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Gemeinde Ramsau verabschiedet Haushalt – Schulden erhöhen sich auf vier Millionen Euro

90 000 Euro kommen der Feuerwehr zugute

Ramsau – Die Gemeinde Ramsau hat Schulden in Höhe von 3,5 Millionen Euro. 2016 soll zudem ein neuer Kredit von 805 000 Euro für Investitionen aufgenommen werden. Die Tilgung soll 288 000 Euro betragen. Somit ist im Haushalt ein neuer Schuldenstand 2016 von vier Millionen Euro vorgesehen. Das gab der Kämmerer der Gemeinde Ramsau, Albert Radlmeier, in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend bekannt. Radlmeier stellte den Haushalt für das Jahr 2016 vor, der von mehreren Themen geprägt ist, die miteinander verbunden sind: Zum Beispiel die anstehenden Baumaßnahmen Feuerwehrhaus und Bauhof, die mit dem Kauf des Grundstücks »Reichlfeld II« verbunden sind.

Das Grundstück »Reichlfeld II« und die damit verbundenen Baumaßnahmen betreffend Feuerwehr und Bauhof werden die Gemeinde Ramsau noch fordern, sagte Kämmerer Albert Radlmeier in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. (Foto: Wechslinger)

Für die baulichen Veränderungen im Feuerwehrhaus ist geplant, ein Architekturbüro mit einer genauen Kalkulation und Gegenüberstellung der Kosten für die verschiedenen möglichen Bauvarianten zu beauftragen, wie der Kämmerer informierte.

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Unmittelbar im Zusammenhang hierzu ist auch der Ramsauer Bauhof zu betrachten, der mit seiner Zentrale – »und das ist schon sehr wohlwollend ausgedrückt«, so Radlmeier – im Anschluss zum Feuerwehrhaus im Zwischenbau untergebracht ist. »Der Bauhof leidet seit Jahrzehnten an akutem Platzmangel und einem Mangel an zentralen Lagermöglichkeiten. So sind die Materialien und Maschinen an über zehn einzelnen Lagerstätten zwischen Wimbachbrücke und Hintersee verteilt«, erinnert der Kämmerer.

Durch den Kauf des Grundstücks »Reichlfeld II« wurde nun die Grundlage geschaffen, die notwendigen Veränderungen im Bereich Feuerwehr und Bauhof auch umsetzen zu können. In welcher Weise dies nun geschieht und wie die noch festzulegenden Maßnahmen finanziert werden können, werde Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung in Zukunft noch fordern, prophezeite der Kämmerer. Auf diese Sachlage müsse vor allem auch im Investitionsplan für die Jahre 2015 bis 2019 Rücksicht genommen werden.

2015 hat die Gemeinde Ramsau durch Parkgebühren 209 000 Euro eingenommen. »Das war allerdings ein Tourismus-Spitzenjahr. Der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre lag bei 187 000 Euro«, informierte Albert Radlmeier. Im April wurden bereits die Parkgebühren um durchschnittlich einen Euro angehoben (wir berichteten). Daher sind für das Jahr 2016 244 000 Euro an Einnahmen im Haushalt veranschlagt.

Die Gemeinde Ramsau will für die Feuerwehr Schutzkleidung, Maschinen und Geräte kaufen. Dazu kommen »unaufschiebbare bauliche Veränderungen am Feuerwehrhaus, also neue Tore und eine neue Absauganlage«. Dafür sind insgesamt rund 90 000 Euro im Vermögenshaushalt veranschlagt.

Zurzeit wird im Erdgeschoss des Kindergartens ein neues Brandschutzkonzept umgesetzt. Hierdurch sind zwei Therapieräume nutzbar, die dringend für die Betreuung der Kinder in Kleingruppen benötigt werden, so Radlmeier. In einem weiteren Bauabschnitt wird die Absturzsicherung der Treppe verbessert. Zudem wird in einem Gruppenraum im Obergeschoss eine zweite Ebene eingebaut. Nachdem 2015 bereits Kosten für Planung und Statik abgerechnet und bezahlt wurden, belaufen sich die Investitionen in diesem Jahr noch auf etwa 60 000 Euro.

Für das Haushaltsjahr 2016 sind für die Sanierung von Gemeindestraßen 40 000 Euro veranschlagt. Für eine Voruntersuchung zur Sanierung der Reschenbrücke sind 10 000 Euro vorgesehen.

Für die Bauarbeiten an der Zufahrt Hochgart belaufen sich die Baukosten laut Planung auf 147 000 Euro. Der Gemeindeanteil hieran beläuft sich auf geplante 26 000 Euro.

Der Kauf des Grundstücks »Reichlfeld II« ist mittels eines kurzfristigen Kommunaldarlehens, das bis Ende Juni 2017 läuft, zwischenfinanziert. »Spätestens zur Mitte des nächsten Jahres muss eine Entscheidung über die Maßnahmen getroffen sein«, sagte der Kämmerer.

Um eine reibungslose Wasserversorgung im gesamten Gemeindegebiet auch im Falle einer Störung im Bereich der Tiefbrunnen zu gewährleisten, sind für den ersten Bauabschnitt für Planung und Bau Mittel in Höhe von 144 000  Euro für das Haushaltsjahr 2016 veranschlagt. Das beinhaltet den Notverbund mit dem Markt Berchtesgaden. Annabelle Voss