bereich entlang der Autobahn 8. Diplom-Ingenieur Paul Roither stellte die Hintergründe und die neuen Ausbaugebiete vor.

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Die maximale Förderung durch den Bund beträgt laut Roither zehn Millionen Euro bei einem Fördersatz von 50 Prozent. Der Freistaat Bayern beteiligt sich im Rahmen einer Kofinanzierung mit einem Fördersatz von maximal 30 Prozent; die Fördersumme des Freistaats ist jedoch auf 950 000 Euro gedeckelt.

Wenn die Gemeinde beide Zuschüsse, durch den Bund und durch das Land, voll ausschöpfen will und damit 80 Prozent Zuschuss erhalten will, wäre beim weiteren Breitbandausbau eine maximale Deckungslücke in Höhe von 3,1 Millionen Euro möglich. Die Deckungslücke ist der Betrag, der nach Abzug der Kundenbeiträge von den Investitionskosten des Netzbetreibers übrig bleibt. Um die Erschließung ländlicher Betriebe für Netzbetreiber attraktiver zu machen, kommen Bund, Land und Gemeinde gemeinsam für die Deckungslücke auf.

Bei der für die Ausnutzung der Maximalförderung möglichen Deckungslücke von 3,1 Millionen Euro beträgt der Anteil des Bundes 1,5 Millionen Euro, die Kofinanzierung des Landes 950 000 Euro und der Gemeindeanteil 633 000 Euro. Alles, was die knapp 3,2 Millionen Euro überschreitet, würde nur noch mit 50 Prozent vom Bund gefördert.

Etwa 2858 verschiedene Adressen umfassen die Gebäude in der Marktgemeinde Teisendorf. Mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde werden in drei Ausbaustufen insgesamt 2315 Adressen versorgt. Mit Höfebonus sollen 102 weitere Adressen schnelles Internet bekommen. Übrig bleiben etwa 440 Adressen mit einer Versorgung unter 30 Megabit pro Sekunde, die mit Bundesfördermitteln ausgebaut werden können.

Eine Markterkundung wurde laut Roither bereits am 16. August gestartet und läuft noch bis 18. September, um von den Netzbetreibern deren Ausbaupläne, die Ist-Versorgung und deren eigene Infrastruktur abzufragen. Für den Förderantrag müssten Erschließungsgebiete vorgelegt werden, die man später nur noch bis maximal 15 Prozent reduzieren könne. Das größte geplante Gebiet sind die 124 Gebäude entlang der A 8 mit Kosten (Deckungslücke) in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Für die vorgesehenen neun Ausbaugebiete würden rund 3,8 Millionen Euro Deckungslücke anfallen; diese müssten durch Ausgliederung eines Gebietes als zweites Los für den späteren Ausbau mit anderen Fördermitteln auf 3,2 Millionen Euro reduziert werden.

Elisabeth Aschauer (Grüne) fragte nach, ob es richtig ist, dass noch einzelne Häuser herausfallen könnten. Dies bejahte Roither. Alles, was mit 30 Megabit oder besser versorgt ist, könne nicht mit den Bundes-Fördermitteln ausgebaut werden.

Verschiedene Sprecher wie Hans Rauscher (SPD) und Norbert Schader (FWG) erachteten es als kluge Vorgehensweise, die Kosten auf 3,2 Millionen Euro zu deckeln, um dafür die maximale Förderung zu erhalten. Der Rest solle als zweites Los später ausgebaut werden, eventuell mit einer zweiten Auflage des »Höfebonus« des Freistaats für abgelegene Weiler. Festgelegt werden müssen das erste und das zweite Los erst, wenn man ins Auswahlverfahren geht.

»Internet ist einfach heute das Thema. Wir sind da von Seiten der Gemeinde auf einem guten Weg«, betonte Peter Schuhbeck (FWG). Eine Deckelung sei sinnvoll und »absolut in Ordnung«. Wetzelsperger pflichtete bei; er sei sich sicher, dass es auch in Zukunft Breitband-Förderungen geben wird. »Wir verbauen uns gar nichts.« Er äußerte die Hoffnung, dass die Ausschreibung auch potente Netzbetreiber anspricht. Zweiter Bürgermeister Schader sprach sich dafür aus, für die Bevölkerung das Maximum auszuschöpfen und als Gemeinde ins schnelle Internet ebenso wie in den Straßenbau regelmäßig zu investieren. vm

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