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Ärzte wollen die Kur wieder fördern

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Das Alpine Gesundheitsforum tagte (v.l.): Dr. Werner Vietze, Dr. Ursula Reichelt, Vorsitzender Dr. Helmut Langhof, Dr. Anneliese Heidegger und Dr. Stephan Scharla. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Das Fehlen von Gesundheitsangeboten für Kurgäste bemängelten die Mitglieder des Alpinen Gesundheitsforums (AGF) auf ihrer Jahresversammlung. Der Vorstand will mithilfe von Studenten und ihren Bachelor-Arbeiten Lösungsansätze finden.


In seinem Jahresrückblick verwies 1. Vorsitzender Dr. Helmut Langhof auf die erfolgreiche Langlaufaktion im Januar 2015 in Zusammenarbeit mit der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT), die schon aufgrund der großen Teilnehmerzahl als großer Erfolg gewertet werden könne. Insgesamt hatten sich die Teilnehmer an der Aktion in und um das Aschauerweiherbad körperlich in recht guter Verfassung gezeigt und es hatte nur bei wenigen Probanden medizinische Auffälligkeiten gegeben.

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Das AGF beteiligte sich zudem an der Eröffnung des Bergsteigerdorfes Ramsau und will laut Dr. Langhof den Kontakt mit dieser Gemeinde auch bei zukünftigen Aktionen suchen. Die Ausschilderung der Skitourenroute am Toten Mann sei abgeschlossen, sagte Langhof, der regelmäßig an den Versammlungen des Zweckverbandes Tourismusregion teilgenommen hatte.

Der Kassenbericht von Dr. Werner Vietze zeigte eine stabile Kassenlage. Größere Ausgaben wurden in 2015 nicht getätigt, sie stünden aber Anfang des kommenden Jahres an, sagte Vietze. Es folgte die einstimmige Entlastung von Kassenwart und Gesamtvorstand.

Wie die Mitglieder weiter erfuhren, wurde die Website des AGF völlig neu überarbeitet und wird nun in Eigenregie durch Dr. Stephan Scharla betreut. Die neue Adresse ist: www.alpines-gesundheitsforum.com. Auch im kommenden Jahr soll wieder ein Skilanglauftag am Aschauerweiher stattfinden. Geplant ist hierfür Samstag, 30. Januar, in der Zeit von 10.30 bis 13 Uhr.

In der abschließenden Diskussion bedauerte Dr. Ursula Reichelt sehr, dass weder in Schönau am Königssee noch in Berchtesgaden mehr ein Kurmittelhaus existiert. Kurpatienten könnten praktisch nicht mehr versorgt werden, nachdem die Kommunalpolitik bereits vor Jahren das Ende der Kur im Berchtesgadener Talkessel abgesegnet hatte. Es würden in keiner der Gemeinden mehr Bäder oder Inhalationen angeboten, trotz reichlich vorhandener Sole.

Der Vorstand fasste deshalb folgenden Beschluss: »Wegen des vorliegenden Informationsdefizits bei Kurärzten und der sogenannten Kurdirektion ohne Leitung bezüglich nutzbarer, physiotherapeutischer Angebote für Kurgäste oder Urlauber sollen durch die Sportmedizinische Universität Mainz (Prof. Dr. H.-V. Ulmer) zwei Bachelor-Arbeiten ausgeschrieben und vom AGF gefördert werden. Das Thema: Erhebung von kurzfristig verfügbaren Gesundheitsangeboten für Kurgäste und Urlauber in den fünf Gemeinden des heilklimatischen Kurgebiets Berchtesgaden.« Bei der Umsetzung dieser Arbeiten sei die Mitwirkung der Gemeinden erforderlich, hieß es. Das könne die Bereitstellung eines Arbeitsplatzes für Studenten der Touristikbranche beziehungsweise Unterstützung bei Anschreiben und Kontaktvermittlung zu Anbietern von Gesundheitsangeboten sein.

Das Alpine Gesundheitsforum will sich um die Akquise von Studenten und betreuenden Professoren bemühen. Auch der Nachweis der Luftqualität durch externe Messungen soll hierbei durchgeführt werden. Die Bürgermeisterrunde wird hierbei um Diskussion und Unterstützung gebeten.

Die Veranstaltung endete in gemütlicher Runde, wobei Dr. Anneliese Heidegger ausführlich über die Erfolgsstory ihrer Schellenberger Gesundheitswochen berichtete und auch diätetische Vorschläge, wie das von ihr durchgeführte Heilfasten im Rahmen der Mayr-Kur als mögliche Anregung für ein Gesundheitskonzept im Talkessel darstellte. fb