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45 Jahre im Dienst für die Gemeinde Ramsau

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45 Jahre sein vertrauter Platz in der Ramsauer Gemeinde; nun geht Kämmerer Alois Resch Ende des Monats in den wohlverdienten Ruhestand. Foto: Anzeiger/Irlinger

Ramsau – Ein Urgestein der Ramsauer Gemeindeverwaltung verabschiedet sich: Kämmerei Alois Resch geht zum 31. August in Pension. Der 64-Jährige war 45 Jahre in der Gemeinde beschäftigt und bis auf das Standesamt in allen Abteilungen tätig.


Seine berufliche Karriere begann jedoch nicht in der Verwaltung. »Ich bin mit 14 Jahren aus der Schule gekommen und habe dann eine kaufmännische Lehre beim Edeka-Großhandel in Berchtesgaden und Piding gemacht«, erinnert sich Alois Resch. Nach drei Jahren Lehre und zwei Jahren Arbeit in diesem Beruf klingelte der damalige Geschäftsleiter der Gemeinde Ramsau bei der Familie Resch. »Jakob Stöckl hat meinem Vater erzählt, dass auf der Gemeinde ein Mitarbeiter gesucht wird und so habe ich am 1. Mai 1969 dort zu arbeiten begonnen – schließlich gab es neben mir keinen anderen Bewerber«, schmunzelt Resch. Doch richtig durchstarten konnte er zunächst nicht, erst musste der 18-monatige Grundwehrdienst in Bad Reichenhall absolviert werden. Nach der Bundeswehr kehrte Alois Resch auf die Gemeinde zurück und absolvierte neben der Arbeit zwei Jahre lang Fernkurse mit Blockunterricht in München. 1973 legte er erfolgreich die Fachprüfung zum Verwaltungsangestellten ab und war fortan in den verschiedensten Abteilungen der Gemeindeverwaltung – vom Einwohnermeldeamt über die Kasse bis hin zum Steueramt – tätig. Nur im Standesamt hat Alois Resch in seinen 45 Jahren Dienstzeit nie gearbeitet.

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Den Posten des Kämmerers hat der Ramsauer von Karl Komposch übernommen. »Ich habe Karl sowohl als Kämmerer 1983 wie auch als Bereitschaftsleiter bei der Ramsauer Bergwacht 1993 beerbt«, erinnert sich Resch gut gelaunt. In seiner jahrzehntelangen Arbeit als Verwaltungsangestellter hat Alois Resch mit fünf Bürgermeistern (Karl Graßl, Georg Graßl, Hans Flunk, Hans Datzmann und aktuell Herbert Gschoßmann), zwei Geschäftsleitern (Jakob Stöckl und aktuell Martin Willeitner) und unzähligen Gemeinderäten zusammengearbeitet. »In der Verwaltung waren wir immer eine kleine Mannschaft, die meisten waren oder sind seit sehr vielen Jahren dabei. Es herrscht kein starker Wechsel, das ist für mich ein gutes Zeichen«, so Resch. Auch das hervorragende Betriebsklima und die gute Zusammenarbeit mit Kollegen aus den Nachbargemeinden haben den 64-Jährigen jeden Tag gerne in die Arbeit gehen lassen.

Die größten finanziellen Projekte als Kämmerer waren für Alois Resch die komplette zentrale Wasserversorgung und der Kanalbau in der Gemeinde, die sich beide über viele Jahre zogen. Auch der Bau der Grundschule, des Kindergartens und der Sporthalle gehörte zu den finanziellen Herausforderungen innerhalb seiner Amtszeit. »Ich habe narrisch viel mit Leuten zu tun gehabt, man lernt einfach die ganze Ramsau und viele familiäre Hintergründe kennen«, freut sich Alois Resch. Natürlich gab es auch immer wieder mal Momente, die dem vierfachen Familienvater in nicht so schöner Erinnerung sind. Doch er hielt immer an einem Grundsatz fest: »Das wichtigste ist, mit den Bürgern zu reden, es lässt sich alles ausreden und eine Lösung finden.«

Für Alois Resch ist seine Dienstzeit wahnsinnig schnell vergangen, ganz aus der Verwaltung verabschiedet er sich aber noch nicht. Er wird aushilfsweise weiter auf der Gemeinde beschäftigt sein, auch um den neuen Kämmerer Albert Radlmeier einzuweisen. Auf etwas mehr Freizeit freut sich Alois Resch aber trotzdem, schließlich hat der naturverbundene Ramsauer genügend Hobbys und ist seit 1969 aktives Mitglied bei der Bergwacht. Und auch zuhause in der eigenen Pension geht die Arbeit nie aus. »Ich habe keine Sorgen, dass ich in ein Loch falle«, schmunzelt der Ramsauer.

Das wird der Kämmerer bestimmt nicht, dafür sorgen auch seine bald ehemaligen Kollegen: Von Bürgermeister Herbert Gschoßmann und den Gemeinderäten gab es als Abschiedsgeschenk einen Gutschein für einen Aufenthalt im Hotel »Edelweiß« in Großarl. Warum die Wahl ausgerechnet auf einen Hotelgutschein fiel, erfuhr der »Berchtesgadener Anzeiger« aus Insiderkreisen: So geht Alois Resch gemeinsam mit seiner Frau gerne mal auf Reisen und nächtigt dort – ganz nach seiner Lieblingsredensart »des duads leicht« – in einem kleinen Zwei-Mann-Zelt auf einem Campingplatz. Und andererseits verbindet der Kämmerer mit Großarl eine besonders harmonische Zusammenarbeit mit dem Ramsauer Gemeinderat der Periode 2008 bis 2014. Caroline Irlinger