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60 Jahre im Dienst der guten Brotzeit

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Berchtesgaden - Auf 60 Geschäftsjahre blickt Brunhilde Walch aus dem Lebensmittelgeschäft in der Unterau direkt an der Auffahrt zur Oberau zurück. Trotz ihres Alters hilft die Seniorchefin ihrer Tochter Renate und den zwei weiteren Verkäuferinnen immer noch. Ein bisschen scheint im »Kramerladen« in der Unterau die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Kunden werden freundlich bedient, man kennt sich halt.


Nach den Kriegswirren kam Brunhilde Walch, geborene Kugler, aus dem Egerland nach Berchtesgaden, wo sie ihren Mann Sylvester Walch kennengelernt hat. Als Tochter von Kaufleuten verschrieb sich die Egerländerin mit ihrem Ehemann früh dem Handel mit Lebensmitteln. Zunächst arbeitete das Ehepaar Walch als Wandergewerbetreibende mit einem 25 Jahre alten Ford. Später ließen sie sich in einem ersten Ladengeschäft an der Salzburger Straße nieder, wo die Familie fortan auch wohnte.

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Inzwischen waren auch Sohn Sylvester und Tochter Renate auf der Welt.

Nachdem Sylvester Walch senior eine Stelle als Fernfahrer bekommen hatte, bekam Brunhilde Walch mit dem Aufbau eines Gemischtwarenhandels, zwei kleinen Kindern und ein »bisschen Haushalt« alle Hände voll zu tun. Damals gab es sehr viele Tante-Emma-Läden. Und dennoch hatten auch die vielen kleinen Geschäfte ihr Auskommen.

Den Kramerladen Walch in der Unterau gibt es seit 1969, die Walchs hatten den Laden gleich samt dem Haus erworben. Im Jahr 1993 übergab die Seniorchefin an Tochter Renate, gleichwohl steht sie noch heute im Laden.

Neben den Lebensmitteln für den täglichen Gebrauch hat sich Renate Rasp (geborene Walch) auf Brotzeiten spezialisiert, die von den Vorbeikommenden, aber vor allem von den Stammkunden gerne angenommen werden.

Auf der schattigen Terrasse gibt es Brotzeiten sowie Kaffee und Kuchen. Sogar am Sonntag öffnen die Walchs ab 10.00 Uhr ihr Geschäft. Nicht ohne Stolz erklärten Mutter Brunhilde und Tochter Renate, dass sie immer frei gewesen seien und sich nie einer Marke unterordnen mussten. Weil die Zeiten für kleine Lebensmittelläden hart geworden seien, müsse man heutzutage flexibel reagieren und zum Beispiel schon in aller Herrgottsfrüh für die Brotzeitkunden da sein, erklärte Renate Rasp.

Ein bisschen trauern Mutter und Tochter den guten alten Zeiten nach, als die Kunden noch mehr Zeit für einen »Ratsch« hatten. cw