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Testeten den geodätischen Referenzpunkt (v.l.): Ministerialrat Tobias Kunst, Landrat Georg Grabner, Bürgermeister Hannes Rasp, Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber und Vermessungsamtschef Rupert Loidl. (Foto: Fischer)

Schönau am Königssee – Landrat Georg Grabner, Bürgermeister Hannes Rasp und Ministerialrat Tobias Kunst vom Bayerischen Heimatministerium haben am Dienstagnachmittag den ersten geodätischen Referenzpunkt im Landkreis enthüllt. Er befindet sich vor der Touristinfo am Königssee und enthält die exakten Koordinaten des Standortes. Heimatminister Dr. Markus Söder hatte seine Teilnahme unmittelbar vor dem Termin abgesagt.


Gespanntes Warten. Nervöses Hin- und Hergehen. Gleich kommt er, der Herr Minister. Eine große, dunkle Audi-Limousine mit abgedunkelten Fondscheiben fährt vor. Jawoll. Es steigen aber nur Söders Pressesprecherin und Ministerialdirigent Tobias Kunst aus. »Ich habe ein ungutes Gefühl«, sagt Rupert Loidl, der Direktor des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Freilassing. Dann die nächste Limousine: ein dunkler BMW. Ist es jetzt so weit? Leider, nein. Die heimische CSU-Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber steigt aus. Berchtesgadens Polizeichef Günther Adolph dreht das Funkgerät lauter. Dr. Markus Söder kommt nicht. »Der Herr Minister hat in Bischofswiesen umgedreht«, scherzt Adolph und steigt in sein Einsatzfahrzeug. Er wird nicht mehr gebraucht und fährt zurück zur Inspektion. Zwei Beamte in Zivil bleiben.

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»Die Kabinettssitzung hat einfach zu lange gedauert«, verkündet die Pressesprecherin. »Normalerweise ist um 13 Uhr Schluss. Aber die Nachbesprechung zum G7-Gipfel hat alles verzögert.« Dann kommt Landrat Georg Grabner. Es kann losgehen.

Bürgermeister Hannes Rasp schreitet zum mobilen Rednerpult vor der Touristinfo. Er erklärt, dass der Standort des geodätischen Referenzpunktes optimal sei. »Etwa eine Million Gäste kommt pro Jahr daran vorbei«, so Rasp.

Auch Rupert Loidl zeigt sich mit dem Standort zufrieden. »Ein idealer Ausgangspunkt für Bergtouren, Wanderungen und Schifffahrten. Die Frequentierung ist enorm«, freut sich der Direktor des Vermessungsamtes. Laut Loidl müsse es nicht bei einem Referenzpunkt im Landkreis bleiben. Theoretisch könne in jeder Gemeinde einer stehen. Die Vermessung würde sein Amt übernehmen, die Materialkosten müsste die jeweilige Kommune tragen.

Ministerialrat Tobias Kunst erklärt die Vorteile eines geodätischen Referenzpunktes. »Die Angaben von handelsüblichen Ortungssystemen passen meistens nicht ganz«, so Kunst. »An dem Punkt kann sie jeder überprüfen.« Was prinzipiell für jeden Passanten, der über ein Navigationsgerät oder ein Smartphone verfügt, interessant sei. Nicht nur für Wanderer und Geocacher. Die exakten Daten des Standortes sind übrigens: 47° 35,4879' nördliche Breite, 12° 59,3086' östliche Länge, 608,8 Meter über Normalnull. Christian Fischer