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7 800 Euro für die Kriegsgräberstätte

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Beim Ortstermin an der Baustelle der Kriegsgräberstätte waren (v.l.): Marktbürgermeister Franz Rasp, Marktbaumeister Peter Hasenknopf, Geschäftsführer des Friedhofsverbandes, Johann Hallinger und Bezirksgeschäftsführer des Volksbundes, Artur Klein. (Foto: privat)

Schönau am Königssee – Die im Jahre 1956 eingeweihte Kriegsgräberstätte in Schönau am Königssee war in die Jahre gekommen.


Dank einer kräftigen Bezuschussung durch den Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Höhe von 7 800 Euro konnte jetzt die Erneuerung der verfallenen Schindelabdeckung auf der Mauer des als Kreuzweg gestalteten Zugangsweges in Angriff genommen werden.

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Die Instandhaltung von Kriegsgräberstätten im Inland ist eigentlich nicht die originäre Aufgabe des Volksbundes. Er baut aus, erhält und betreut die 833 deutschen Kriegsgräberstätten mit insgesamt 2,7 Millionen Kriegstoten im Ausland. Dafür wird auch in der jährlichen Herbstsammlung ein Großteil der Gelder gesammelt. Im Zuge dieser Sammlung werden unter dem Motto »Lichter für den Frieden« auch Kerzen verkauft und der Erlös aus diesem Verkauf findet auch für Instandsetzung und Pflege inländischer Kriegsgräberstätten Verwendung.

Für das laufende Haushaltsjahr hatte der Friedhofsverband Berchtesgaden die Instandsetzung der Kriegsgräberstätte im Gesamtbudget von 30 000 Euro eingeplant. 20 000 Euro dieses Budgets für 2017 wurden durch den Freistaat bezuschusst und decken die laufenden Kosten ab. 10 000 Euro wurden für die Instandsetzung der Friedhofsmauer veranschlagt. 7 800 Euro hat nun zur Freude des Verbandsvorsitzenden, des Marktbürgermeisters Franz Rasp, der Volksbund übernommen. Die restlichen 2 200 Euro deckt der Friedhofsverband mit seinen Mitteln ab und finanziert damit zugleich auch noch die Instandsetzung des Mauerwerks am Zugang zur Kriegsgräberstätte.

Bei einem Ortstermin erläuterten Marktbauermeister Peter Hasenknopf und der Geschäftsführer des Friedhofsverbandes, Johann Hallinger, dem eigens angereisten Geschäftsführer des Bezirkverbandes Oberbayern des Volksbundes, Artur Klein und dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden, Klaus Gerlach, den derzeitigen Stand und die geplanten weiteren Arbeiten. Für die Schindelabdeckung auf den Kreuzwegstationen und der Mauer sind zur Zeit erst die Grundplatten zur Aufnahme der Schindeln fertiggestellt. Die weiteren Arbeiten werden wohl noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

929 Kriegstote, darunter auch zivile Opfer, aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg haben auf dieser Kriegsgräberstätte eine würdige Ruhestätte gefunden. Allein in Oberbayern ruhen heute fast 6 700 Tote aus beiden Weltkriegen. Sie fielen als Soldaten, kamen bei Luftangriffen ums Leben, verloren als Folge von Kriegsschäden oder von Flucht und Vertreibung ihr Leben oder starben in Konzentrationslagern. Die Gräber verteilen sich auf rund 100 Gemeinden und werden von diesen gepflegt und instand gehalten.

Auf der Grundlage des 1952 vom Deutschen Bundestag beschlossenen Gräbergesetzes bestimmte das Bayerische Staatsministerium des Innern den Ausbau zentraler Anlagen und legte deren Einzugsgebiete fest. Eine Umbettungsgruppe des Volksbundes barg in zehnjähriger Arbeit über 15 000 Tote aus behelfsmäßigen Anlagen und Feldgräbern. Die Kriegsgräberstätte in der Schönau ist eine der großen und vielleicht auch der schönsten Anlagen in Bayern. fb