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50 Meter und 100 Meter abgestürzt

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Zweimal musste die Hubschrauberbesatzung gemeinsam mit Notarzt und Bergwacht Berchtesgaden am Mittwochabend nach Sankt Bartholomä fliegen, um zwei schwerverletzte Bergsteiger zu retten. (Foto: BRK BGL)

Schönau am Königssee – Zwei sehr schwere Bergunfälle haben am Mittwochabend die Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden und des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ gefordert: Ein 77-Jähriger aus dem Landkreis Traunstein ist am Rinnkendlsteig rund 50 Meter tief durch steiles, felsdurchsetztes Waldgelände in Richtung Königsseeufer abgestürzt. Kurz nach 19.20 Uhr ging ein weiterer Notruf aus der Watzmann-Ostwand ein, wo ein 22-Jähriger aus Mittelfranken rund 70 bis 100 Meter tief hinabgefallen war. Die Einsatzkräfte retteten die sehr schwer verletzten Patienten und flogen sie zum Klinikum Traunstein.


Wanderer meldeten sich gegen 17.30 Uhr vom Rinnkendlsteig, wo rund 20 Gehminuten von der Halbinsel Sankt Bartholomä entfernt ein 77-jähriger Mann rund 50 Meter tief abgestürzt war. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ flog mit Einsatzkräften der Bergwacht Berchtesgaden und dem Notarzt zum Verunglückten. Der ansprechbare Verletzte wurde notärztlich versorgt, nach Sankt Bartholomä geflogen, dort auf der Wiese weiter intensivmedizinisch versorgt und zum Klinikum Traunstein geflogen. Die BRK-Wasserwacht brachte weitere Bergretter und den Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht mit dem Rettungsboot von der Seelände zur Halbinsel, die sich um die Angehörigen des schwer verletzten Abgestürzten kümmerten.

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Ein 21-jähriger Mann aus Mittelfranken meldete sich kurz nach 19.20 Uhr aus der Watzmann-Ostwand, da sein 22-jähriger Kletterpartner unterhalb des Schöllhornkars rund 70 bis 100 Meter tief über Fels und Wandstufen in den Graben abgestürzt war. Aufgrund der bald einsetzenden Dunkelheit und der schweren Verletzungen war höchste Eile geboten: Die Hubschrauberbesatzung nahm zwei Bergretter auf und setzte sie im Schwebeflug rund 80 Meter unterhalb des Patienten ab. Die beiden Bergwachtmänner versorgten den jungen, bedingt ansprechbaren Mann und sicherten ihn im Luftrettungssack. Der Pilot flog ihn dann mit einem Bergretter zusammen am 50-Meter-Rettungstau nach Bartholomä aus, wo er weiter vom Notarzt behandelt wurde. Der 22-Jährige wurde dann ins Klinikum Traunstein eingeliefert. Der zweite Bergretter stieg weiter zum unverletzten Kletterpartner auf, konnte bald Ruf- und Sichtkontakt herstellen, aber ihn geländebedingt nicht erreichen. In der Zwischenzeit war auch der Polizeihubschrauber „Edelweiß 1“ am Watzmann eingetroffen, der zuvor mit der Bergwacht Ruhpolding im Einsatz war. Die Besatzung nahm den Bergretter im letzten Tageslicht an den Windenhaken, flog ihn zum Kletterpartner über ihm, nahm beide per Winde auf und flog sie nach Schneewinkl aus, wo der 21-Jährige vom KID der Bergwacht betreut wurde.

Da zunächst unklar war, ob noch weitere Bergsteiger in der Ostwand unterwegs und betroffen sind, war zusätzlich ein nachtflugtauglicher Hubschrauber angefordert, der dann aber nicht mehr benötigt wurde. Die BRK-Wasserwacht pendelte laufend bis 21.30 Uhr mit ihrem Rettungsboot zwischen der Seelände und Bartholomä und brachte Einsatzkräfte und Ausrüstung wie Bohrhaken und Seile an die Ostwand. fb

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